Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Juden in Deutschland II.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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57 deutschen Mann vor dem Wagnisse zu warnen, daß er die Seinen einem jüdischen Arzte anvertraut, zumal die Neigung zu solchen Ausschreitungen dem Juden im Blute liegt: Sein Treuegefühl ist nicht so weit entwickelt und nicht so weit entwickelbar, daß er seine sinnlichen Triebe sicher zu beherrschen vermöchte. Zum Schlüsse dieses Abschnitts eine Notiz der „Staatsb.-Ztg." (25. 9. 99 und 1. 10. 99) über den „Salon Seemann": Die Witwe des ollen ehrlichen Seemann Hannoverschen Angedenkens hat in der Hinderflnstraße 14 zu Berlin ein vornehmes Absteigequartier für Lebemänner und Lebedamen errichtet. Als die Sache bei den Hausgenossen wegen der allnächtlichen Orgien Aergernis erregte, hob die Polizei das Nest aus. Die zu erwartende Gerichtsverhandlung wird interessante Aufschlüsse über den „Salon Seemann" bringen. 8. Es folgt das Kapitel der jüdischen Preßkorruption. Schon Friedrich Wilhelm IV. schrieb einmal: „Die freche Rotte der Juden legt täglich durch Wort, Schrift und Bild die Axt an die Wurzel des deutschen Wesens." Vielleicht hat auch Metternich die drohende Gefahr begriffen, als er sorgenvoll an die Gesandtschaft in Berlin schrieb: „17 deutsche Blätter werden' heute — und unter den deutschen Produkten nicht die wenigst pikanten — von Judenjungen redigiert". Heutzutage ist es thatsächlich so, daß die Verfertiger und Verbreiter der unsittlichen Schandpresse, die mit ihren gemeinen Zoten der niedrigsten Sinnlichkeit Vorschub leistet, fast ausschließlich Juden sind. Ein Typus jüdischer Preßkorruption ist Paul Lindau. Dieser Herr war in der litterarischen Welt Berlins von der Mitte der 70 er bis ans Ende der 80 er Jahre tonangebend. In seinen Romanen aus dem Berliner Leben stellt er die Gesellschaft als lediglich aus Trotteln und Lüstlingen bestehend, in Ehebruck und allen möglicken anderen Lastern fich aufreibend dar. Am liebevollsten waren die Stellen ausgemalt, die die Nachtseiten des Berliner Lebens, besonders die Halbwelt und Prostitution betrafen: Lindau, der bekanntlich auch zur Zeit des Prozesses Gräs sehr viel dazu beigetragen hat, daß sich damals die Oeffentlichkeit für Bertha Rother, das Modell des Märchens „erwärmte", Lindau har das „Verdienst", die Dirnenlitteratur in Berlin geschaffen zu haben, denn er sührre den Nachweis, daß fich ein Geschäft damit machen ließe. Auch in dieser Hinsicht ist Lindau ein Typus. Die Familienähnlichkeit mit Heine, seinem großen Vorgänger, und mit Maximilian Harden-Wittkowski, seinem kleineren Nachfolger, ist unverkennbar. Als Paul Lindau wegen grober Verstöße gegen — nun sagen wir milde, den journalistischen Anstand im Jahre 1890 von Franz Mehring abgeschlachter wurde, da setzte das Berliner Preßjudentum Himmel und Hölle für seinen Matador und gegen den kecken Angreifer in-Bewegung, diesmal freilich vergeblich. Lindau aber fiel die Treppe hinauf, d. h. ward, wenn er auch die Berliner Luft nicht mehr vertragen konnte, Intendant an einer deutschen Hofbühne und schrieb weiter Dramen, von denen er gerade jetzt wieder das Erscheinen eines abendfüllenden Exemplars anzeigt. Wir reihen einzelne Beispiele an, wie sie sich uns gerade bieten: Am 9. 6. 92 wurden die Verlagsbuchhändler Gnadenfeld, Simon und Fried zu Berlin wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften vom Schöffengericht zu einer Geldbuße verurteilt. (Tägl. Rundsch. 9. 6. 92.) Im Juni 92 brachte die „Nati onal-Ztg." folgende Anzeige: Für ein Witzblatt