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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Die Juden in Deutschland II. · p. Seite 54

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Die Juden in Deutschland II.
Date
1900-01-01
Page
Seite 54 (sequence 26)
Language
German
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54 der berüchtigten Mädchenhändler, der „Privatier" Salon:on Bahr aus Galizien, verhaftet worden sei, der hauptsächlich den Export ungarischer „Ware" nach dem Orient betrieb. Der Hauptsitz seiner Bande war in Galata bei Konstantinopel, Filialen waren in Ofenpest, Belgrad, Sophia und Smyrna. Bahr befand sichgerade wieder auf einer „Geschäftsreise." Die Mädchen wurden als Kassiererinnen, Hotel-Stubenmädchen und Bonnen mit der Aussicht auf eine glänzende Bezahlung engagiert. Waren sie einmal über die ungarische Grenze gebracht, dann wurde ihnen gegenüber über ihr künftiges Los weiter kein Hehl gemacht. In Galata wurden die Unglücklichen förmlich zu Markte geführt; für junge fchöne Mädchen, wurden Preise bis 1500 Gulden und mehr gezahlt. Minder schöne Mädchen wurden für 400 bis 600 Gulden losgeschlagen. Die Abnehmer rekrutieren sich durchweg aus Besitzern von öffentlichen Häusern. Die Mädchen werden in diesen Häusern streng gehütet und nur in den seltensten Fällen gelingt es ihnen, durch Loskauf mit Hilfe eines reichen Galans oder durch die Flucht ihre Freiheit wieder zu gewinnen. (Deutsches Blatt, Hamburg, 18. 11. 99). Es ist erklärlich, daß bei der sich geradezu in erschreckender Weise häufendem Menge solcher Fälle und der noch immer zuwartenden Haltung der Behörden Versuche gemacht werden, durch Kundgebungen, Kongresse und dergl. auf Abhilfe hinzuarbeiten. Wenigstens wird auf diese Weise Material gesammelt. So tagtevom 21. bis 25. Juni 99 in London ein „Weißer Sklavenhandel-Kongreß". Allerdings hat man nach den Berichten den Eindruck, als stehen all' diese wohlmeinenden Menschenfreunde dem Nebel ziemlich ratlos gegenüber: nur die österreichische Delegierte Baronin von Langenau hatte den Mut, darauf hinzuweisen, daß es sich hier um ein „hauptsächlich" jüdisches Gewerbe handele und daß die vom Judentum beeinflußte Presse den jüdischen Mädchenhändlern Vorschub leiste, sie „schütze".. (Jsr. Wochenschr., 14. 7. 99). Die Thatsache, daß der Mädchenhandel beinahe ausschließlich in jüdischen Händen liegt, wagen die Juden selbst nicht mehr abzuleugnen, so schreibt die Israel. Wochenschr. 10. 11. 99: „An dem schändlichen Verkaufen und Verhandeln weißer Sklavinnen nehmen fraglos galizische Juden in hohem Grade teil. Fast jeder Prozeß, der in neuester Zeit aus diesem dunkeln Gebiet geführt worden ist, beweist dies. Und auch, daß jüdische Mädchen in immer wachsender Anzahl diesem tröste losen „Gewerbe" zugeführt werden, ist eine nur allzu bekannte Thatsache." — Aber natürlich verdrehen sie die Sache wieder so, als seien nicht die Juden daran schuld, sondern ihre „Verfolger", die ihnen jeden anderen Erwerb verkümmerten, sodaß sie aus Not zu diesem schmachvollen Handel greifen müßten. Wie wenig dies zutrifft, geht aus den zahlreichen oben angeführten Beispielen hervor, die alle beweisen, daß es sich um geriebene Gaunerbanden mit großem „Betriebskapital" handelt. Auch ist das „Geschäft" ungemein lohnend. Von jener Judenbande in Bendzin wurde ermittelt, daß sie Preise bis zu 2300 Rubel für ein Mädchen erzielt hat. Der Mädchenhändler Lazar Schwarz, von dem im Jahrbuche für 97 (S. 233) die Rede war, verdiente durch eine etwa dreiwöchige „Geschäftsreise" von Ungarn nach Kairo 12000 Franken (Dtsche. Tagesztg. 9. 8. 99), die Seelenverkäuferin Julie Rosenstock, die anfangs der 90er Jahre hauptsächlich Mädchen aus Ungarn nach Konstantinopel und Bukarest verkaufte, hatte in einem ungarischen Bankhause eine Einlage von 100000 Gulden, sie trug mit Vorliebe zahlreiche Diamantringe und sonstige Schmuckstücke von hohem Wert. Der Mädchenhändler Grinbaum, der seine russische „Ware" in der Türkei und Aegypten abzusetzen pflegte, galt für einen halben Rubelmillionär. Kurz und gut, es ist keineswegs die Not der Juden, die

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