Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Juden in Deutschland II.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Predigten" (Wien 1867): „In Israel lebt Vas echte Weltbürgertum, es heißt überall ein Fremdling und ist doch überall zu Hause, es hat kein Vaterland und ist doch nirgends heimatlos." (Deutsche Wacht, 13. 11. 94). Der Reform-Rabbiner B. Felsenthal schreibt in der Berliner Wochenschrift „Jeschurun" unter der Ueberschrift: Was sind wir? Sind wir noch Juden? wörtlich: „Der Jude wird als Jude geboren und bleibt, solange er lebt, ein Jude. ... Es ist daher auch die Judenheit nicht bloß eine Religionsgemeinde ... Die Judenheit ist in erster Linie ein Stamm.und das Judentum ist eigentlich die Summe aller volkspshchologischen Eigenschaften dieses Stammes . . ." (Staatsb.-Ztg. 30. 6. 95). Dr. Beruh. Cohn schreibt in seinem schon öfter genannten Buche „jüdischpolitische Zeitfragen" (S. 5): „Ein Volk sind und bleiben wir, wenn auch einzelne „Verräter" aus unserer Mitte es in widernatürlicher Hartnäckigkeit, sei es aus träger Beauemlichkeit oder feiger Kampfesunlust leugnen." 4. Wenn der Jude deutsches Nationalbewußtsein erheuchelt, so thut er es nur aus Geschäftsrücksichten. Aus demselben Grunde steht er dort, wo die Deutschen in der Minderheit sind, wie z. B. in polnischen Gegenden Deutschlands und in Böhmen, auf Seiten der Gegner des Deutschtums, je nachdem er sich von seiner Parteizugehörigkeit die besten Geschäfte verspricht. In Böhmen spielten sich die Juden seit Jahrzehnten als „gute Deutsche" und sogar als „deutsche Kulturträger" auf, als aber die Tschechen die Oberhand gewannen, schickten diese selben Juden sofort eine Deputation an die Tschechenführer mit der Bitte, man solle in den anhebenden Straßenkrawallen ihr Eigentum nicht mit deutschem Eigentum verwechseln, da sie von jeher „gute Tschechen" gewesen seien und die tschechische Sache stets mit Eifer gefördert hätten. (Deutsche Wacht). In'welch' heimtückischer Weise der Jude bei der geschäftlichen Ausschlachtung vaterländischer Gesinnung verfährt, ergab eine Verhandlung der Konstanzer Strafkammer gegen die Gebrüder Freund aus Hamburg. Diese vertrieben in der Konstanzer Gegend ein vom „Vaterländischen Buchverlag" (Naumburger) zu Dresden verlegtes Prachtwerk „Deutschlands größter Held" (Kaiser Wilhelm I.) unter der falschen Vorspiegelung, daß der Reingewinn den bedürftigen Invaliden aus den Jahren 70 und 71 zu gute kommen solle, die eine Unterstützung aus dem Jnvalidenfonds nicht bekämen. In Wirklichkeit gaben sie von dem großen Gewinn nur 10 Pfennig von jedem Stück für die Invaliden ab. Ferner machten sie den Leuten vor, daß der Oberamtmann die Anschaffung des Werkes befohlen habe, auch beriefen sie sich auf Amtsvorstand, Oberbürgermeister und Kreisschulrat von Konstanz. — Ignaz Freund erhielt 1 Jahr, Nathan Freund 6 Monate Gefängnis. (Deutsche Wacht 15.10. 91). Ein weiteres Beispiel von jüdischem Geschäftspatriotismus bringt das „Landeshuter Kreisblatt" (Nr. 59—1895) in folgender, fettgedruckter Anzeige: Zur 25jährigen Gedenkfeier! Auszug aus einer Geschäftsanzeige der Firma F. V. Grünfeld vom 22. 7. 1870: „Ferner habe ich infolge der jetzigen kriegerischen Verhältnisse und solange dieselben dauern, die Preise meiner Waren reduziert und außerdem gebe ich noch davon bei Einkäufen für jeden Thaler l1/4 Sgr. zur Verbesserung der Lage der zurückgebliebenen, bedürftigen Frauen und Kinder in eine Kasse, über die das hiesige Polizei - Amt die Kontrolle führt." Landeshut, 22. 7. 1870. F. V. Grünfeld. In Erinnerung an diese große Zeit von 1870/71 und eingedenk der Beihilfe, welche ich damals durch obige Spende, nach Maßgabe meiner Kräfte und dem Umfange meines Geschäfts leisten konnte, will ich auch jetzt trotz der an sich sehr billigen Preise .... den gleichen Rabatt wie früher in dieselbe noch von damals vorhandene Kasse geben .... Landeshut, 22. 7. 1895. F. V. Grünfeld. (Staatsb.-Ztg. 25. 9. 65.)