Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Juden in Deutschland II.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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43 Herr Dr. Bernh. Cohn schreibt in seinem Buche „jüdisch-politische Zeitfcagen" (Berlin b. Simion 1899) S. 8—11: Was hatten übrigens die alten Germanen hier (unter Armin) auch zu verlieren, was zu verteidigen? Wie lange hielt der Sieg vor? — Aber wir — wir hatten gegen die Römer eine hohe Kultur, einen Glauben, dem einst die Weltherrschaft zufallen sollte, zu schützen, und wir haben es gethan unter den ungünstigsten strategischen Vorbedingungen und mit einem ausdauernden Mute, wie ihn die Geschichte unter gleichen Verhältnissen nicht noch ein zweites Mal aufzuweisen hat und welchem gegenüber die deutsche Widerstandsleistung unter Arminius gar keinen Vergleich aushält, Ferner: Als eine der gewaltigsten Persönlichkeiten der deuschen Geschichte steht mit Recht der sagenumwobene Kaiser Friedrich Rotbart da. Aber schon im Knabenalter konnte sich der Verfasser dieser Schrift nicht des Unwillens darüber erwehren, daß sich dieser dazu hat bestimmen lassen, dem Papste den Steigbügel zu halten. Wie klein muß einem jüdischen Manne (nota-bene einen: solchen, wie er sein soll) dieser gewaltige Kaiser erscheinen, im Vergleich mit dem einfachen, schlichten Mardechai, der sich nicht vor dem allmächtigen persischen Großkanzler Haman bücken wollte und sich damit entschuldigte, „daß er ein Jude sei". Durch dieses Verhalten beschwor er für die damalige gesamte Judenheit (außerhalb des persischen Reiches existierten damals keine Juden weiter) die Gefahr vollständiger Ausrottung herauf. Aber es galt hier für ihn, in gehorsamer Erfüllung des göttlichen Gesetzes einzutreten für menschliche Würde und Gleichberechtigung, — da war ihm kein Opfer zu groß. Mit kurzen Worten heißt das: Die deutsche Geschichte ist nicht so großartig als die jüdische. — Mardechai ist größer als Friedrich Rotbart. Leopold Landau besingt in seiner jüdischen Liedersammlung die Germanen mit folgenden Versen: Da mauschelt ein deutscher Edelmann Ganz wie ein polnischer Jude, Mit Stramel und langem Kaftan, In der dumpfen Trödelbude. Doch das Mauscheln des Germanen klingt, — So will es mir oft scheinen, — Wie ein Grunzen, das sich dem Rachen entringt Von vollgesoffenen. Die „Liedersammlung" führt den Titel „Drauf". Die Antwort sollte lauten „Raus!" (Volksrundschau, 25. 11. 94). 2. Hieran schließen wir einige jüdische Preßstimmen. In der ersten Juninummer der „Allg. Israel. Wochenschr." von 1895 findet sich folgender Satz, der eine freche Verhöhnung und Herausforderung des deutschen Volkes enthält: „Unser (der Juden) Deutschtum reicht zurück bis in die Zeiten der Germanen, von deren Enkeln in Deutschland keine Spur mehr zu finden ist, es ist älter als das Deutschtum irgend eines der übrigen Stämme, die jetzt mit uns Deutschland bewohnen." Gleichzeitig wird versichert, daß die Juden nicht nur eine religiöse Gemeinschaft, sondern auch eine Stammesgemeinschaft bilden und sich als solche auch in Zukunft unvermischt erhalten werden. Welch' unbegreifliche Verblendung! Welch' unverschämte Frechheit! (Deutsche Wacht, 7. 6. 95). Rabbi Bloch schreibt in der „Oesterreich. Wochenschrift": „Für das deutschnationale Aas ist die Asenlehre (Äsen — altdeutsche Götter) eben gut genug. Ihr ganzes Gebühren riecht ja nach asa koeticka (Teufelsdreck). Es sind dieselben Deutschnationalen, die den Rückfall in jene Zeiten herbeisehnen,' wo ihre Ahnen (die alten Deutschen) beinahe 2 Jahrtausende, nachdem unsere Ahnen (die alten Juden) von Manna sich genährt, mit gewissen Tieren um die Wette an Eicheln sich mästeten."