Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Der Zionismus
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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9 — 21 — Mit genau denselben Eigenschaften und Instinkten begabt, die wir heute an ihm wahrnehmen. Ob von den Erzvätern die Rede ist, von den Israeliten in Aegypten, von den Kanaan „erobernden" Hebräern, vom Reiche Israel und Juda vor öder nach der Gefangenschaft, es handelt, sich nie um ein geschlossenes Ge- °samtvolk, sondern stets um Schmarotzer bei anderen, bei Kulturvölkern. Die Erzväter sind Fremdlinge in dem Lande, wo sie wohnen und haben ihren Anhang im Auslande. Die Söhne Jakobs dringen Schub um Schub in Aegypten ein, stets in Verbindung bleibend mit dem Auslande. Sie verstehen es nicht, sich dem Wesen des hochentwickelten Kulturvolkes von anderer Rasse anzupassen, sie finden es empörend, daß sie gleich ihren Wirten Städte bauen, das Land urbar -machen, Kanäle anlegen sollen, statt dessen bewuchern sie das Volk, das ihnen Raum und Nahrung gegeben, und, endlich aus dem Lande verjagt, nehmen sie den '.Reichtum der Bewohner (die erschwindelten goldenen und silbernen Gefäße) mit sich fort. Wer mag aber glauben, daß alle gegangen seien? In Kanaan setzen sie sich in das warme Nest, das andere (Hethiter und Amoriter) ihnen bereitet, in Häuser die sie nicht gebaut, in Felder mnd Gärten, die sie nicht angelegt und urbar gemacht, misteten sie sich ein (5. Mos. 6,10). Die alte Bevölkerung aber blieb und mußte für sie arbeiten und — Krieg führen. Schließlich eigneten sie sich nicht nur Land und Arbeitskraft der Unterdrückten, sondern auch deren Kultus und Geschichte an. Wer waren die Truppen Davids? Anfangs alle Bedrängten und wer einen Gläubiger hatte! Dann Krethi und Plethi. Nur keine Juden! Solange diese kümmerlichen Staatengebilde im gelobten Lande existiert haben, bestanden sie aus der Masse der unterjochten und bewucherten Urbewohner und den herrschenden jüdischen Priestern und Wucherern. Deshalb kam auch nie etwas Dauerndes zustande. Das Wenige, was die alte Bevölkerung kulturell hätte leisten können, wurde lahm gelegt vurch den Druck der „Eroberer" und wo eine Spur von Kultur in der Geschichte der Staaten aufleuchtet, bemerkt man die Einwirkung des benachbarten Auslandes. So waren die Juden Schmarotzer im eigenen Lande; man darf aber bei Leibe -nicht glauben, daß sie es nur dort gewesen wären. Wie Abraham, wie die Söhne Jakobs ihren Anhang in der Ferne hatten, so auch die Juden Kanaans. Zur Zeit Salomons waren sie in ganz Syrien als Roßtäuscher bekannt, in ganz Babylonien -und Assyrien findet man ihre Spuren in Gestalt von Quittungsstempeln und ähnlichen Kennzeichen des Geldgeschäftes. Zur Zeit Sanheribs herrschte in Babylon das jüdische Bankhaus Gebrüder Egibi mit derselben sittlichen Makellosigkeit, wie -heute die Rothschilds an der Themse. Kanaan war nur eins der vielen „Vaterländer" Judas, damals wie heute. Die ganze Geschichte des Volkes der Juden zeigt uns also immer nur wie die Juden waren und sind, aber keineswegs, wie sie geworden sind. Wie wir ja auch von den anderen Völkern des Altertums nicht sagen können, wie sie geworden find, sondern, nur, wie sie waren. Was wir von den Griechen, von den Römern kennen, sind die Eigenschaften und Leistungen eines fertigen Volkes, und nur leise klingt in ihren von ihnen selbst verfaßten Geschichten hie und da ein Ton an, der darauf hindeutet, daß ihre denkenden Geister-sich bewußt waren, daß auch ihr Volk einmal geworden sei und sich entwickelt habe. Die', große Masse hält sich immer ’ für autochthon. Werdende Völker schreiben keine Geschichte, sie müßten denn, wie die Germanen mit beiden Füßen in eine alte Kultur hineingesprungen sein, und selbst bei diesen liegt die älteste geschichtliche Ueberlieferung in den Händen des fremden Kulturvolkes. Als die Juden ihre Geschichte schrieben, 'waren sie, was sie sind.