Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Entstehung des Juden.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 intereffen. Aber in solchen Familien nimmt die Zeugungskrast ab! Im Blut der Inzucht treibenden Rassen — man denke an unsere Fürstenfamilien — scheinen sich Krankheiten zu entwickeln, die zu Parieren wir noch nicht gelernt haben. Die idealen Aufregungen einer künstlerisch angeregten Periode heben den Menschen über irdisches Elend empor und bringen ihn der Gottheit näher. Die Kunst ist die uralte Jakobsleiter der Menschheit, aber sie steht nicht immer zur Verfügung. In Zeiten künstlerischer Entwickelung hört niemand etwas von Krankheiten: bei der ausgebildeten Rasse stellen sich allerhand Miseren ein, zunächst bei den Weibern: Giebt es eine gesunde Engländerin? Na, und in den Zeiten von merry old England, als aus Sachsen, Normannen, Kelten und Romanen die britische Edelrasse zusammenwuchs, da wußten die Männer nichts vom Spleen. Wenn sie jetzt alle leidenschaftlich Sport betreiben, so ist das an und für sich schon ein Zeichen ihrer Kulturmüdigkeit. Arzt und Athlet, wo die beiden dominieren, da packen die Musen ihren Koffer. Es giebt nur ein Mittel für solche „fertige" Völker, dem Niedergang zu entgehen: eine neue „charakteristische Blutmischung". Die Rasse opfert damit allerdings ihre Individualität aber — in: veränderten Typus besteht sie dann wenigstens fort. So die Anglosachsen in Amerika, wo auffallend mehr geistiges Leben herrscht als in England. Vom Dollarlande macht man sich bei uns eine falsche Vorstellung. So die Romanen zu Ende des Imperiums durch die Mischung mit den eingedrungenen Ger-- manen. Von ähnlichen Beispielen ist die ganze Weltgeschichte voll. Nie ist das Schöne ewig. — Nun, und dies sonst allgemein menschliche Gesetz findet auf deu Hebräer keine Anwendung. Hat er Geheimmittel, die sein Blut vor Rassekrankheiten bewahren? Gewisse Vorkommnisse der Gegenwart deuten wieder energisch darauf hin, daß er so etwas der Art besitzen mutz. Aber allein können diese areana, so unheimlich und hexenhaft sie sein mögen, nicht ausreichen. Es muß eine tiefgehende physiologische Verschiedenheit der Naturen vorliegen. Nur diejenige Erklärung des Juden kann uns befriedigen, die so beschaffen ist, daß sie gerade diese physiologische Verschiedenheit erklärt, wonach sich sein Blut gesund erhält ohne Mischung und seiu Geist civilifiert ohne eigne Schöpferkraft, bloß durch Entlehnung. Wenn Chamberlain den Juden erst so spät entstehen und doch so verschieden geartet sein läßt, so nimmt er eben — ein Wunder an. Dann dürfte uns aber immer noch die Auffassung glaubhafter erscheinen, daß der Jude — ohne Wunder — langsam geworden ist, wie er ist. Zu einem solchen Entwicklungsresultat brauchts allerdings Aeonen. — Wie gesagt, Chamberlains thatsächliche Momente fallen seiner Aufgabe gegenüber nicht schwer genug ins Gewicht. Isolierung, Zerstörung der Hauptstadt,' langjährige Verbannung, politische Abhängigkeit, alles das sind Schicksale, die auchandere Völker getroffen haben. Und sind doch keine Juden geworden! Nebenbei faßt Chamberlain die von ihm hervorgehobenen historischen Vorgänge doch wieder recht sehr mit der Naivität eines wenig gewitzigten Ariers auf. So wörtlich darf mau allerdings die historischen Berichte des Alten Testaments, die von den Rabbinern doch,, wenn nicht verfaßt, jedenfalls stark „überarbeitet" find, nicht nehmen. Ihre Darstellung, ist nicht gerade unwahr, aber irreführend. Der Sanheribfeldzug ist offenbar nichts weniger als ein Ereignis gewesen, das die Juden mit besonderem Gottvertrauen erfüllen konnte. Eine eigentliche Belagerung hat gar nicht stattgefunden. Die Geschichte vom Engel des Herrn, der 180000 Assyrer erschlägt, ist vollständig aus den Fingern gesogen. Das ganze reduziert sich auf eine durch einen Assyrischen Offizier ohne Armee erfolgte Aufforderung zur Uebergabe, die die Edomitische Besatzung von Jerusalem (wahrscheinlich sehr, gegen den Wunsch des Jämmerlings Hiskia) ablehnte. Tributpflicht und dergleichen dauerte natürlich ruhig fort. — Ebenso