Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Entstehung des Juden.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Theologie kein Interesse mehr, und sie wird fich hüten, an ihrer Vorstellung festzuhalten, daß die Judenrasse von Abraham abstamme. Erst damit — löst sich das Christentum von dieser giftigen Beimischung los. Möchte es bald sein! Dies innige und heiße Gebet richten wir an unsere Gottheit, unseren Erlöser: Erlöse uns von dem Uebel! Ist die theologische Auffassung unhaltbar, so ist es — leider — die Chamberlainsche auch. Wir sind mit ihr noch nicht im Hafen. Man wird bereits gemerkt haben, daß Chamberlain etwa umgekehrt verfährt, wie der kreisende Berg, der ein Mauslein gebiert. Bei Chamberlain kreisen Maulwurfshaufen, um Stephanien hervorzubringen. Chamberlains Entstehungsmomente für den Juden entsprechen nicht der unheimlichen Größe seiner Erscheinung. Das Rätsel ist mit ihnen nicht gelöst, sondern nur nach einem andern Punkt verlegt. Es ist ganz einerlei, ob ich überhaupt die Entstehung des Juden nicht kenne oder ob mir ein für mich unfaßbarer Entstehungsgrund angegeben wird. Chamberlain zeigt uns, wie der '.Kuchen gebacken wird, muß aber schließlich ziemlich unverblümt eingestehen, daß das Resultat eben kein Kuchen ist! Er sagt (S. 422), es handle sich beim Juden um einen Ausnahmefall, der sich in der Geschichte nicht wiederhole. — Eigentlich ist das gar nicht so rätselhaft beim Juden, daß sein Typus so vererbungsfähig ist, und ebenso wenig, daß ihm die geistige Schöpferkraft mangelt. Denn beides gehört genau genommen zu den Kriterien einer festen Rasse (auch einer arischen) — wie wir Deutschen sie eben noch nicht haben. Aber auch wir sehen an denjenigen Bestandteilen unseres Volkes, die in dieser Beziehung am weitesten sind: „Adel und Bauernstand", einen auffallenden Mangel an geistiger Produktivität. Ich weiß sehr wohl, daß unsere großen Geister sehr häufig aus Bauernblut entsprossen sind. Aber die Gegenden mit besonders reiner Rasse, Niedersachsen und Friesland, partizipieren weniger daran. Frisia non cantat. Unsere Genies entspringen denjenigen Teilen unseres Landes, wo die Natur auf Grund voraufgegangener charakteristischer Blutmischung im Werke ist, eine Neuraffe zu bilden (mittlere Elbe, Rhein, Schwaben). Dies bezieht sich nicht auf Staatsmänner und Feldherren, bei diesen bevorzugt die Natur reine Rassen; aber auf Künstler, Musiker, Dichter, Erfinder. Es scheint ein geheimnisvolles physiologisches Gesetz vorzuliegen, wonach die produktive geistige Arbeit einer Kulturperiode stets von dem Volksbestandteil besorgt Ivird, der zur werdenden Rasse gehört. Adel und Bauernstand haben ihr Verdienst auf andern Gebieten, aber in Beziehung auf Kulturleistung spielen sie mehr eine genießende Rolle und würden ohne enge Beziehungen zur werdenden Raffe, bei uns etwa dem Mittelstände, der Bourgeoisie, ihre Civilisation nicht behaupten. Die Konsequenz hiervon ist, daß die Kraft zu Kulturleistungen im Volke nachläßt, sowie der Rassenbildungsprozeß in allen Ständen durchgeführt ist. Das ist z. B. bei den Engländern der Fall, und darum ist die Abnahme ihrer geistigen Produktivität auch so auffallend. Der fade Halbjude Rudyard Kipling ist ja thatsächlich jetzt geradezu ihr einziger Dichter. — Wenn dies richtig, so wäre auch beim Hebräer die geistige Sterilität an sich nicht wunderbar. Das Rätselhafte steckt wo anders: Bei allen Völkern der Erde liegt in dem Abschluß des Rassenbildungsprozesses gleich- .zeitig der Todeskeim, so glänzend auch manchmal in politischer Beziehung solche fertigen Raffen dastehen mögen. Ihr Schicksal ist nicht allein geistige Sterilität: Das Gefühl der Geschlechtsliebe entwickelt sich aus einem bloß sinnlichen Triebe bei der werdenden Rasse zum ethisch-idealen Triebe. Dann verklärt Amor die menschliche Kunst, und die Kunst wiederum verklärt Amor. Das erkaltet bei der festen Rasse, die stets das Gefühl der Liebe zurücktreten läßt hinter Standes- resp. Rasse-