Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Entstehung des Juden.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 ^Blutmischung vollzieht. Aber gerade die Stammvaterschast Abrahams ist für die Auffassung unserer Theologen wie ein Grundstein. Es handelt sich für sie darum, einen Anfangspunkt für das Judentum zu gewinnen, der vor der angeblichen Eroberung Canaans durch die Juden liegt. Denn sonst hat die gö.ttliche Beruhe i ß u n g keinen Sinn! Eine andere Persönlichkeit aber als die Abrahams ist nicht gegeben. Am wenigsten paßt es den Theologen, mit Chamberlain den Anfangspunkt des Juden in die Zeit kurz vor Christus zu verlegen, denn wie könnte man dann das Christentum aus dem Judentum ableiten?! Und an diese unselige Vorstellung, daß das Christentum aus dem Judentum stamme, letzteres eine Art von Vorstufe zu ihm sei, klammert sich die Theologie immer noch an, auch wieder sehr im Gegensatz zu Chamberlain: In dem hochinteressanten Kapitel seines Werkes, das die Entstehung des Christentums -darstellt, schildert er die Doppelnatur desselben: Das hochideale, mystische, wahrhaft göttliche Moment in ihm, das es nach Chamberlain hauptsächlich dem Hellenentum verdankt, und das Proletarierhaste in ihm, das besonders — bei der Römischen Kirche hervortritt. Die christliche Religion hat sich nach Richtungen hin ausgebreitet, die ihr erhabener Stifter nicht hineinzuziehen beabsichtigt hat. Dadurch sind die Sklavenmassen des Orients gewonnen, aber — viele edle Geister zurückgestoßen. Diese falsche Richtung ist ihm durch das Judentum beigebracht. Dagegen kann von dem, womit unsere Theologie um sich wirft: daß der eigentliche Kern des Christentums jüdischer Satzung entstamme, gar nicht die Rede sein. ^Geschickte Fälschungen haben einige hundert Jahre nach Christus den scheinbaren geistigen Zusammenhang zwischen Christus und dem Alten Testament künstlich hergestellt. Wir dürfen stolz darauf sein, daß unser Heiland nur aufgetreten ist als der erhabenste Gegner des Judentums, den dieses je gehabt hat, — und der mit Recht deswegen von der Teufelsrasse mit unauslöschlichem Haß verfolgt wird. — Wir müssen wissenschaftlich noch etwas weiter kommen, als wir jetzt sind. Der Unterschied Zwischen Israel und der hebräischen Raffe muß noch klarer und bestimmter fixiert werden können. Ist erst einmal die „göttliche Verheißung" und der „Bund des Herrn mit seinem auserwählten Volke" in Dunst aufgegangen, so bricht jene Anschauung von selbst zusammen. Eine Verheißung scheint übrig zu bleiben, aber keine göttliche, sondern eine teuflische: „Du wirst alle Völker fressen!" (5. Mose, 7. 16). Auf diese hin wird unsere Theologie schwerlich ihren Zusammenhang mit dem Judentum aufrecht erhalten wollen. Sobald festgestellt ist, daß Juda und Israel zwei ganz verschiedene Völker waren, fällt auch der Fluch der Gottheit als gänzlich unhaltbar weg. Man weiß'dann, daß die Brandreden der sog. Propheten, in denen über die Herzenshärtigkeü der „Kinder Israel" gezetert wird, sich eben nur auf diese im engeren Sinne, nicht auf die Juden bezogen, und nur deswegen gehalten wurden, weil den Juden die Emanzipationsbestrebungen des schmachvoll von ihnen ausgewucherten Israelitischen Volkes unbequem wurden. Chamberlain .zeigt übrigens in diesem Punkte leider, um mich seines eignen Ausdrucks zu bedienen, die „Naivität eines wenig gewitzigten Ariers". Er glaubt, daß diese öden Schimpfereien sich an die Adresse der Hebräer richteten und stellt diese Tempelagenten als hochedle Sittenprediger hin. Aber die Juden lebten mit ihrer Gottheit stets im schönsten Einvernehmen und haben sich nie das Geringste gegen sie vorzuwerfen gehabt, denn ihre Gottheit, ihr Herr Zebaoth, war eben nichts anderes als sie selbst, als — ihre Rasse. Daß Herr Zebaoth also seine geliebten Hebräer für Sünden anderer Leute mit seinem .Fluche büßen lassen würde, das würden auch unsere Theologen nicht glauben. Fällt Her Fluch weg, fällt die Verheißung weg, so hat Abrahams Schoß für unsere