Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Entstehung des Juden.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 'Exklusivität gefördert hätten. Chamberlain faßt seine Ansicht folgendermaßen zusammen: Der eigentliche Jude, das Wesen, was wir in der Gegenwart „Jude" nennen, entstand -als Neurasse in der Zeit von Moses bis zu etwa den Makkabäern, also nicht mit einmal sondern allrnählich im Laus etwa eines Jahrtausends (von 1200—200 v. Chr.) durch Blutausscheidung aus der israelitischen Familie und durch fortschreitende Ausbildung bestimmter Geistesanlagen unter Verkümmerung anderer. Er ist nicht das Ergebnis eines nationalen Lebens, sondern ein künstliches Produkt, erzeugt durch eine Priesterkaste, die die Rassenexklusivität zum Staatsgrundgesetz erhob." Zu diesem Zweck wäre die Priesterkaste genötigt gewesen, auf jede Art und Weise die blutschänderische Entstehung der Rasse in der Erinnerung der Deszendenten zu verwischen. Krampfhaft wurde von ihnen die verächtlichste Rasse als gerade die reinste, als das Volk des Herrn par excellenee hingestellt, so lange bis die Rasse selbst es fest glaubte. Hätten sie das nicht fertig gebracht, so würden sie ihre Leute nicht haben veranlassen können, das furchtbare Opfer der Rassenexklusivität zu bringen, ein Opfer das ihnen fast ebenso schwer fiel wie Gregors VII. Priestern das Coelibat, wie denn ja auch das ganze Volk in Thränen ausbricht als ihm der Wille Jehovas, des furchtbar-schrecklichen, verkündet wird. (Esra Kap. 10) . . So lange aber der Nordstaat bestand und sich einer nicht unrühmlichen nationalen Geschichte erfreute, war sein Einfluß auf den kleinen Südstaat zu groß, als daß die Priester freie Hand gehabt hätten. Dies änderte sich Mit der Eroberung Samarias durch die Assyrer 721 v. Chr. Erst von da ab geriet der jüdische Rassebildungsprozeß in ein rascheres Tempo, begünstigt durch eine mehr als hundertjährige vollständig politische Isolierung, die die Priesterkaste allmächtig machte. — Zum Abschluß gebracht sei dann die Entwickelung hauptsächlich durch folgende historische Momente. 1. Die wunderbare Erlösung aus den Händen Sanheribs, die den Glauben an ein besonderes Verhältnis zur Gottheit gefestigt hätte. 2. Die Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar, die den Abbruch aller alter Traditionen zur Folge gehabt hätte. 3. Die Wiederanknüpfung unter einer im Exil geborenen Generation die von der „Blutschande" bei der Entstehung ihrer Vorfahren nichts mehr gewußt und blind den Vorspiegelungen der Priesterkaste vertraut hätte. 4. Die vollständige politische Abhängigkeit seitdem, die das Interesse des Volkes auf religiöse Dinge beschränkte. In der Pflege der letzteren unterstützte die damalige großpersische Regierung die jüdische Priesterschaft mit materiellen Machtmitteln unter der Bedingung politischer Ergebenheit. So konnte die Priesterschaft unter Esra um 450 das langersehnte Ziel erreichen, daß die Blutmischung mit anderen Rassen direkt zum Kriminalverbrechen gestempelt wurde. In den folgenden Jahrhunderten bis zu Christi Zeiten hin wurde dann der Bildungsprozeß der jüdischen Neurasse zum Abschluß gebracht. In dieser Zeit völliger Isolierung erlangte nach Chamberlain das jüdische Blut seine unbegreifliche Zähigkeit, durch die die Juden jetzt in den Stand gesetzt sind, sogar jenes oberste religiöse Gebot, wenn sie wollen, ohne Risiko außer Acht zu lassen. So ungefähr ist die offenbar sehr der Berücksichtigung würdige Theorie Chamberlains von der Entstehung des Juden. Wenn er die Entstehung der Raffe in einen verhältnißmäßig späten Zeitraum verlegt und dabei trotzdem verschiedentlich das Vorhandensein von Juden in viel früheren Perioden einräumt, so ist das noch kein Widerspruch. Denn'der Typus der künftigen Neurasse kann schon viele Jahrhunderte früher erscheinen als der Rassenbildungsprozeß abgeschlossen ist. Er wird nur dann noch nicht mit solcher Sicherheit übertragen und vererbt. 'Chamberlain aber meint den Abschluß des Rassebildungsprozeffes, wenn er von