Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Entstehung des Juden.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 Vorliebe des Juden für Betteln, Kuppeln und Wuchern aus der angeblichen Jahrhundertelangen Knechtung ableiten und annehmen, diese Vorliebe werde sich mit wiedererlangter bürgerlicher Freiheit von selbst verlieren sagt Chamberlain sehr kühl: Man verschone uns doch mit denr alten Ammenmärchen, als ob der Jude früher einmal Anlage und Lust zur anständigen Arbeit gehabt habe. So lange er existiert, ist er nie anders gewesen, als jetzt. Seine charakteristischen Eigenschaften sind gänzlich unausrottbare Rasse-Eigenschaften." — Wie bei Ratte und Wanze! — Es ist hier nicht der Ort, aus die verwickelten und noch längst nicht hinlänglich durchforschten Probleme der Rasse einzugehen. Nur die allgemeinsten Grundsätze!: Keine Nasse fällt vom Himmel. Sie unterliegt immer einem langsamen Entwicklungsprozeß, und dieser Prozeß ist an schwierige Voraussetzungen gebunden. Aus einer Familie allein geht keine Rasse hervor. Ihre erste Voraussetzung ist nach Chamberlain charakteristische Blutmischung. Verschiedenartigkeit des Bluts ist erforderlich. Die Neurasse nimmt von jedem der Eltern einige charakteristische Züge an, und diese Züge sucht dann die Natur zu einem neuen Typus zu gruppieren. Zu große Gleichartigkeit des Bluts wirkt wie Jncest. Ihr Resultat sind Krüppel und Sieche. Aber anderseits — vermischen sich zu fern stehende Typen, so entstehen Bastardrassen. Der Grundzug des Bastards ist Mangel an innerer Harmonie und Gleichgewicht. Es scheint, als ob sich bei ihm die entgegengesetzten Züge der Eltern gleichsam gegenseitig ausheben: Die Bastardgeschlechter neigen zur Phystognomielofigkeit! — Das ist eins! Zweitens kann die Natur nur dann ihren Rassebildungsprozeß durchführen, wenn die Deszendenz aus den Mischehen wieder unter sich zusammenhält und sich systematische Inzucht zur Pflicht macht. Darnach ist also zur Rassebildung in erster Linie eine gleichzeitig eintretende größere Zahl von Mischehen erforderlich. Solche aber wird nur stattfinden, wenn in einem Lande zwei Völker völlig durch einander wohnen, ein nicht gerade häufiges Vorkommnis. Im Altertum fand dies oster statt, da die Eroberung damals eine größere Rolle spielte und immer darin bestand, daß die uxper tenthousands des besiegten Volkes fremden Eindringlingen den Platz räumten. Es handelte sich stets uni Depossedierung der Oberschichten, wodurch also ein neues Volkselement eingeführt wurde. In der Neuzeit sind wir für Neurassen auf Kolonialstaaten angewiesen (z. B. Creolen in Mittel-, Dankees in Nordamerika). Aber das sind nach Chamberlain die unerläßlichen Voraussetzungen der Rassebildung: Charakteristische Blutmischung und Inzucht der Deszendenz! Beobachtet die Deszendenz diese Beschränkung nicht, so giebt die Natur ihren Neubildungsversuch auf. Dann verlieren sich ebenfalls die charakteristischen Züge. Das Proletarierhafte gewinnt die Oberhand. Es entsteht ein Mestizengeschlecht, auf welches Chamberlain den Spruch anwendet: Crossing obliterates charakter: Kreuzung d. h. zu frühe Kreuzung, bei noch ungefestigtem Rassenthpus verdirbt den Charakter, oder richtiger: Seele und Leib?) Die Aufrechterhaltung des reinen Blutes, die Beschränkung des connubium ist stets eine Aufgabe, die an die seelische Kraft die stärksten Anforderungen stellt. Der Urgrund der Rassenentstehung ist in besonderer Seelenanlage zu suchen, also *) Unter diesen Umständen kann „Rasse" unter den Menschen nie Regel, sondern immer nur Ausnahme sein. Das Proletariat ist immer die unendliche Majorität. Aber diese Minorität der Raffeelemente, die sich in einem Volke befinden, genügt, um in ihm die Harmonie aufrecht zu erhalten, — was der Individualismus nicht vermag. Zu einem harmonisch konstruierten Volke gehören dreierlei Elemente: Festgelegte Rasse, werdende Rasse, Rasselosigkeit. Im großen und ganzen decken fich diese -Begriffe mit Adel, Mittelstand und Proletariat.