Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Entstehung des Juden.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Unter Rasse versteht Chamberlain, und wir mit ihm, die in einem Volke verbreitete Fähigkeit, wonach das einzelne Mitglied des Volkes den Grundstock seines Wesens in körperlicher und geistiger Beziehung auf seine Nachkommen überträgt. Die Rasse macht den Menschen von Generation zu Generation unveränderlich. Bei den europäischen Völkern ist der Rassenbildungsprozeß wie gesagt noch nicht abgeschlossen. Am weitesten stnd die Engländer, deren Rassekraft sogar den Hebräern imponiert. Bei den anderen Völkern ist der Prozeß ständeweise verschieden vorgerückt. Bei uns Deutschen z. B. ist ein großer Teil des Adels „reine Rasse", d. h. überträgt seine Eigenschaften mit Sicherheit auf seine Nachkommen. Ebenso in vielen Gegenden (3. B. in Niedersachsen und Westfalen) der Bauernstand, dagegen ist der Typus des Bürgertums ein unsicherer. Er scheint sich zu entwickeln, ist aber mit Sicherheit noch nicht zu konstatieren. Und das eigentliche Industrie- Proletariat ist gänzlich ohne Typus, infolge davon also ein politisch wertloses Element. — Eine solche ständeweise Verschiedenheit der Rasfeentwicklung giebts beim Hebräer nicht. Hier ist alles fester Typus, vom Kommerzienrat bis zum Schnorrer. Der Hebräer hat kein Proletariat in unserem Sinne. Das Rasseprinzip umfaßt jeden Hebräer mit eisernen Banden und Zwingt ihn seinen Privatwillen einem SLammeswillen unterzuordnen. Alles ist bei ihm solidarisch, daher tritt das ganze Judentum wie ein Mann für diejenigen seiner Mitglieder ein, die nach arischem Strafgesetzbuch Verbrechen begangen haben. Daher ist aber auch der einzelne Jude, der es wagt, dem Rassewillen entgegen zu treten, schutzlos verloren. An Stelle dessen, was wir Willensfreiheit nennen, tritt der Rassewille, Chamberlain sagt, wie eine Schicksalsgöttin, eine Tyche, die den Einzelnen auf seinem Lebenspfade hält und behütet. Derartiges sehen wir ja auch beim Adel. Der historische Kampfesmut des preußischen Junkers ist so ein Stück Rassewillen. Ganz besonders aber zeigt sich der Rassewille beim Juden entwickelt, so weit, daß eigentlich ein Einzelwille, eine sittliche Verantwortlichkeit des einzelnen Juden nicht existiert. Darin liegt das Geheimnis seiner Macht. —i) Es ist nützlich sich zu vergegenwärtigen, wie sehr sich Chamberlain schon mit diesen Gedankengängen gegen die hergebrachte Anschauung versündigt. Unfern Liberalen sowohl wie unseren „Positiven" ist „Rasse" ein unbequemer Begriff, der ihre Zirkel stört. Rasfenantisemitismus treiben ist in den Augen unserer Bildungsphilister noch einen ganzen Grad schlimmer als Antisemit im allgemeinen sein. Ueber alle Maßen ketzerisch erscheint allen diesen Leuten die Anwendung des Begriffs „Rasse" gerade auf den Hebräer. Mein Gott, der Jude wohnt seit zwxi Jahrtausenden in unserer Mitte, schreibt unsere Zeitungen, kauft unsere alten Hosen, diskontiert unsere Wechselchens, bewährt sich in unseren Kriegen als Held und spricht — wunderschön — unsere Sprache. Also — ist er Deutscher wie wir, daß er sich abschlösse, ist eine gehässige Fabel. Wir müssen ihn nur rückhaltslos als Gleichberechtigten in unsere Mitte aufnehmen. In ein „paar Generationen" wird dann jeder Unterschied verschwunden sein. — In schroffem Gegensatz hierzu sagt Chamberlain, daß nicht wir uns gegen den Juden abschließen, sondern — der Jude gegen uns! Sein höchstes Prinzip sei, daß „der heilige Samen nicht gemein werde". Mit der zähesten Konsequenz arbeite der Jude an der Zertrümmerung aller anderen Rassen. Unser Kriegszustand mit ihm sei ein ewiger. Während unsere Humanitätspäpste die *) Ich glaube daß Chamberlain, wenn er stets die Stärke des jüdischen Willens hervorhebt in Gegensatz zu seinem Intellekt, damit eben den „Rasse-Willen" meint. — Ganz klar spricht er dies nicht aus.