Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Entstehung des Juden.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 man weiß bei den meisten nicht, ob man nicht das Werk eines vielleicht nahe verwandten Volkes damit herabsetzt. — Oder seine Geschichte: Nun, er hat die Nationalgeschichte von ihm fremden Völkern, besonders des israelitischen, annektiert, bei dem er ein Jahrtausend lang Gastrecht genoß. In späteren Jahrhunderten wird er unsere deutsche Geschichte in derselben Weise annektieren. Dann werden Karl der Große und Rotbart jüdische Könige, Luther ein Prophet des alten Bundes, Goethe ein mauschelnder Dichter und Beethoven und Wagner hebräische Assaphs. Warum nicht? Jetzt glauben wir, daß Heldenstguren wie Gideon, Simson und Saul^) Juden gewesen sind. Warum sollten unsere Nachkommen in 2000 Jahren klüger sein in Beziehung aus unsere Zeit? — Darnach braucheich aus Judas „Nationalhelden" wohl nicht mehr näher einzugehen. Manche darunter würde man dem Juden herzlich gern gönnen, vor allem den König-Psalmsinger. Aber leider Gottes ist sogar dessen Judentum schon zweifelhaft.-) Es ist sehr wahrscheinlich, daß der bräunliche (soll wohl heißen „blonde") Sohn Jsais ein „Amoriter" war. Die in Kanaan hausenden „Amoriter" wie Luther sie nennt, „Amaur" wie die Aegypter, „Marin" wie die Alt-Babylonier sagen, scheinen aber positiv ein arischer Stamm gewesen zu sein, wenigstens sehen sie auf den ägyptischen Wandgemälden aus wie kühne Alt-Nordische-Recken, die nur durch ein Versehen in das orientalische Völkergewimmel geraten sind. 3) Aber die Sprache des Juden, die ist doch sein Eigentum, das heilige Hebräisch das unsere Theologen so hoch verehren? Irrtum, lieber Freund, unsere Theologen wiffen gar nicht was sie thun. Der Jude hat heutzutage keine eigene Sprache und hat auch, in historischen Zeiten wenigstens, nie eine gehabt. Er eignet sich die Sprache jedes Volkes an, bei dem er Gastrecht genießt. Das Hebräisch ist gerade die uralte Kultursprache jener stolzen, amoritischen Reckennach den Wortwurzeln zu urteilen ein arisches Idiom mit ganz auffallender Verwandtschaft zum Alt-Nordischen, aber natürlich durch den mehrtausendjährigen Umgang mit den Orientalen stark überorientalistert. Die große Masse der Juden hat wohl kaum je hebräisch gelernt. Denn die herrschende Sprache im Orient war schon zu Abrahams Zeit das Aramäische, die Sprache der Syrischen Bevölkerung von Damaskus, die auch das Amoritische so sehr zum Absterben gebracht hatte, daß zu Mosis Zeiten wahrscheinlich auch die Reste der Amoriter ihre eigene Sprache nicht mehr redeten, und dieselbe eine todte Sprache, eine Art Latein wurdet) 1) Siehe „Juda und Israel" im Jahrbuch von 1897. 2) In „Juda und Israel" habe ich ihn S. 69 als waschechten Hebräer hingestellt. Aber neuere Schriftsteller stnd anderer Meinung. Auf diesem Gebiet bringt jeder Tag neue Thatsachen ans Licht und damit neue Auffassungen. 3) Nach den Ausgrabungen (bes. v. Flinders Petrie) haben sie schon tausende von Jahren in Kanaan gewaltet, ehe der erste Hebräer dahinkam. Auch die Keilschristurkunden Babyloniens bekunden, daß man am Eusrat schon um ca. 4000 v. Chr. mit den Martu verkehrte und Krieg führte (z. B. König Sargon v. Akkad). Es scheint sogar, als ob die Zivilisation Syriens der Babylonischen voranging. — Zur Zeit Abrahams und erst recht 800 Jahre später, zur Zeit Mosis, war ihre weltgeschichtliche Rolle schon so ziemlich ausgespielt. Sie hausten damals nur noch zerstreut in Kanaan als aristokratische Großgrundbesitzer. Abraham ruft sie z. B. zu Hilfe, wie er seinen bekannten Feldzug gegen den Perserkönig Kedor Lagomar Plante, den er mit seinem Gesindel allein natürlich nicht wagen konnte. Im Lande wurden sie damals höchst respektvoll angesehen, man nannte sie die Riesen und schrieb ihnen Zauberkünste, d. h. also große wissenschaftliche Kenntnisie zu, bewahrte auch ihre Waffen und Gerätschaften als merkwürdige Reliquien auf. Dieser amoritische Adel muß sich immerhin noch lange lebenskräftig behauptet haben und wie gesagt, das Königshaus der Davididen ist wahrscheinlich aus ihm hervorgegangen. *) Nur in einigen Thälern von Galiläa scheint sie sich erhalten zu haben. Christus als Galiläer hat wahrscheinlich gerade hebräisch, nicht aramäisch gesprochen, deswegen wird er als 12 jähriger Knabe rm Tempel von den Priestern verstanden, die eben auch alle „Latein" konnten. Aramäisch lernte denn