Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Entstehung des Juden.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Entstehung des Inden. Vom Verfasser des „Meister Josephus". Zivilisation ist Genießen und Streben. Man eignet sich fremde Kulturleistungen an zur Benutzung und man schafft aus eigener Geisteskraft zum vorhandenen Grundstock neue hinzu. Ohne eigene geistige Produktivität bleibt ein Volk nicht zivilisiert. Speziell wir Deutschen sind stark im Entlehnen: Wir holen unser Brot aus Rußland, unser Fleisch aus Amerika, unsere Moden aus Paris, unsere Staatseinrichtungen aus England, unsere Kunst aus Hellas, unser Recht aus Rom, unsere Religion (wie man wenigstens meint) aus dem Orient. Aber man' wird uns die Gerechtigkeit widerfahren lassen müssen, daß wir das Fremde nicht bloß mechanisch annehmen, sondern unsererseits zu verarbeiten und soweit es geistige Leistungen sind, erst noch durch die Retorte unseres eigenen Geistes hindurchzutreiben suchen. Wir benutzen es als Notbehelf, so lange, bis unsere eigenen Kräfte entwickelt genug sind. Würden wir auf solche Entwickelung nicht bestimmt rechnen können, so würden wir auch nicht im stände sein, das Entlehnte festzuhalten, und im Verlauf einiger Generationen wieder entziviliflerte Barbaren werden. — An unserem Herde wohnt das Volk der Hebräer. Aeußerlich macht dasselbe im ganzen einen ebenso zivilisierten Eindruck wie wir, vielleicht einen noch zivilisierteren, wenn dieser Eindruck etwa nach der Eleganz der Toilette bemessen wird. Der ungeheuere Unterschied zwischen uns und „unsere Lait" ist ein innerlicher: Der Hebräer ist jeder eigenen geistigen Leistungsfähigkeit, jedes produktiven Gedankens vollständig bar. Aber er ist ein unerreichter Virtuose im Entlehnen. Er hat sich von allen Kulturvölkern der Welt äußerlich ihre Kultur angeeignet und dies Geschäft schon seit Jahrtausenden immer mit gleichem Erfolge betrieben, ohne selbst etwas hinzuzuthun. Trotzdem sinkt er nie, wie wir Deutschen in gleicher Lage es ganz sicher gethan hätten," in den Zustand des Wilden hinab. Dieser Unterschied Zwischen uns und ihm macht den Hebräer zu einem Naturwunder der unheimlichsten Art. Sogar ihm selbst ist seine geistige Unfruchtbarkeit sehr unbehaglich. Er hat sie, so lange er als Gast bei fremden Völkern weilt, zu vertuschen gesucht und fremde Federn häufig mit großem Geschick für die seinigen ausgegeben. Auch hat man ihm lieber seine Unwahrheiten geglaubt, als daß man sich hätte entschließen können, ein solches Naturwunder anzunehmen, wie es ein Volk, das Jahrtausende lang zivilisiert bleibt ohne eigene schöpferische Begabung, darstellen würde. Aber man ist doch allmählich hinter seine Schliche gekommen, die wissenschaftliche Forschung hat zu viel Licht verbreitet. Allmählich wissen wir, daß der Hebräer in viel weiterem Grade als wir je für denkbar hielten, mit Entlehntem wirtschaftet. Zieht man von seiner Persönlichkeit das Entlehnte ab, so bleibt als „Eigenes" so gut wie nichts übrig. Man nehme seine Litteratur: Das Wertvolle von ihr steckt im Alten Testament: Aber dieses ist zuammengeplündert aus den geistigen Schätzen der verschiedensten Völker und Zeitalter. Es ist sehr mißlich, über ein Buch desselben die Nase zu rümpfen. Denn