Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5668 = 1907/08
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
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Fast mitten auf dem Friedhof liegen zwei, sohn, der Kaufmann Veit ist dort bedie am 18. März 1848 gefallen sind, stattet. Ihr Freund Markus Herz, einer der beliebtesten Aerzte seinerzeit, schläft dicht daneben: ihm reiht sich Herz Beer, der Vater Meperbeers, und der Rechenmeister Abraham Wolf an, den Lessing im Sinn hatte, als er den Derwisch im „Nathan" schuf. Auch Beitel Ephraim, derHofjuwelier und Münz - Entrepreneur Friedrichs des Großen, fand hier sein Grab. Die Ephraimsthaler,auch Ephraimiten oder Blechkappen genannt, machten ihn zuerst bekannt. In seiner Näheist Daniel Jtzig, „der reichste Mann seiner Zeit", bestattet; er soll auch gesenkt, die aber vor mehr als zweiein sehr guter und humaner Mann hundert Jahren Wien und die öftergewesen sein. Zwei seiner Töchter verreichischen Erblande verlassen mußten. Der große Kurfürst gewährte ihnen ein neues Heim. Fast inmitten des Friedhofs wurde ihnen das letzte Heim bereitet, und berühmte Männer liegen wie im Kreise um sie herum. Da ruht MosesMendelssohnnebstseinem Lehrer Rabbi Fränkel, dem zu Liebe er von Dessau nach aus dem Friedhose vor dem Schönhauser Berlin gewandertkam. Auch sein Schwieger- Tore, in der Nähe ihres Schwagers David Eingang zum Friedhof Weißensee (aus der Vogelperspektive). mahlten sich nach Wien: die eine wurde Baronin Eskeles, die andere Baronin Arnstein. Die dritte Tochter hatte aber hier in Berlin gelebt, wo sie sich hoher Achtung erfreute: FrauSaraLevy, welche im Mai 1854, 93 Jahre alt, gestorben und in ihrem Erbbegräbnisse und dicht daneben wurde 8 Opfern der letzten Kriege die Gruft bereitet. Jetzt wo nur noch wenige aus diesem Friedhof bestattet werden, ist es dort still und stiller geworden. Fast still und einsam wie auf dem alten jüdischen Friedhof, den man durch ein Haus in der Großen HamburgerStraßebetritt. Als jener eröffnet war, wurde dieser geschloffen: ein kleiner, schattenreicher, von Käfern und Libellen umschwirrter Platz. Der älteste Stein zeigt die Jahreszahl 1672. In diese Erde wurden die Vertriebenen iw* MfW.MiW Grabmal des Major Burg Friedhof Schönhauser Allee. 127