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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1907-01-01 · 5668 = 1907/08 · p. Seite 128

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Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5668 = 1907/08
Date
1907-01-01
Page
Seite 128 (sequence 137)
Language
German
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…/10622931-10623253--334-10623066
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Friedländer, eines gleichfalls sehr verdienten Mannes, beerdigt ist. Ihr und Ihres Gatten Salon (sie war seit 1806 Witwe des Banquiers Samuel Salomon Levy), der sich den bedeutendsten ihrer Zeit öffnete, genoß einen weit über Berlin verbreiteten Ruf. Mozart (Mai 1789) und Beethoven (1796) entzückten dort die Hörer durch ihr Spiel und auch Frau von Schiller war demselben nicht fern geblieben. — Unter den berühmten Männern, welche dort ruhen, wäre unter andern noch der Mathematiker Meyer Hirsch zu nennen, welcher in Geiftesnacht starb, weil man ihm jede Staatsanstellung grundsätzlich verweigert hatte. Ergebnisse der Dolkszäblung von 1905 in Württemberg Die Zahl der Juden in Württemberg betrug absolut in Proz. d. Gesamtbev. 1832 10670 0,67 1846 12356 0,71 1858 11088 0,66 1864 11610 0,66 1871 12245 0,67 1880 13331 0,67 1890 12639 0,62 1900 11916 0,55 1905 12053 0,52 Der kleinen absoluten Zunahme der Juden von 1900 bis 1905 steht also eine relative Abnahme gegenüber. Es betrug von 1900 bis 1905 die Vermehrung bei den Evangelischen 5,71 Proz., bei den Katholiken 7 Proz., bei den Israeliten 1,15 Proz. Die Mitteilungen des Königl- Statist. Landesamts in Stuttgart bemerken hierzu: Die Israeliten, wohl der beweglichste Teil der Bevölkerung, haben sich seit 1890 erstmals wieder in Württemberg (si-137) etwas vermehrt. Dieses Anwachsen ist aber auf die großen Gemeinden des Landes beschränkt: in den 37 Gemeinden des Landes mit je über 5000 Einwohnern saßen 1900 6668 von 11916 gezählten Israeliten; in den 41 derartigen Gemeinden am 1. Dezember 1905 aber von 12053 7631. Demnach fanden sich in den Gemeinden mit je unter 5000 Einwohnern im Jahre 1900 noch 5258, im Jahre 1905 nur noch 4422 Israeliten. In den Orten mit der größten Zahl von Juden stellten sich die Zahlen wie folgt: Stuttgart (neuem 1900 1905 Zunahme oder 1900 1905 Umfangs - . 3500 3895 Z- 395 Heilbronn . 815 872 st- 57 Ulm .... . 609 613 + 4 Laupheim - - . 443 413 30 Die drei größten Gemeinden des Landes beherbergen also nunmehr beinahe die Hälfte 128 aller Israeliten, die Zunahme derselben in den 3 Städten von 1900 bis 1905 betrug 456, im Landesreste dagegen (alle übrigen Gemeinden zusammen) die Abnahme 319. Die schon früher in Württemberg und sonst beobachtete Erscheinung des Zuges der Israeliten nach den größeren Städten zeigt sich also auch von 1900—1905 in Württemberg. Die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 in Duden Die Zahl der Juden betrug in Baden im Jahre in absolut. Zahlen in Proz. der Gesamlbev. 1870 25 703 1,76 1880 27 278 1,74 1890 26 735 1,61 1895 25 903 1,50 1900 26 132 1,40 1905 25 893 1,29 Sie hat sich also von 1900 bis 1905 vermindert, während die Gesamtbevölkerung von 1867 944 auf 2 010 728 Seelen gestiegen ist. Die Folge ist, daß der prozentuale Anteil der Juden von 1900 bis 1905 von 1,40 Proz. auf 1,29 Proz. gesunken ist. Die jüdische Bevölkerung konzentrierte sich hauptsächlich im Landeskommissariate Mannheim, in welchem die Stadt Mannheim allein unter 163 693 Einwohnern 5 998 — 3,66 Proz. Juden zählte. Außer Mannheim haben noch mehr als 500 Juden die Orte Gesamtbevölkerung Juden Konstanz 24807 583 Gailingen 1655 572 Freiburg 74 098 1122 Bruchsal 14 931 724 Karlsruhe 111 249 2 850 Pforzheim 59 389 660 Heidelberg 49 527 997 Insgesamt wohnen also 13506—52,16 Proz. aller badischen Juden in den 8 Orten, in denen sich mehr als 500 Juden befinden. Bemerkenswert ist die hohe Zahl der Juden in der kleinen Ortschaft Gailingen, wo sie über ein Drittel, nämlich 34,56 Proz. der Gesamtbevölkerung ausmachen.

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