Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5668 = 1907/08
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 134)
- Language
- German
- Belongs to
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…/10622931-10623253--331-10623063- Visual Library
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Die alten jüdischen Friebböfe in Berlin Am 9. September des Jahres 1880 fand die feierliche Einweihung des jüdischen Friedhofes in Weißensee statt, amgleichenTage wurde der Friedhof vor dem Schönhauser Tor geschlossen. Nur wer sich ein Plätzchen „reservierte" oder ein Erbbegräbnis besaß, wurde und wird noch in diese Erde gebettet. Vor 90 Jahren wurde diese Pforte am Schönhauser Tore den ersten Toten geöffnet. Die Namen an den Steinen sind den Seiten eines Stammbuches gleich. Diese und jene Seite wird nur flüchtig betrachtet, während ein Blick auf die nächste Seite die Erinnerung an edle Taten weckt. An der Mauer, die sich zur Linken der Bethalle erstreckt, ruht Israel Jacobsohn. König Jerome ernannte ihn zum Präsidenten des Konsistoriums, welches die bürgerlichen und religiösen Angelegenheiten der Juden ordnen sollte. Bis zu seinem Tode 1882 hat Jacobsohn für seine Brüder gewirkt; ihm ist die Verbesserung des Schul-und gottesdienstlichen Wesens, die Abschaffung des Leibzolls in einigen Gegenden und die Stiftung des Waisenhauses in Seesen am Harz zu danken. In seiner Nähe schläft Meno Burg, Artilleriemajor u. Lehrer an der Kriegsschule, 1855 gestorben, seine Schülerbewahrten ihm die größteDankbarkeit. Er war dereinzigeJude, der es zu dieser Stellung im Heere brachte. Treu seinem Glauben, verweigerte er den Uebertritt zum Christentume, als ihm unter dieser Bedingung eine höhere Stellung geboten wurde. Unfern davon ist das Erbbegräbnis der Familie Beer. Eine Tafel in der Mitte erinnert an Michael Beer, den Dichter des „Struensee", der in München be- Grabmal von MoseS Mendelssohn, Friedhof Gr. Hamburgerstr. . Tt-*, ' 125