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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1907-01-01 · 5668 = 1907/08 · p. Seite 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5668 = 1907/08
Date
1907-01-01
Page
Seite 38 (sequence 47)
Language
German
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rein von jüdischem Geiste getragen sind, sondern auch alle, jüdische Probleme behandelndeSchriften, hierher gezählt werden. Wir beginnen mit den wichtigsten Erscheinungen der jüdischen Wissenschaft. Noch immer ruht der Streit um die archäologische Quellensrage Bibel-Babel nicht. Auch dieses Jahr wurden eine Anzahl diesbezüglicher Schriften publiziert, von denen besonders Professor Eduard Königs Streitschriften gegen Friedrich Delitzsch genannt seien. Ganz besonderes Aufsehen erregte in der deutschen Gelehrtenwelt vor kurzem ein Streit über die Bedeutung und Auf- Prof. Steinschneider. gaben jüdischer Wissenschaft, insbesondere über die Errichtung von Lehrstühlen für dieselbe an deutschen Universitäten. Anlaß dazu gab eine Polemik zwischen Rabbiner Dr. Perles und Professor König über jüdische Wissenschaft. Elfterer behauptete die Zurücksetzung derselben, während König auf das eifrige Studium der hebräischen Philologie an den Hochschulen Deutschlands hinwies. Einer der eifrigsten Vorkämpfer für die Errichtung von jüdischen Lehrkanzeln an den Hochschulen ist Dr. Ziegler, Rabbiner in Karlsbad. Die eifrige Beschäftigung mit der Bibel, insbesondere die Exegese derselben, läßt alljährlich eine Fülle von Werken entstehen, die nur zum wenigsten hier genannt werden können. Eine große Ausgabe der Septuaginta nach dem Texte des Codex Vaticanus liegt in ihren ersten Bänden vor. Cornill hat einen Kommentar zu Jeremias geschrieben, der viele dunkle Stellen erhellen wird. Sowohl Protestanten wie Juden haben eine Anzahl kleiner oder größerer Schriften über Jeremias veröffentlicht. Die Propheten hat Binet Sauplö nach der psychologischen Seite behandelt, Hugo Winkler schrieb zahlreiche Arbeiten über den alten Orient, etc. etc. Dazu kommen die vielen Neuausgaben der Bibel mit ihren verschiedenen Lesarten. Hermann HeijermanL. Die Bibelforschung hat auch eine Menge populärer Schriften erzeugt, deren Zweck die zusammenfassende Darstellung des prähistorischen Materials nach literarischen und textkritischen Gesichtspunkten ist. Hier wäre zunächst Karl Buddes verdienstvolle Arbeit über die „Geschichte der biblischen Literatur" zu nennen, die als eine Publikation sich der Sammlung der Literaturen des alten Orients angliedert. Als Schrift eines protestantischen Gelehrten ein im allgemeinen gerechtes Werk, das nahezu einwandfrei und ohne den Versuch der Glorifizierung des Christentums die einzelnen Teile der Bibel wiedergibt, verdient es

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