Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5668 = 1907/08
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 42)
- Language
- German
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des Mandatsbesitzstandes der Deutschen und Czechen z. B. in Mähren, die Juden zum Anschlüsse an eine dieser Nationalitäten ökonomisch zwingt und sie infolgedessen dem Boykotte des Gegners aussetzt. Die Unklarheit der jüdischen Verhältnisse wird wohl am bestem aus der Tatsache hervorgehen, daß in Wien einem Christlichsozialen vier jüdische Kandidaten nur Hypothesen zuläßt. — Die Unabhängigkeitspartei in Ungarn ist so sehr von reaktionärem, chauvinistisch nationalem und klerikalem Geiste durchtränkt, daß von Toleranz gegenüber den Juden kaum die Rede ist, wiewohl 17 Juden im Abgeordnetenhause sitzen. Die Kämpfe zwischen Orthodoxen und Neologen dauern im jüdischen Lager fort. Die letzten Jahre Slli _ V-, >‘t. Die russischen Waisenkinder in den Auswandererhallen der Hamburg-Amerika-Linie und die Mitglieder des Komitees. Siegmund Bergel. Paul Nathan. Paul Laskar. Dr. Kahn. Berta Pappenheim. gegenüberstanden. Erfreulich sind die Selbstständigkeitstendenzen der galizischen Juden, die allmählich ihr Verhältnis zum Polenklub aufgeben, der sie eigentlich nie sehr schützte. Nicht nach der Zahl der Mandate, sondern nach den moralischen Erfolgen muß man diese Politik messen. Die Kämpfe der österreichischen Juden um die Gleichberechtigung sind noch vermutlich für lange Zeit Probleme der Zukunft. Ueber diese zu reden, kannn man sich -umsomehr versagen, als die schwankende Praxis hier haben die volle Separation der Orthodoxen als „Ungarländische autonome orthodoxe Konfession" gebracht, an deren Spitze ein Zentralausschuß steht. Orthodoxe wie Neologen befinden sich auf dem Standpunkte des exklusiven magyarischen Nationalismus, eine Tatsache, die ihnen vielfachen Haß zuzieht. Das winzige Bulgarien, eine geistige Schwester Rumäniens, beginnt jetzt vielfach antisemitische Anwandlungen zu zeigen. Zwar sind diese noch latent, 3 33