Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- Fragment Nr. 2 Einzelnummer = Pariser Ausgabe (17.3.1939)
- Date
- 1939-03-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr. 2, 17.IIL1939 Palästina-Chronik Das Budget der Munizipalität Tel-Aviv Die Regierung hat sich an die Munizipalität in Tel-Aviv gewandt mit der Bitte, ihr so rasch wie möglich den Budgetvorschlag für das Jahr 1939/40 vorzulegen. Der Stadtrat von Tel-Aviv hat mit der Beratung bereits begonnen und beabsichtigt, die Bearbeitung des Budgets in einer Reihe fortlaufender Sitzungen möglichst bald zuende zu führen. Man will dieses Jahr vermeiden, was früher häufig der Fall war, dass nämlich die Bestätigung des Budgets erst zu Ende des laufenden Jahres stattfindet. Die Amtszeit des gegenwärtigen Stadtrates läuft Ende 1939 ab. Um die Wahl für die nächste Periode vorzubereiten, hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung eine Kommission eingesetzt. Nach langen Verhandlungen und Vorbereitungen hat der Stadtrat in Tel-Aviv in seiner letzten Sitzung beschlossen, sich mit der Forderung an den High Commissioner zu wenden, Tel-Aviv entsprechend der Verordnung für die „Knesset Israel“ als eine „Jüdische Stadt“ zu proklamieren. Damit würde eine Einigung der Stadtverwaltung und der Gemeindeverwaltung in Tel-Aviv zustande kommen, die seit längerer Zeit geplant und jetzt in ihren Einzelheiten durchberaten ist. Bei der Neuregelung würde der Stadtrat von Tel-Aviv die Funktion, die bisher die Gemeinde erfüllt, übernehmen und besondere Kommissionen für religiöse und soziale Funktionen schaffen. Man hofft, dass die Neuordnung vom 1. 4. an durchgeführt werden kann. . Mieterschutz in Tel-Aviv nur für Läden u. Gewerberäüme Nachdem wegen der aus der Wohnungsknappheit resultierenden Steigerung der Mietpreise in Tel-Ayiv um die Erweiterung des bestehenden Mieterschutzgesetzes, das z.Zt. für Läden, nicht aber auch für Prdvatwohnungen gilt, gekämpft worden war, und die Munizipalität einen Beschluss für die Erweiterung des Gesetzes angenommen hatte, hat die Regierung dennoch in der „Official Gazette“ eine Verordnung erlassen, die das Gesetz in seiner vorigen Fassung, also mit Ausschluss von Privatwohnungen belässt. In Ha i f a umfasst das Gesetz auch Läden und Gewerberäume. Das Budget der Stadt Jerusalem In der vorigen Woche fanden zwei Sitzungen des Jerusalemer Stadtrates unter Beteiligung des englischen District Commissars statt, in denen das Budget für das kommende Jahr beraten wurde. Die Einnahmen für das nächste Jahr werden auf LP. 127.289.— geschätzt (im Vorjahr LP. 117.000.—). Das Ausgaben-Budget wurde auf LP. 129.382.— festgesetzt (im Vorjahr betrugen Schätzung £P 121.000 — und faktische Ausgaben 140.000.—). Die Wache auf dem Tempelplatz In einer Radio-Meldung aus London wird darauf hingewiesen, dass einzelne Terrorakte, die noch immer in Jerusalem trotz aller Vorsichtsmassregeln Vorkommen, es notwendig machen, dass die Heiligen Stätten besonders bewacht werden. Vor kurzem wurde ein Prediger der Aksa- Moschee in Jerusalem ermordet und britische Truppen, die ausserhalb des Tempelplatzes stationiert waren,; wurden von der Innenseite des Tempelplatzes aus unter Feuer genommen. Auch heute sind keine britischen Truppen im'Tempelbezirk stationiert. Dagegen war es notwendig, bei den religiösen Instanzen des .Tempelplatzes die Erlaubnis zu erwirken, eine kleine Polizeistation in unmittelbarer Nähe des Haram zu stationieren., Diese Station wird von moslemischen Polizisten, die auf dem Tempelplatz Dienst haben und von britischen Polizeibeamten, die die Aufsicht führen, benutzt. Es wird streng darauf geachtet, dass die Polizisten, sowohl Engländer wie Araber, die Regeln beachten, wie sie die Heiligkeit des Tempelplatzes erfordert. Während der Freitag-Gebete werden alle Polizisten zurückgezogen. Niemals haben englische Soldaten irgend eine Moschee in Jerusalem innerhalb und ausserhalb des Tempelplatzes besetzt. 170 000 Identitätskarten ausgegeben Nach einem Bericht der zuständigen Regierungsstelle sind bisher insgesamt 170 000 Identitätskarten in Palästina ausgegeben worden, davon 90 000 an Araber, 76 000 an Juden, 4000 an Mitglieder anderer Nationen, Engländer usw. Orangen-Export Seit dem Beginn der Saison bis zum 7. 3. wurden 10,491.111 Kisten ins Ausland verschickt. In der vorigen Saison waren es in. dieser Zeit 8 798 718 Kisten. Davon gingen durch den Hafen von Tel-Aviv 1,412.699 Kisten (im Vorjahr 610.895). Ungewöhnlich starke Regengüsse In der letzten Woche des Februar und in der ersten des März gingen in Palästina, insbesondere in der Küstengegend ungewöhnlich starke Regengüsse nieder. In den niedrig gelegenen Vierteln von Tel-Aviv befürchtete man von neuem Ueberschwemmungen, wie sie Anfang dieses Winters vorkamen. Die Verbindungen nach dem Norden konnten dank der guten Wegreparaturen des letzten Jahres aufrecht erhalten werden, jedoch wurde die Verbindung zwischen Petach Tikwah und Ras-el-ajn zeitweise unterbrochen. Hagelschauer in der Küstenebene verursachten der Orangenernte, die jetzt vor dem Abschluss steht, gewissen Schaden. Während in früheren Jahren bei starken Winterregen die Siedlungen im Emek Chefer oft tagelang abgeschnitten waren, erwiesen sich die Chaussee* dieses Jahr trotz der starken Regenfälle als gebrauchsfähig. Nur im Süden des Landes wurden die Wege nach Aegypten unbefahrbar. Ausbau der Autostrasse Cairo—Jerusalem Die ägyptische Regierung hat einen Kredit von £ 160 000 für den Bau einer militärischen und Handelsstrasse zwischen Aegypten und Palästina ausgeworfen. Während bisher die Verbindung zwischen Palästina und Aegypten hauptsächlich durch die Eisenbahn hergestellt wurde, soll jetzt eine Autostrasse von Suez über die Si n a i-Ha 1 b i n s e 1 bis an die palästinensische Grenze laufen. Das palästinensische Radio berichtet über Verbesserungen des Weges auf der palästinensischen Seite und erhofft von der verbesserten Chaussee eine Ausdehnung des ägyptischen Touristenverkehrs nach Palästina. Jüdische Fischerei Vor sechs Monaten wurde in Palästina ein Verband jüdischer Fischer gegründet, der heute mehr als 200 Mitglieder umfasst, die in 15 Gruppen organisiert sind. 10 Gruppen arbeiten an der Küste von Tel-Aviv, 5 Gruppen an der Küste von Haifa. Der Verband richtet für seine Mitglieder Kurse Der KKL wirtschaftlich gesehen Von Ernst Kahn Usstschkin würde vermutlich lachen, wenn man den KKL als ein wirtschaftliches Unternehmen . bezeichnen würde, und er hätte völlig recht; denn der KKL ist von ihm und den anderen Vätern natürlich als ein Instrument nationaler Politik gedacht: Aufkauf von möglichst grossen Bodenflächen für das jüdische Volk „Befreiung des Bodens“. Und trotzdem ist es erlaubt und reizvoll, den KKL einmal als wirtschaftliches Gebilde anzusehen. Denn immer mehr und mehr gewinnt er auch unter diesem Gesichtspunkt an Bedeutung: er ist heute fraglos die reichste Institution im Land, denn er ist bei weitem der grösste Bodenbesitzer, und er hat in dieser' Beziehung bereits die Rotbsehild’sche „Pica'’ übertroffen, namentlich seitdem in den letzten Monaten trotz der unvorstellbaren Schwierigkeiten der Besitz rasch erhöht worden ist und hoffentlich in wenigen Jahren 500 000 Dunam erreichen wird. Die Spenden-Einnahmen steigen dank der immer wachsenden Popularität und betragen zurzeit etwa 450 000 Pfund im Jahr. Mit der Zunahme der Besiedlung kommen allmählich auch schon die Einnahmen aus Pacht in Frage. Obwohl der KKL namentlich auf die schwer kämpfenden landwirtschaftlichen Siedlungen die grösste Rücksicht nimmt, hat er immerhin schon Pachteinnähmen von 10 000 Pfund; und er rechnet damit, dass in wenigen Jahren, namentlich wenn die halb-städtischen Ansiedlungen in der Haifa-Bay konsolidiert sein werden, diese Einnahmen etwa 40 000 Pfund betragen werden. So gross die Spenden-Einnahmen sind, so genügen sie nicht immer für die grosse Aufgabe des KKL: wenn sich Kaufgelegenheiten bietenj so muss zugegriffen werden, namentlich, wenn im Augenblick eine weitgehende Bodensperre droht. Darum hat der KKL in derartigen Zeiten immer vorgegriffen, d. h. er hat sich über die Spenden-- Einnahmen hinaus Gelder verschafft. Das geschieht auf zweierlei Weise, entweder durch kurz-, mittel- und langfristige Darlehen. Diese betragen zurzeit etwa £P 100 000 und werden gern gewährt, da der KKL als ein pünktlicher und gewissenhafter Zahler gilt. Gerade in diesen Tagen ist eine neue Art der Finanzierung durchgeführt worden. Anstelle der bisherigen kurzfristigen Wechsel — eine der gesuchtesten Anlagen in Palästina — hat die Anglo-Palestine Bank als die Haupt-Bankverbindung des KKL 5-jährige Sch atz Wechsel, die 51% Zinsen tragen, auf den Markt gebracht. Eine weitere und immer populärer werdende Form der Finanzierung des K.K.L. geschieht durch die sogenannte Leibrente, d.h. Juden in der ganzen Welt geben schon zu Lebzeiten ihr Vermögen oder einen Teil ihres Vermögens in den National-Fonds und dafür zahlt dieser für die Lebensdauer des Spenders ihm die entsprechende Rente. Diese Finanzierung hat für den K.K.L. den grossen Vorteil, dass er lediglich für eine beschränkte Zahl von Jahren eine Zahlung zu leisten hat, das Kapital ihm aber verbleibt und ohne Sorgen wegen Rückzahlungs-Verpflichtungen für Bodenkäufe verwendet werden kann. In den letzten Tagen hat sich nun der K.K.L. entschlossen, dieses Instrument der Leibrente dem jetzt in das Land kommenden Mittelstand aus Mitteleuropa dienstbar zu machen. In dem Wunsch, gerade älteren und mit beschränkten Mitteln ausgestatteten Einwanderern die Sorge um ihren Lebensabend zu erleichtern, gewährt er — wie wir bereits berichtet haben — diesen Menschen eine besonders hohe Leibrente, wobei er freilich pro Kopf höchstens £P. 700 Einzahlung annimmt. Die Hitachduth Olej Germania, welche die Anregung zu diesem wichtigen Schritt gegeben hat, wird die erforderliche Aufklärung den Interessenten zukommen lassen. Einstweilen ist diese Einrichtung nur für Einwanderer nach Palästina gedacht aber es ist denkbar, dass auch im Ausland lebende ältere Juden — nur für ältere Menschen rentiert sich die Einrichtung — vom K.K.L. berücksichtigt werden. Die hebräische Presse auf der Anklagebank Die Reihe der Tel-Aviver „Oeffentlichek Gerichte“, die stets ein grosses Publikum anziehen, wurde kürzlich mit einer Veranstaltung im „Ohel Shem“ fortgesetzt. In der diesmal gegen die hebräischen Tageszeitungen“ gerichteten Anklage wurde die Behauptung aufgestellt, die palästinensische Presse vermittle nicht in genügendem Masse ein Bild des in- und ausländischen Lebens und Geschehens; sie interessiere den Leser nicht genügend, denn das zur Kenntnis gebrachte Material und dessen journalistische Verwertung sei unzureichend und käme grossenteils aus „dritter Hand“; die freie Meinungsäusserung und Kritik werde unterdrückt, um parteiliche und personelle Interessen zu wahren. Als Veranstalter dieses „Schauprozesses“ zeichnete niemand anders als „Die Vereinigung der ‘palästinensischen Journalisten“ und nicht nur die beiden Verteidiger und einige ihrer Entlastungszeugen, sondern auch der Vertreter der Anklage selbst und ein Teil seiner Belastungszeugen sind bekannte Erscheinungen aus den Redaktionszimmern und personifizieren zu einem wesentlichen Teil eben „die palästinensische Presse“, gegen die hier so schwere Anschuldigungen erhoben wurden. Diejenigen Pressevertreter, die in dem Prozess nicht „beschäftigt“ wären, sassen am Journalistentisch und nahmen Protokoll auf. Man geht jedoch sehr fehl, wenn man glaubt, dass hier „Selbstdenunzianten“ eine gerichtliche Klärung verlangt hätten, um ihre blütenweisse Unschuld nur um so besser vor aller Augen darzutun. Die Plaidoyers und belastenden Aussagen Hessen nichts an Schärfe zu wünschen übrig: Die Nachrichten erschienen nicht rechtzeitig, seien ungenau, oft von Agenturen übernommen, deren tendenziöse Entstellungen bekannt seien. Man verlasse sich auf die Uebersendung von Communiques, deren Richtigkeit nicht nachgeprüft werde. Das Gebiet der „Reportage“ werde so gut wie gar nicht gepflegt. Es gäbe keine interessante Gerichts-Berichterstattung. Statt über die Tätigkeit der öffentlichen Institutionen, Aemter und der verschiedenen Parteien objektiv und, wenn es notwendig wäre, mit sachlicher Kritik das Publikum zu unterrichten, lasse sich die Presse von ihnen als williges Reklameorgan — für die jeweils vertretene Richtung — benutzen. Man sei im Auslande nicht durch eigene, vertrauenswürdige Berichterstatter vertreten (weder in Cairo, noch in London, noch in Spanien!). Es fehle an Leichtigkeit, Humor, Karikaturen (wobei an die Bedeutung des „Punch“ erinnert wurde) usw. Dem „einfachen Mann“, in dessen Namen zu sprechen der Vertreter der Anklage vorgab, mögen an diesem Abend die Augen aufgegangen sein, wie schlecht er bedient wird. Aber siehe, da steht der Verteidiger auf und fragt: „Womit füllen wir denn eigentlich die Spalten der Presse, wenn es angeblich alles nicht gibt? Wer hat denn in den letzten 17 Jahren — so jung ist die ganze „palästinensische Presse“ — im Kreise des Jischuw den Aufbau des Landes so gefördert wie wir? Wer hat für die hebräische Sprache und Kultur gekämpft? Wer hat das öffentliche Verantwortungsbewusstsein geweckt, zu Solidarität erzogen, die Bevölkerung orientiert? Wisst ihr denn nicht, mit welchen enormen Schwierigkeiten in unserem kleinen Land in dem drei Sprachen — oder noch viel mehr — herrschen, wir zu kämpfen haben? Haben wir denn die gleichen Mittel zur Verfügung wie die riesigen ausländischen Zeitungstrusts, die ihr als Masstab nehmt? Werden wir von Regierungen öder Banken subventioniert? Haben wir denn entsprechende Inseraten-Einnahmen? Ist es denn eine Schande, wenn wir uns durch Agenturen und den Radiodienst orientieren lassen? Bemüht sich denn die Einwandererschicht der letzten Jahre um das Verständnis des Textes, auch wenn wir ihn — wie für Kinder — schon punktieren, was uns siebenfache Kosten verursacht, wie als wenn wir für Erwachsene drucken könnten? Wir sollen Witz-Ecken einrichten in einer Zeit, in der das jüdische Elend in der Gola zum Himmel schreit, in der wir auf dem Hauptblatt fast jeder Ausgabe Trauerränder um die Namen von Gefallenen setzen müssen? Fahren unsere Reporter und Redakteure nicht tagtäglich unter Lebensgefahr durchs ganze Land trotz des geringen Honorars, das wir ihnen leider nur zahlen können? Haben wir keine anderen Sorgen als Sensationen und Scheidungsprozesse? Sind wir nicht abhängig von einer nicht jüdischen Zensurbehörde? Sind wir als Zentrum der Judenheit nicht so exponiert, dass wir manche erbitterten Diskussionen, die wir in vier Wänden führen, nicht vor aller Oeffentlichkeit austragen dürfen? Müssen wir nicht Aufgaben erfüllen, die in anderen Ländern von Fachzeitungen abgenommen werden, nicht für ein ganzes Land Lokalberichte bringen? Wie sähe denn unser Leben ohne unsere Presse aus?“ Und der „einfache Mann“ denkt: „Er hat ganz recht, und ich bestelle meine Zeitung doch nicht ab, schon — weil den anderen hebräischen Blättern die Anklage ebenso gilt (und auch die Verteidigung)“. Der „Prozess“ dauerte über drei Stunden und wurde nach der Beweisaufnahme und den Plaidoyers geschlossen. Einige Tage später erst wurde von der „Angeklagten“ in loyaler Weise das Urteil der Oeffentlichkeit zur Kenntnis gebracht. Es war weise, verneinte die Berechtigung der Anklage in zwei Punkten völlig und gab im übrigen — bezüglich der „Reportage“, der „Abhängigkeit von Partei-Interessen“ Ratschläge bzw. Ermahnungen für die Zukunft. Manfred Geis über die Herstellung von Fischernetzen ein. Der Lehrer in der Gruppe ist ein Experte, der früher in der Fischerei-Abteilung der Regierung beschäftigt war. Der Jahrestag vo;i Chanitah Der „Keren Kajemeth Leisrael“ hat zum Jahrestag der Gründung von Chanitah eine Erinnerungsmarke herausgebracht. Alle offiziellen Institutionen im Lande werden aufgefordert, in den Tagen der Gründung die Marke auf die ins Ausland gehenden Sendungen aufzukleben. Das Publikum nimmt diese Anregung mit Bereitwilligkeit auf. Einstein-Feiern Die Hebräische Universität in Jerusalem veranstaltete am 14. März eine Feier zum 60. Geburtstag von Prof. Albert Einstein. Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Fränkel, hielt eine Eröffnungsrede und Dr. Sambursky eine Vorlesung über die Relativitäts-Theorie als System in der Physik. Prof. Hugo Bergmann hielt am selben Tage im Namen der Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität einen Vortrag über „Philosophische Schlussfolgerungen der modernen Physik.“ In Tel-Aviv und in anderen Orten werden anlässlich des Geburtstages von Prof. Albert Einstein ebenfalls Vorträge über Einsteins Lehren stattfinden. 20 Jahre Bank- und Versicherungswesen Die Jerusalemer „Palestine Post“ veröffentlichte Anfang März eine interessante Beilage über die Entwicklung des palästinensischen Bank- und Versicherungswesens, die einen Ueberblick über die lokalen Unternehmungen enthält. Die Beilage enthält Beiträge über Bankwesen, Industrien, Kredite, Versicherungsgesetzgebung, Sozialversicherung und bringt Artikel von führenden Mitgliedern der palästinensischen Geschäftswelt und von Wirtschaftlern. Landarbeiter gesucht Für die Ernte- und Bestellungsarbeiten werden in den jüdischen Siedlungen in den nächsten Tagen 1000 zusätzliche Arbeitskräfte gebraucht. Das Arbeitsamt in Tel-Aviv und Haifa ruft daher die städtischen Arbeiter zur sofortigen Meldung auf. In Rischon-Lezion wurde ein Initiativausschuss zwecks Errichtung einer „Bürgerwehr“ nach dem Vorbild Tel- Avivs gebildet. Als Unterausschuss wurde eine Wirtschaftskommission eingesetzt.