Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- Fragment Nr. 2 Einzelnummer = Pariser Ausgabe (17.3.1939)
- Date
- 1939-03-17
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2, 17. III. 1939 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Seite 3 Palästina und Diaspora Das jüdische Volk in der Umformung Das jüdische Volk ist heute Stürmen ausgesetzt wie noch nie im Verlaufe seiner Geschichte. Die allgemeine Unsicherheit, die die Welt erfasst hat, die Atmosphäre des Misstrauens, der Furcht, der Unaufrichtigkeit, schafft eine Situation, in der Menschen, die weder die solide Sicherheit eines erdhaft gebundenen Volkslebens, noch die heute als einziges Argument anerkannte Macht von Armeen und Bombenflugzeugen besitzen, zum Spielball aller grausamen Launen des Schicksals werden können. Wir durchleben eine revolutionäre Epoche, die Bindungen aller Art auflöst. Uralte historische Gebilde zerfallen, die wirtschaftliche und soziale, Struktur der Völker wird gewaltsam verändert, der ruhige Fluss des' Werdens ist unterbrochen. Die Juden, die sich in einem bestimmten Zusammenhang eingebettet glaubten, wurden plötzlich als Fremdkörper in so starkem Masse empfunden, dass ihre Stellung unhaltbar wurde.“ Man kann mit Recht einwenden, dass die Mehrheit der Völker, und wahrscheinlich aller Völker, die unmenschliche Behandlung der Juden nicht als gerecht empfindet; aber es ist eine Tatsache, dass man sich dem Machtgebot derer, die den Kampf gegen das Judentum organisieren, schweigend fügt, und während die in den überkommenen Begriffen von Recht und Moral festhaltenden Elemente abseits stehen, greifen die zerstörenden Kräfte immer stärker um sich. Eine deutsche Zeitung erklärte kürzlich, der Kampf gegen das Judentum werde erst im Jahre 1939 seinen Höhepunkt erreichen. Im Zusammenhang damit wäre an die Rede eines führenden Nationalsozialisten zu erinnern, der erklärte, der Nationalsozialismus werde erst dann zufrieden sein, wenn der letzte Jude aus Europa vertrieben sein wird. Die Vertreibung der Juden aus Europa ist jedenfalls ein Programm von so ungeheuerem Ausmass, dass wir selbst dann, wenn wir von der technischen Undurchführbarkeit überzeugt sind, aus dieser Parole allein schon den Umfang der jüdischen Weltenwende unserer Tage erkennen können. In einer Welt, in der die rohe Gewalt herrscht, ist das jüdische Volk dazu verurteilt, blosses Objekt der Willkür anderer zu sein. Es ist selbstverständlich, dass der Vernichtungswille, der sich so äussert, sich nicht nur auf das jüdische Volk beziehen wird, sondern weitere Objekte finden wird. Für uns aber kommt es darauf an, uns in den Stürmen dieser Zeit zu bewahren und zu orientieren. Viele tausende Menschen sind aus Deutschland.. ..und Oesterreich bereits in alle Teile der Welt verstreut worden und sind gezwungen, sich unter ganz veränderten Verhältnissen eine neue Existenz zu gründen. Es handelt sich um einen sozialen Umschichtungs- und Verfallsprozess von riesigen Ausmassen, Neben der jüdischen Diaspora, die ein Gesdhichtsergebnis von Jahrhunderten ist, entsteht eine neue Diaspora, die der deutschen Juden. Es ist umso schwerer, neu Fuss zu fassen, als in dieser Zeit, schon mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Probleme, überall Intoleranz herrscht, die sich besonders gegenüber einem Element äussert, das nun einmal seine besonderen Merkmale und seinen eigenen historischen Charakter besitzt. Wir alle erkennen, dankbar an, dass einige Länder Verständnis für die jüdische Lage haben und auch ihre Tore für Flüchtlinge geöffnet haben. Das ganze Problem ist freilich auf diese Weise nicht zu lösen und^alle Bemühungen der sogenannten Evian-Konferenz haben es bisher kaum wesentlich weitergebraeht. Immer sind es nur gezählte Mengen von Juden, die da oder dort noch untergebracht werden können, während die grosse Masse noch ihrer Erlösung wartet. Über 60 000 deutsche. Juden sind bisher nach P a - 1 ä s t i n a gekommen. Hier finden sie eine ganz andere Welt als in den anderen Zufluchtsländern. In Palästina werden sie von einer jüdischen Umgebung aufgenommen, und hier handelt es sich nicht lediglich um wirtschaftliche Einordnung, sondern um Einordnung in einen werdenden Organismus, für den der Einwanderer selbst die Verantwortung trägt. Das ist der grundlegende Unterschied zwischen der Einwanderung in andere Länder und der Einwanderung nach Palästina. Keineswegs kann man daraus schliessen, dass in Palästina alle persönlichen Probleme leichter zu lösen sind. A u c h h i er ist die wirtschaftliche Einordnung überaus schwer, auch hier hat der Einwanderer sich einer neuen Mentalität und Umgebung anzupassen, auch hier gibt es politische Probleme, und sogar besonders komplizierte. Trotzdem hat Palästina unter all den Ländern, in die Juden heute wandern, eine Sonderstellung. Wie immer die politische Krise dieses. Moments ausgehen möge, die moralische und seelische Grundlage des Lebens in Palästina bleibt davon unberührt. Hier realisiert sich der Wunsch des jüdischen Volkes, endlich in seiner eigenen Gestalt vor die Welt treten zu können. Ebenso wie bei den Renaissancebewegungen anderer Völker ist auch bei uns ein Geschlecht junger Juden entstanden, die furchtlos ihr Geschick selbst meistern wollen. Sie wissen sich dabei innerlich eng verbünden mit der grossen Masse ihres Volkes,, und sie sind bereit, nicht nur Gefahren, sondern vor allem schwere und langwierige Arbeit auf sich zu nehmen. In all dem, was heute in der Welt geschieht, wird Palästina für die Juden immer unendlich wichtiger bleiben, als die blosse Zahl der hier lebenden Juden anzeigt. Es ist der grosse Versuch der Juden, in einer kritischen Geschichtsstunde sondergleichen, konfrontiert mit unsäglichen Leiden, sich aus eigener Kraft wieder hinauf z“u arbeiten, Dem gegenüber was heute an den Juden geschieht, würde jede Anklage ebenso wie jede Wehklage verschwendet sein; aber die Tat derer, die aus dem tiefsten Sturz in den Abgrund sieh mit gespannter Energie wieder hinaufarbeiten zu einem menschenwürdigen Leben, ist eine Rechtfertigung der jüdischen Geschichte und eine grosse Bejahung der geistigen Aufgabe, die auf dem Judentum liegt. Wir sind so gequält und gehetzt, dass wir mehr als je aufeinander angewiesen sind. Wir wollen keine neuen Gegensätze schaffen und die alten Gegensätze überbrücken. Nichts tut uns so not wie Einheit. Gegenüber dem Schicksal von heute treten alte Ideologien zurück. Es ist nicht immer vom eigenen Willen abhängig, in welches Land ein deutscher Auswanderer heute gelangt. Viele sind nach Palästina gekommen, die niemals eine Beziehung zu dem Land hätten und damit keine Idee verbinden, dagegen sind Juden von echtem nationalen Empfinden und Palästinasehnsucht weit weg über die Ozeane verstreut worden. Mehr als je gehören Erez Israel und Diaspora zusammen. Sie brauchen einander gegen.seitig. Erez Israel braucht die Diaspora nicht nur, wie oft gesagt wird, weil die Kräfte der Diaspora das Nationalheim auf bauen, sondern auch weil das Judentum in den komplizierten Verhältnissen unserer Zeit die Berührung mit der Aussenwelt braucht, um geistig lebendig und politisch aktiv zu bleiben. Zugleich sind wir uns bewusst, dass die neue Wanderung unser Volk noch mehr atomisiert als zuvor. Juden verschiedener Art und Bildung, verschiedener Sprache und Sitten treffen in den Ländern der Welt zusammen, und es droht eine Sektenbildung, ja, in vielen Fällen infolge der Isolierung eine Auflösung des Judentums. Wenn wir aber auf hören, bewusste Juden zu sein, dann verlieren wir die letzte Kraft, die uns den furchtbaren Anforderungen des Lebens in dieser Zeit gewachsen machen kann. Die jüdische Kraft ziehen wir alle aus der Verbindung mit der jüdischen Geschichte, die sich in Palästina fortsetzen will. Unabhängig von allen politischen Programmen und politischen Parteiungen liegt hier die Bedeutung Palästinas für die jüdische Welt. Wir glauben, dass auch innerhalb des jüdischen Lebens, das in der letzten Generation durch Parteikämpf er zerrissen war, gegenseitiges Verständnis und Toleranz Umsichgreifen muss. Über alle geographischen Grenzen hinweg, die heute oft Tausende von Kilometern betragen, verbindet uns das starke Gefühl einer Gemeinschaft, die ein Erbe zu verwalten und eine Zukunft vor sich hat. Wir hoffen, dass diese Blätter dazu beitragen werden, Diaspora und Erez Israel zu ver- J?..* e n* Wir wollen von beiden Erscheinungen des jüdischen Lebens in voller Aufrichtigkeit Kunde und Rechenschaft’ geben. Wir wollen zeigen, wie Juden hier’ und dort leben, wie sie in ehrlichem Ringen sich durchzuschlagen versuchen, wie sie sich in den Stürmen der Zeit behaupten. Wir wollen zeigen, wie das jüdische Volk sieh redlich bemüht, eine neue Lebensform anstelle der zerbrochenen alten Form zu setzen. Diese Umwälzung ist erst im Werden. Wir wissen nicht, wie lange die Zeit des Überganges dauern wird und welche Krise wir noch durchzumachen haben werden, wir wissen auch nicht, wie das neue Leben aussehen wird. Aber wir wollen dafür eintreten, dass in uns allen das Gefühl der Verantwortung fest verankert wird. Wie ernst die Lage ist, wissen wir alle; einem unüberlegten Optimismus gibt sich heute kein Jude mehr hin, weder in der Diaspora noch in Erez Israel. Aber wir wissen auch, dass eine Generation da ist, die sich voll einsetzt und die den Mut nicht sinken lässt. Was macht Prinz Ssei in Paris? DIE YEMENITISCHE DELEGATION AUF DER PALÄSTINA-KONFERENZ Von M. Y. Ben-Gavriel Yemen, das am Südwestzipfel der arabischen Halbinsel liegende Imamat, die Arabia felix der Alten, gehört zu den verschlossensten Ländern der Welt. Dieser Zustand aber hat sich geändert als Italiens Interesse , an Abessynien in ein entscheidendes Stadium trat und der Gegensatz zwischen den italienischen Ansprüchen und den englischen Interessen im Gebiet des Roten Meeres zu Konflikten zu führen drohte. England hatte sich viele Jahre lang, sowohl von dem Yemen benachbarten Aden aus, wie auch durch seinen arabischen Bundesgenossen Ibn Ssa’ud bemüht, mit dem Imam von Yemen, -dem sagenhaft alten und ebenso sagenhaft schlauen Herrscher des Landes, in ein Vertragsverhältnis zu kommen. Nach einer langen Reihe von Grenzzwischenfällen bequemte sich Imam Yahya zu einem Vertrag, der die Herrschaft des englischen Aden über die strittigen Sultanate zwischen Yemen und Aden Einerkannte. Gleichzeitig aber wandte der Imam sein Augenmerk der im Roten Meer sich verstärkenden italienischen Propaganda zu und schloss einen Vertrag auch mit Italien, das ihm Waffen lieferte. Mit diesen Waffen zog er gegen seinen Nachbar Ibn Ssä’ud in den Krieg, den er aber verlor. Dieser Krieg hatte die Lösung des Vertrages mit Italien zur Folge, das der Imam beschuldigte, ihm alte und wertlose Waffen geliefert zu haben. In den-letzten Tagen aber trug sich folgendes zu: Prinz Ssef el islam, ein Sohn des Imam, Vertreter Yemens auf der Palästinakonferenz in London, bekam plötzlich ein Telegramm seines Vaters, die Konferenz sein zu lassen und sofort nach Paris zu fahren, um die französische Regierung zu beruhigen. Frankreich drohte nämlich, die im Jahre 1935 auf Grund des italienisch-französischen Abkommens geräumte Insel Shech Ssa’id, die dem yemenischen Hafen Hodeidah benachbart ist, neuerlich zu besetzen, umso mehr, als ja dieser, insbesondere die französischen Rechte auf Tunis betreffende Vertrag von Italien nicht mehr anerkannt wird. Dieser Drohung lagen folgende, auch London sehr beunruhigende Tatsachen zugrunde: Italienische und deutsche Schiffe hatten in Hodeidah grosse Mengen von Waffen, die aus Italien, aus Abessynien und aus Japan kamen, ausgeschifft, während gleichzeitig italienische Ingenieure, wie Fischer berichteten, auf den yemenischen Inseln eine sehr auffallende Tätigkeit zu entwickeln begannen. Verschiedene Anfragen im britischen Parlament Hessen erkennen, dass Italien diese Waffen dem Imam geschenkt hatte, wogegen es von ihm gewisse Konzessionen auf diesen Inseln, gleichfalls als Geschenk, erhielt. Was an diesen, sonst völlig belanglosen Inseln interessant ist, ist die Tatsache, dass sie nicht nur sehr stark nach Petroleum riechen, sondern auch in der Nähe von Djibuti liegen. Italien dementierte sofort und erklärte, dass es sich um ein ganz gewöhnliches Waffengeschäft gegen Barbezahlung handle, das in keiner Weise gegen den Vertrag mit England verstosse. Uebrigens gedenke Italien keinerlei Konzessionen in Yemen, das zur englischen Einfluss-Sphäre gehört, zu erwerben. Nun hatte Yemen unter dem Eindruck des italienischen Sieges m Abessynien einen neuerlichen, zehnjährigen Vertrag mit Italien geschlossen und Hodeidah mit den Inseln liegt in einer strategisch viel zu günstigen Lage nicht nur dem französisch-afrikanischen Besitz gegenüber, sondern auch in der Nähe der den Eingang in das Rote Meer kontrollierenden englischen Insel Perim, als dass ein derartiges Dementi genügen würde. Ueberdies aber hatte Prinz Ssef el islam, ehe er nach London zur Palästinakonferenz fuhr — die übrigens für Yemen wohl nur den Wert einer Prestigeangelegenheit hat — drei Monate lang seine Zeit am andern Ende Asiens verbracht und zwar — in Tokio. Es scheint also doch kein Zufall zu sein, dass ein grosser Teil der von Italien an Yemen verkauften oder geschenkten Waffen aus Japan stammt, das schon einmal beabsichtigt hatte, in Yemen Fuss zu fassen. Und zwar damals, als es versuchte, gerade in Yemen mit Russland in Konkurrenz zu treten. Damals hatte wohl Yemen, aber keiner der beiden Konkurrenten etwas gewonnen, denn beide trieben mit ihren Waren ein massloses Dumping und verschleuderten sie, aus Propaganda- und Konkurrenzgründen, weit unter dem Herstellungspreis. wenn auch' *1.1-2; um "uri paar Jahre zurückliegende, aber an gegenwärtigen politischen Methoden gemessen, kindlichen Versuche, sondern um weit ernstere, auf das Ganze zielende Vorgänge. Yemen, das im Altertum von bedeutender wirtschaftlicher Blüte und Ziel aller antiken Schiffahrt war, ist heute, wenn man von den Erdölvorkommen absieht, für die Weltmarktpolitik überaus unwesentlich. Es ist aber infolge seiner geopolitischen Situation und infolge der Tatsache, dass es der einzige innerhalb der englischen Interessensphäre liegende arabische Staat ist, der von England unabhängig ist, von ausserordentlicher Wichtigkeit. Solange der alte Imam Yahya, der letzte Autokrat dieser Zeit, lebt (dessen Autokratie so weit geht, dass er —■ zumindest bis in die letzten Jahre — selbst die Zeugnisse der Schulkinder zu unterschreiben liebte) — solange Imam Yahya regiert, wird vermutlich keine Partei im Yemen ein entscheidendes Uebergewicht bekommen, da dies nicht in der Politik dieses überaus schlauen Politikers liegt. Der Imam ist aber ein alter Mann und die neue Zeit dringt auch allmählich in seinen Palast in Sana’a ein. Schon gab es eine Palastrevolution — der Imam liess kurzerhand einige seiner Söhne, die gegen den Vertrag mit Italien waren, ins Gefängnis setzen — aber über kurz oder lang wird auch dieses Land sich für das benachbarte Aden oder für das gegenüberliegende Abessynien entscheiden müssen. Wie diese Entscheidung ausfallen wird, ist heute noch fraglich, denn wenn der Imam auch einen seiner Söhne zur Palästinakonferenz nach London sandte — die, dies darf nicht übersehen werden, nicht zuletzt eine politische Demonstration Englands ist —, liess sich dieser Sohn dennoch vom Aussenminister gesondert und nicht gemeinsam mit den Vertretern der anderen — von England abhängigen — arabischen Staaten empfangen. Andererseits aber liegt Yemen ,wie gesagt, zwischen dem englischen Aden und dem englischen Bundesgenossen, dem König der Wahhabi, und schliesslich könnte durch eine französische Besetzung der yemenitischen Inseln eine Blockade Hodeidah® sehr leicht durchgeführt werden* Wie immer aber, Yemen ist ein neuer, doch überaus wichtiger Punkt im Kräftespiel im Vorderen Orient geworden; ein kurzer Blick auf die Landkarte zeigt, in welcher Weise seine Wichtigkeit im Falle eines Kampfes um das Rote Meer steigen kann. „STOLZ EIN JUDE ZU SEIN“ -Die amerikanische Schriftstellerin Edna Ferber hat jetzt eine Autobiographie veröffentlicht, in der dargestellt wird, wie ein jüdisches Mädchen im amerikanischen Mittleren Westen „die Welt entdeckt“. Das Buch ist ein stolzes Bekenntnis zum Judentum, offenbar veranlasst durch die Eijg eignisse dieser Zeit. „Zweitausend Jahre der Verfolgung — so schreibt sie — haben in den Juden Toleranz und menschliches Verständnis sowie die Fähigkeit zu schnellem Denken erzeugt. Das höchste Kompliment, das wir einem Christen machen können, wenn wir von ihm sagen, er habe ein »jüdisches Herz*. Jude sein macht das Leben interessanter. Es macht das Leben auch schwerer, aber ich liebe ein schweres und kämpferisches Leben ■ Mein ganzes Leben war ich stolz, eine Jüdin zu sein und ich fühle, dass Jud'e-Sein in gewisser Hinsicht ein Vorzug ist“. Die Ferber vergleicht übrigens auch Amerika mit dem Judentum und erklärt, Amerika sei „der Jude unter den Nationen“, was nach dem oben zitierten Wort gewiss ein Kompliment sein soll.