Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 26)
- Language
- German
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23 Handlung der verschiedenen Temperamente hier weiter verfolgten, und durch nähere Entwickelung des Besondern dieselbe klar zu machen suchten, so würde uns dieses zu weit ablenken, und liegt auch deren nähere Erörterung außer den Grenzen dieser kleinen Schrift. Zum Schluffe jedoch wollen wir nicht vergessen, noch eines Umstandes Erwähnung zu thun, welcher bei der Erziehung von besonderer Wichtigkeit ist. Viele Eltern sehen die Schule für eine Handwerksstätte an, haben vor ihr wenig Achtung, und schicken sihre Kinder nur deßhalb dorthin, weil sie dieselben darin auf die leichteste, bequemste Art in den unentbehrlichsten Gegenständen unterrichten lasten können; sie flößen den Kindern die Hochachtung nicht ein, welche derselben gebührt. Wenn die Schule mit auf den Geist und das Gemüth des Schülers vortheilhaft einwirken soll, so muß derselbe hohe Achtung vor ihr haben; der Lehrer und Erzieher muß bei seinem mühevollen Berufe nicht mit so mancher Laune und Verkehrtheit der Eltern zu kämpfen haben. In demselben Maße, in welchem die Eltern Zutrauen zu der Schule haben, dieselbe achten, und als etwas Hohes ansehen, in dem nämlichen wird sie auch dem Kinde als etwas Unentbehrliches und Nothwendiges erscheinen. Wie kann aber das Kind seinem Lehrer Glauben und Zutrauen schenken, wenn es sieht und hört, daß es dem Vater oder der Mutter daran fehlt; wenn der Lehrer auf Ordnung, Reinlichkeit und gute Sitten halt, und die Eltern zu Hause darauf nicht achten und sehen; wenn der Lehrer ihm Bescheidenheit und Sittsamkeit einflößen will und man es zu Haufe bei jeder Gelegenheit herausstreicht und jede seiner Unarten mit beschönigenden Worten zu entschuldigen sucht? Aber noch weniger, wir können wohl sagen, gar nichts, vermag des Lehrers Rath und Wort bet den Kindern, wenn Eltern sich in deren Gegenwart nicht mit gebührender Achtung über ihn aussprechen! Wie will das Kind Vertrauen, Liebe und Ehrerbietung gegen den Lehrer haben, wenn Eltern geringschätzend und unwürdig von ihm sprechen? Die Klugheit schon empfiehlffs, das Ansehen des Lehrers bet den Kindern zu erhalten. Wenn der große Endzweck der Erziehung erreicht, und die Verbefferung und Vervollkommnung der letztern von der Schule mit-