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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 22

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1859
Date
1859-01-01
Page
Seite 22 (sequence 25)
Language
German
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IRI
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— 22 — Quarantaine aus gehalten, damit die Ettern ja gewiß sind, daß nichts geschieht, als was sie in ihrem kalten Plane vorgezirkelt haben — so ist sicherlich der kein Kinderfreund, der diese Weise billigt. Glückliche Zeiten! rufen wir aus, wenn wir von unfern Ktnderjahren reden, glückliche Zeiten, in welchen uns Alles freute, Alles beglücktee Alles unterrichtete, und doch mißgönnen wir der frohen Jugend ihre glücklichste Zeit, und sind bemüht, die schönsten Rückerinnerungen zu vernichten. Warum hört man so oft die traurige Aeußerung: „es gibt keine Kinder mehr!" weil man sie hinsichtlich ihrer Unterhaltungen und Ergötzungen nicht mehr Kinder sein läßt, so lange sie selbst Behagen daran finden; man impft ihnen den widernatürlichen Ernst ein, wodurch sie in ihrem zwölften Jahre schon zu unzufriedenen Pedanten werden. Wer in den Kindern Frohsinn erhält, wer ihre freudigen Spiele und Bewegungen regelt und bestimmt, Kinder zu beschäftigen weiß, ihnen Vertrauen beweist, ihrer Lebhaftigkeit bisweilen weise Schranken setzt, der hat kein Unheil zu befürchten, der darf auf ein fröhliches Gedeihen rechnen. Es ist wohl wahr, lebhafte Kinder sind gewöhnlich flatterhaft, vergeßlicher, unsteter, zerstreuter; allein diese Fehler, da sie keine Fehler des Herzens sind, lassen sich durch gute Gewöhnung leicht beseitigen, ohne den Frohsinn zu stören, sobald man die Lebhaftigkeit nicht in rohe Wildheit ausarten läßt. — Heiterkeit und Frohsinn ist der Himmel, unter dem Alles gedeiht, während Trübsinn und Mißmuth nur Böses schafft. Viele Mißgriffe in der Erziehung selbst lassen sich daraus erklären, daß Gewohnheit und Herkommen die Temperamentsverschiedenheit in der Jugend nicht beachtet. Man hört oft die Bemerkung, daß Geschwister, welche alle gleich erzogen und gebildet, in Hinsicht des Wissens und des Charakters so ganz verschieden sind, ohne dabet zu erwägen, daß die Verschiedenheit der Temperam enteund der Geistesanlagen auch eine verschiedenartige Behandlung verlangt. Jedes einseitige Verfahren, jedes einseitige Behandeln, jede Gleichförmigkeit in der Bildung an und für sich sind schon Mißgriffe in der Erziehung. Anders will die sanguinische, anders die cholerische und ganz anders die melancholische und phlegmatische Jugend behandelt sein. — So gern wir die Be-

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