Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 13)
- Language
- German
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10 — eines starken ArmeS, welcher es bet drohenden Gefahren schützen und an der Klippe des Verderbens sicher und unversehrt vorbetleiten kann. Wer kann dieses Alles dem Kinde in dem Maße gewähren, wie seine Eltern? Allerdings, werden vielleicht hier manche Eltern uns entgegnen, ist das, was über die häusliche Erziehung und deren nothwendiges Zusammenwirken mit der öffentlichen Schule zur Bildung des Geistes und zur Veredlung des Herzens angeführt wurde, wahr und richtig, aber viel leichter auf dem Papier als im wirklichen Leben auszusühren. Wenn solche Herrn nur einmal selbst in unfern Verhältnissen wären, und unsere übrigen Geschäfte zu verrichten hätten, so würden sie bald zu der Einsicht gelangen, daß uns auch bei dem besten Willen nicht die Zeit bleibt, uns selbst mit unfern Kindern so viel abzugeben, als sie verlangen. Aber wie auch immer die häuslichen Geschäfte beschaffen sein mögen, so geht ihnen doch eine gute Kindererziehung immer vor, und Eltern, welche ihre erhabene Pflicht als solche kennen, werden trotz aller wichtigen Geschäfte immer noch Zeit für das wichtigste der Erziehung finden. Wir wollen jedoch nicht weiter auf die Vortheile, welche die Eltern durch das Zusammensein mit den Kindern erlangen, sondern vielmehr auf die Nachtheile sehen, welche die Kinder durch jene unnatürliche Trennung zu treffen pflegen. Die Eltern erlangen nur durch fortwährenden, innigen Umgang, wie er zwischen ihnen und den Kindern stattfinden soll, hinreichende Kenntniß um die vorherrschenden Gaben, Talente, guten Eigenschaften und Fehler ihrer Kinder zu entdecken und zu prüfen, und dieselben zu leiten und zu bessern wird ihnen dadurch erleichtert, daß ihnen kein Blick, kein Zug derselben unerklärlich, sondern gleichsam in einer wohlverständlichen Sprache erscheint, zu welcher oft nur Eltern allein den Schlüssel haben. Verschiedene Aeußerungen des Charakters, deren Grund oft in einer frühern Erziehung oder Nichterziehung oder in frühern Umgebungen der Eltern selbst liegt, sind in den Augen der letztern ganz natürliche Folgen, und ohne tiefe Kenntniß leicht zu behandeln, während sie für Fremde ganz unerklärbare Resultate sind, leicht mißdeutet oder falsch behandelt werden. — Daß in einer guten Anstalt für zweckmäßigen Unterricht hinlänglich gesorgt