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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1859-01-01 · 1859 · p. Seite 8

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1859
Date
1859-01-01
Page
Seite 8 (sequence 11)
Language
German
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IRI
…/2580773-10191689--0013-10191653
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8 sofern die Einwirkung der Schule vereinzelt dasteht. So sagt man auch, der Lehrer könne durch sein Beispiel auf die sittliche Ausbildung des Schülers wirken. Dies ist wahr; aber nur in Wenigem kann er ihm Beispiel sein. Der Schüler sieht den Lehrer nur in den ewig wiederkehrenden Verhältnissen des Lehrens, des Ermahnens, aber in der Regel nie in großen, bedeutungsvollen, gefahrvollen, entscheidenden Lagen, wo der Mensch gleichsam aus sich selbst heraustritt und sein tiefstes Leben entfaltet, er sieht ihn beinahe nur redend, nicht eigentlich handelnd. Von dieser Unzulänglichkeit aller Schulbildung kann man sich am allerbesten aus der Erfahrung überzeugen. So viele Schulen machen es sich zur höchsten Aufgabe, Gemüth und Willen zu bilden. Welche aber hat die Aufgabe gelöst? Denn wenn man sie auch hier und da erreicht sieht, so wird man bei genauerer Prüfung finden, daß sie eigentlich durch andere Kräfte, als die der Schule, erreicht wurde, und auch ohne diese, wenn auch nicht so vollständig, gelöst worden wäre. Wir. möchten die Schule sehen, welche den Menschen sittlich machen kann, wenn das häusliche und bürgerliche Leben unsittlich ist! Während der Unterricht ganz und gar in der Gewalt der Schule ist, ist die Erziehung, d. h. die Einwirkung auf Gemüth und Willen ganz und gar abhängig von dem Leben. Die Schule kann nie durchgreifend einwirken; wenn das, was sie anstrebt, dem häuslichen Leben widerstreitet, wird dieses jene in seinen Einwirkungen überbieten. Nur wenn die Schule das Glück hat, die Einwirkungen von außenher ganz oder größtentheils gut heißen zu können, kann sie fortsetzen, ergänzen, tiefer begründen. Sie kann das theoretisch vollenden, wozu außerhalb ihrer Sphäre im Praktischen der Grund gelegt wurde. Jede Schule suche ihre Hauptaufgabe zu lösen: den bildenden Unterricht; was sie sonst noch wirken kann, ist sekundär, bedingt, relativ, und nur dadurch kann die Schule gedeihen, daß sie sich in ihren natürlichen Gränzen hält; wenn zu viel von ihr gefordert wird, leistet sie zu wenig. Daß also die Schule für sich nur Unvollständiges leisten könne, müssen wir wohl offen bekennen. Was muß nun aber geschehen, damit nicht nur das Erkenntnißvermögen, sondern auch Gemüth und Willen gebildet werde? Dafür

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