-
— 209 — Die Landwirtschaft in Palästina ist noch grosser Entwickelung fähig. Düngung ist noch so gut wie unbekannt, landwirtschaftliche Maschinen (ausser zu Bewässerungszwecken) noch sehr wenig in Gebrauch. … Auch ist Mandel- und Olivenpflanzung als sehr rentabel zu empfehlen, der Oelbaum verdient ganz besondere Beachtung. Er ist eine der für Palästina am besten geeigneten Kulturen, ist verhältnismässig leicht zu behandeln und trägt bei richtiger Methode frühzeitig und reichlich.
-
Aber hier hängt alles von der persönlichen Tüchtigkeit ab. Handwerker. Zum Zweck der Selbständigkeit in Palästina ist neben sehr guter Fachkenntnis ein Kapital nötig, das mindestens hinreicht, um ausser Installierung und Miete (für Wohnung und Werkstatt — für 1 Jahr voraus zu zahlen) etwa ein halbes Jahr auch ohne Verdienst zu leben.
-
-
Verkehrseinrichtungen aller Art. Das „Allgemeine Informations-Bureau für Palästina" in Jaffa. Das Jaffaer Bureau hat sich die Aufgabe gestellt, den Informationsdienst für Palästina zu zentralisieren.
-
-
— 203 — Die jüdischen Kolonien. Es gibt 25 jüdische Kolonien in Palästina mit einer Gesamtbevölkerung von 7000 Seelen. Folgendes sind die wichtigsten und grössten unter den Kolonien: Lage bei Jaffa Nanrö^der Kolonie Pethach Thikwah Rischon-le-Zion Rechowoth Ekron imHaifa-Distr.
-
Die gebräuchlichsten Münzen: Rubel«) Francs 1 türkisches Pfund gilt ca. 8,60 ca. 22,90 1 Medschidi „ f;» 1,60 „ 4,25 lU . „ 0,40 „ 1,06 1 BescKLik „ „ 0,22 » 0,56 1 Metallik „ 0,02 „ 0,05% 1 Napoleon (20 Frcs.) „ „ 7,50 „ 20,— 1 Franc „ J» 0,38 n j Schillinge sind um 1/4 mehr wert als Francs, also 1 Schilling 1,25 Frcs. 0,47 Kop. 1 Mark. Masse und Gewichte. Von Massen gilt in Palästina hauptsächlich: für Stoffe: Pic (Elle 0,68 Meter), Meter und Zentimeter; für Flächen: Quadratpic (□ Elle) 0,5625 qm (Pic hier ä 0,75 m); Dunam ca. 920 qm (ca. 30X30 m) oder 1600 □Pic: etwa 11 Dunam 1 ha, oder 12 1 Desjatine. … Dem Gesetze nach können osteuropäische Juden nur auf drei Monate nach Palästina kommen. Bei der Landung wird den Einwanderern der Pass abgenommen, und sie erhalten dafür einen Schein (rot), gegen dessen Vorzeigung sie bei der Abreise ihren Pass zurückbekommen.
-
Je klarer und vollständiger diese Angaben gehalten sind, um so klarer und vollständiger kann auch die Antwort sein. Das Allgemeine Informations-Bureau für Palästina*) steht mit allen ähnlichen Bureaus und Komitees im Orient in Verbindung. Korrespondenz in allen Sprachen. DIE AUFFINDUNG DES WILDEN EMMERS (TRITICUM DICOCCUM) IN NORDPALAESTINA.
-
Hepner,-Kulturingenieur und Landvermesser J.Treidel, hat sich ein Komitee zur Aufgabe gestellt, eine Palästina-Agrikultur-Ge .ellschaft m. b. H. zu begründen, deren Zweck die Anlage von Pflanzungen in Palästina sowie der Betrieb von Ackerbau, Viehzucht, landwirtschaftlicher Nebengewerbe und anderer die Interessen der Gesellschaft fördernder Unternehmungen wäre. Die Geschäftsführung der Gesellschaft soll in Berlin, die fachmännische Leitung in Palästina ihren Sitz haben. Es wird geplant, die Höhe des Kapitales vorläufig mit 500 000 Mark zu begrenzen, jedoch soll, um nicht eine Erateperiode zu verlieren, die Gesellschaft begründet werden, sobald 250 000 Mark gezeichnet sind.
-
-
Auf dem See von Tiberias vermittelt eine von der Regierung errichtete Dampfpinasse den Verkehr zwischen Nord-Palästina mit der Haifa - Damaskus - Bahn. In Damaskus ist eine elektrische Strassenbahn im Bau begriffen, und die übrigen grösseren Städte Syriens werden bald diesem Beispiel folgen. Auch das Netz der Landstrassen, deren Bau gelegentlich der Reise des deutschen Kaisers nach Palästina begonnen wurde, wird immer engmaschiger. Sidon ist nun mit Dschedeida durch eine gute Landstrasse' verbunden, und letzteres mit Rosch-Pinah.
-
-
Nach zehnjährigem Bestehen wird sie aber aller Voraussicht nach schon einen Jahresertrag von 200 Frcs. pro Hektar, nach 15 Jahren sogar 400 Frcs. jährlich einbringen. Nach den eigenen Erfahrungen des in Palästina ansässigen Agronomen Aaronsohn wirft die Rebe als Trägerin von Rosinen- und Tafeltrauben so viel ab, dass nach dem fünften Jahre die Kosten für Pflanzung und Bodenpreis gedeckt sind, natürlich unter der Voraussetzung, dass das Grundstück nicht zu teuer erworben und rationell bewirtschaftet wurde. … Die Mandel war sogar im letzten Jahre der gesuchteste Artikel auf dem Markte von Jaffa. Kurzum, man betrachtet in Palästina eine Einnahme von 15—20% als die zu erwartende Verzinsung für richtig angelegte und gut geleitete Pflanzungen. Die zunehmende Prosperität des Landes lässt sieh nicht länger leugnen, wenn man die Steigerung der Bodenpreise beobachtet.
-
Eine derartige rein geschäftliche Unternehmung würde imstande sein, jüdischen Kreisen zu beweisen, dass die „Terra nova" eine „Terra aurea" sei, während bisher die praktische Betätigung in Palästina grösstenteils den Zweck hatte, betende Bettler zu unterhalten. Die in Gründung begriffene Palästina-Agrikultur-Gesellschaft wird rein geschäftliche Ziele verfolgen; während sie den wohlhabenden Juden Europas zu einer guten und sicheren Kapitalanlage Gelegenheit bietet, gewährt sie gleichzeitig dem von so vielen Ländern durch Einwanderungsverbot fern gehaltenen jüdischen Proletariate des Ostens das, was es am meisten bedarf: Arbeit und Brot. … Der Teil Aegyptens, der zunächst für jüdische Einwanderung eine Rolle spielen kann, nämlich Unterägypten mit den Städten Kairo und Alexandria, kommt weder als ein Teil, noch als ein Nachbarland Palästinas im engeren Sinne in Betracht., Da aber Palästina in vielen Dingen (Export und Verkehr usw.) auf Aegypten angewiesen und ein lebhafterer Verkehr zwischen
-
Damaskus: Stadt, Bazare, Märkte, Orientalische Wohnungen, Orientalische Bäder, Bad Touma, Grab Saladin, Rundfahrt um die Stadt, Alte Synagoge. Palästina: Fahrt mit der Hedschazbahn durch Hauran und Galiläa mit Berührung von Tibiriath und Genezareth'See nach Haiffa. 1.
-
Die erste Reise (November 1906) hatte in vielen Beziehungen günstige Erfolge aufzuweisen. Die Reiseteilnehmer haben von Palästina einen sehr guten Eindruck erhalten, zwei von ihnen sind in Jaffa zurückgeblieben, mit der Absicht, Land für Orangerien anzukaufen; ein Teilnehmer hat geschäftliche Verbindungen angeknüpft,, welche dazu führen werden, die Industrie in Leder, resp. den Handel in Häuten zu heben. … Auf Dampfern der Hamburg-Amerika Linie wird ebenfalls eine Reise nach-. Palästina und Ägypten unternommen. Von Herrn Julius Bolthausen in Solingen erhalten wir nachfolgende Mitteilung über Sommer-Orient fahrten. 1907.
-
-
Smyrna kommt man mit der deutschen Sprache aus. Wer auf Syrien und Palästina verzichtet, mit dem Besuche Ägyptens aber Constantinopel verbinden will, benutzt am besten die im Oktober 1906 eröffnete Königlich Rumänische Schnellpostdampfer-Linie (Serviciul. … Jeden Mittwoch geht von Triest aus ein Dampfer ab, der am folgenden Dienstag gegen 4 Uhr nachmittags in Beirut ankommt, sodass man noch den Abendzug nach Damaskus benutzen und dann am Mittwoch nach Tiberias oder Haifa fahren kann, wto er Freitag mittags anlangt. Statuten der Gesellschaft „Agudat Notim" in Palästina. I. Zweck des Vereins. § 1. Der in Palästina am 15. Ab des Jahres 5665 (1905) begründete Verein -Agudat Notim hat den Zweck mit Hilfe genossenschaftlicher Organisationsformen und auf kaufmännischer Basis die Landwirtschaft in Palästina zu fördern und weiter zu entwickeln. § 2.
-
Systematische Palästina Arbeit. 1. Schulfragen. Grosszügige, vielleicht zu weitsehende Programme gibt es einige. Hier ist nicht der Ort dieselben etwa zu kritisieren. … Einige Momente wollen wir hiezu schon jetzt hervorheben. j Dias Wesen des jüdischen Schulwerkes in Palästina ist ziemlich bekannt. Ursprünglich von der Alliance besonders gepflegt, war es hauptsächlich hierin jüdisch, dass arme Juden französischen, englischen [und deutschen Unterricht mit geringster Berücksichtigung der jüdischen Religionslehre, der hebräischen Sprache etc. erhielten.
-
Es macht sich daher eine Bewegung unter den jüdischen Akademikern und besonders unter den noch Studierenden, die sich eben noch nirgends festgesetzt hat, gelten nach Palästina überzusiedeln. Das ist auch für Palästina nur zu begrüssen, da wir vorerst der wissenschaftlichen Ausbildung! europäischer Aerzte -immer noch den Vorzug geben vor denen, die ihr Studium in Palästina begonnen und in Beyrut, dem amerikanischen Kolleg, beendigt haben, wobei wir selbstredend das Streben der einheimischen Juden nach Bildung völlig anerkennen und zu würdigen wissen.