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Dass also die Möglichkeit ausgedehnter und mannigfaltiger Industrien für Palästina gegeben ist, wird ein unbefangener Beurteiler zweifellos ohne weiteres zugeben müssen. Natürlich wird er aber ebenso offen bekunden müssen, dass bei der jetzigen politischen und ökonomischen Lage der Türkei alle diese fast unbegrenzten Möglichkeiten nur zu einem winzigen Teile realisierbar sind. … Es gilt demnach, hier zu untersuchen, ob die Agrikultur in dieser Form in Palästina Aussicht hat, was natürlich hauptsächlich von den klimatischen Verhältnissen des Landes abhängt. Dass Palästina wie das ganze Mittelmeergebiet zu der Zone der Winterregen gehört, ist bekannt.
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Danach erzielt man per Hektar: Weizen....... 2500-3000 kg Gerste....... 2000—2500 „ Mais....... . 1500 „ Durrha....... 1200—1500 „ Kartoffeln...... 10 000 „ Wirkliche allgemeine Missernten sind in Palästina seit langer Zeit nicht zu verzeichnen gewesen; wohl haben Heuschrecken hier und da in einzelnen Gebieten, namentlich auch im Hauran, viel Schaden getan, auch wies z. B. das Jahr 1902 in Jaffa für Weizen 70%, für Gerste 40%, für Olivenöl sogar nur 20% Ergebnisse einer mittleren Ernte auf, ein Jahr aber, wo die Ackerbau- und Gartenprodukte in ganz Palästina derart versagen, dass der Import den Export dieser Nahrungsstoffe überstieg, hat in den letzten Dezennien jedenfalls nicht existiert.
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Aber es ist auch nicht der geringste Grund einzusehen, warum es nicht gelingen sollte, die Landwirtschaft zu verbessern und in rationeller Weise zu intensifizieren, wenn nur erst die Hauptbedingungen der leichten Zugänglichkeit des Gebietes durch gute Strassen und möglichst viele Schienenwege geschaffen sein werden. Gerade nach dieser Richtung steht nun Palästina am Vorabend einer neuen Zeit. Bald wird man das
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Landwirtschaftliche und technische Versuchsstationen in Palästina, das ist unsere Losung für die nächste Zukunft, mehr wert als grosse Kolonien, hoc signo vinces. DIE ROSINENSTADT ES-SALT.
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Es kann selbstverständlich hier nicht unsere Absicht sein, ausführlich auf alle diese nicht einfachen Fragen einzugehen, das ist ja der Zweck der gesamten Zeitschrift, nicht eines einzelnen kurzen Aufsatzes derselben; aber für die grosse Mehrheit der Leser mag es doch erwünscht sein, auch einiges Allgemeine über Palästina und die Nebenländer zu erfahren. Denn wenn auch die Kenntnis betreffs dieses Landes in wissenschaftlichen Kreisen im Laufe der letzten Jahre sehr zugenommen hat, so ist es doch erstaunlich, wie verkehrte Ansichten noch heute im grossen Publikum darüber herrschen. Vermutlich ist der Grund der, dass bei der Unvollkommenheit der Verkehrsmittel in Palästina In Kultur genommenes Land, Palmenallee in Rischon le Zion. Originalzeichnung von Hermann Struck.
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Auch der schöne indische Blütenstrauch Hibiscus rosa sinensis, sowie der als Stolz Indiens (Pride of Jndia) allbekannte Zierbaum Melia azedarach tragen neben schlingenden tropischen Winden, gelbblütigen Buddleiasträuchern etc. dazu bei, dass man. glauben möchte, man sei in dem üppigen Parke eines indischen Grossen und nicht in einem Hotelgarten des „wüstenähnlichen" Palästina. Aber auch die wenigen Reisenden, die von Jaffa zu Wagen nach Flaifa fahren, merken, obgleich sie eine der zukunftreichsten Ebenen Palästinas durchreisen, kaum etwas von der Fruchtbarkeit, da die wenigen jüdischen Kolonien meist abseits der grossen Route liegen, die zerstreut liegenden arabischen Ansiedlungen schlecht bearbeitetes Land aufweisen und der grösste Teil des Landes sich als baumloses mit spärlichem Gras bewachsenes Oedland darstellt, wie man es aus der beigefügten Originalzeichnung von Hermann Struck ersehen kann.
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WARBURG. No. 3. Berlin, März 1904. 1. Jahrg. VOLKSDOMÄNEN IN PALASTINA. (Nachdruck erwünscht.) Die „Kommission zur Erforschung Palästinas" unterbreitet der jüdischen Oeffentlichkeit folgenden Vorschlag: Die gemäss Beschluss des VI.
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Die „Kommission zur Erforschung Palästinas" erbietet sich, die Grundlage der Organisation zu schaffen und durch ihre fachmännischen Beamten und Mitarbeiter in Palästina die ersten Abgrenzungs- und Pflanzarbeiten ausführen zu lassen, bis der Umfang der Geschäfte eine eigene Verwaltung erfordert. … Aber auch materielle Güter würden geschaffen: Tausende von jüdischen Arbeitern oder Erbpächtern werden bei den Volksdomänen dauernd ihren Unterhalt finden, neue Industrien werden in Palästina entstehen, die Ausfuhr sich vermehren und Handel und Wandel erblühen. Möge dem jüdischen Volke die unserem Vorschlage nachfolgende Tat zu einer dauernden Quelle der Befriedigung seiner ideellen und materiellen Bedürfnisse werden!
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Tabellarischer Vergleich des Wetters in Gaza und Haifa während des ersten Halbjahres 1904 nach den Beobachtungen auf den dortigen meteorologischen Stationen des Deutschen Palästina-Vereins (Beobachter: Gatt und Fr. Lange), zusammengestellt zu lOtägigen Perioden: Januar 1904. Luftdruck, durchschnittl. auf 0° reduz.
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Zu wiederholtenmalen wurde an die „Kommission zur Erforschung Palästinas" von Vereinen und einzelnen Personen die Frage nach Angabe von Literatur über Palästina, den Orient und Kolonisation im allgemeinen gerichtet. Um einem solchen in vielen Kreisen tief empfundenen Bedürfnis abzuhelfen, geben wir im nachfolgenden eine bibliographische Zusammenstellung, die auf Vollständigkeit keinen Anspruch erhebt. — Sämtliche Bücher etc. sind durch die Buchhandlungs-Abteilung des „Jüdischen Verlages", Berlin-Charlottenburg, Herderstrasse 3—4, zu beziehen.
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Grössere und kleinere Kapitalisten (siehe auch unter Kapitalsanlage). Es ist durchaus falsch, zu glauben, dass Palästina für Kapitalsanlage noch nicht reif sei. Es ist im Gegenteil ein Land im Stadium der Entwickelüng und bietet günstigere Gelegenheiten für Kapitalisten als viele andere Länder. 2.
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Von Möbeln lohnt es nur dann, bessere Stücke mitzubringen, wenn der Verlust beim Verkauf sehr gross wäre. Man bekommt in Palästina Möbel sehr billig und recht gut angefertigt. — Für mitzubringende Möbel ist jedenfalls grosse Sorgfalt beim Verpacken notwendig. … Handwerker sollten kleinere Maschinen und alle Geräte jedenfalls mitbringen; möglichst auch genügend Reserveteile, da in Palästina solche Sachen oft unverhältnisroässig teuer, oft überhaupt nicht am Orte zu bekommen sind. Bücher soll man nicht in besonderen Kisten verpacken, da sonst grosse Zensur- und Zoll Schwierigkeiten entstehen.
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Es gibt in den Städten und Kolonien Palästinas zahlreiche Elemente, die systematisch oder aus mangelndem Verständnis bei neuen Ankömmlingen Stimmung gegen Palästina machen. Meist geschieht dies aus Verallgemeinerung eigener schlechter Erfahrungen oder aus Furcht vor möglicher Konkurrenz. Oft sind die Warner selbst erst in Palästina zu einigem Wohlstand gelangt. Es ist jedenfalls zu raten, dass Einwanderer, soweit sie nicht entschlossen waren, in Jaffa zu bleiben, sobald als möglich in die anderen Städte und in die Kolonien fahren, um sich selbst nach allem umzusehen.
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