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  1. 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 226 · Olivenbau für Palästina

  2. 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 227 · Olivenbau für Palästina

    Es sei hier auch darauf hingewiesen, dass die deutschen Kolonien in Palästina mit einem Ertrage von 1600 M. brutto per Hektar Oliven rechnen und zwar bis 200 Bäumen per Hektar (also in Abständen von 7 m gepflanzt) ä 8 M. … Welchen besseren Weg kann es da geben, als einen, der gleichzeitig mit der sofortigen Hilfe Lebensmöglichkeiten für die Zukunft schafft — der geeignet ist, nicht bloss den Tagelöhnern, sondern vielen tausend anderen einen lohnenden Unterhalt zu gewähren, die heute der nationalen Sache mit nichts anderem dienen, als mit ihrem blossen Aufenthalt in Palästina!

  3. 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 223 · Olivenbau für Palästina

  4. 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 224 · Olivenbau für Palästina

  5. 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 225 · Olivenbau für Palästina

  6. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 115 · Palästina oder Autonomie

    Wenn sich in den letzten Jahren durch die rege Propaganda der Zionisten die Meinung herausgebildet hatte, dass in diesem Lager die jüdischen Palästina-Bestrebungen den entschiedensten Ausdruck, ja eine last aggressive Form gefunden hätten, so war der letzte Zionisten- Kongress in Basel geeignet, diese Ansicht ganz und gar zu erschüttern. Schon vorher hatte sich nahezu allgemein in den Reihen der Zionisten der schwere Irrtum eingebürgert, als wäre Palästina ohne einen Charter kein Feld zionistischer Tätigkeit. Aber wenigstens war man doch der Ansicht gewesen, dass man dann auf Palästina warten müsse und dass alles zu bekämpfen sei, was auf andere Konzentrationen oder auf weitere Zerstreuung der Juden hinausliefe.

  7. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 116 · Palästina oder Autonomie

    Nun ist freilich gesagt worden, dass der nächste Kongress nur darüber befinden sollte, inwieweit, die zionistische Organisation als solche sich mit der Ugandafrage befassen solle oder dürfe, ohne dass damit das Palästina-Ziel aus dem Auge verloren werde, aber bei klarer Prüfung tritt der Gegensatz zur zionistischen Idee auch hierin schon genügend zutage. … Damals war —in bedauerlicher Unkenntnis der grossen Nähe und sonstigen Eignung Cyperns und in totaler Verkennung des auch im zionistischen Sinne konzentrischen Charakters einer solchen Kolonisation — mit grosser Schärfe der Gegensatz hervorgehoben worden zwischen einer Tätigkeit in Palästina und einer solchen „in Argentinien, am Nordpol oder sonst irgendwo." Wohlverstanden: der Gegensatz! Das zionistische Programm, das vielen so klar schien und jetzt fast allen so unklar geworden ist, wird, wie mir seheint, denen, die an ihm festzuhalten vermeinen oder wünschen, erst wieder bei-

  8. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 117 · Palästina oder Autonomie

    Wenn obiges der Zweck war so werden nun die Mittel umschrieben: Um eine öffentlich-rechtliche Heimstätte in Palästina vorzubereiten (also vorher!), soll die Besiedelung Palästinas (nicht irgendwelcher ferner Länder!) gefördert werden ... 4. … Man kann also nach alledem nicht sagen, dass jedes Mittel, von dem irgendwer sich einen Vorteil für die Palästina-Sache verspricht, zionistisch diskutabel sei. Der palästinensische Zweck soll mit palästinensischen Mitteln erreicht werden — mit Hilfe von Mitteln, die mit der Palästina-Sache in direkterem Zusammenhang stehen, als etwa ein Nachtasyl in Uganda oder eine Kolonisation in Argentinien, von der ja auch viele sagen, dass sie eine Vorstufe zum Palästina-Werke sei. * > Trotzdem diese letztere Ansicht sogar von Männern wie Colonel Goldsmid geteilt wurde, ist die argentinische Kolonisation immer als

  9. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 118 · Palästina oder Autonomie

    Und diese Stellungnahme der Zionisten war berechtigt und behält ihre volle Berechtigung, auch nachdem sich ganz kürzlich herausgestellt hat, dass Baron Hirsch zum Zwecke der Konzentration der Judenwanderung den Argentina-Plan in Angriff genommen hat, und dass er ebenso gern für Palästina zu haben gewesen wäre, hätte, man ihm nur eine Durchführungsmöglichkeit zeigen können! (nach der „Welt" und zahlreichen anderen Blättern). … Und wenn ihr nach seiner provisorischen" Uebersiedelung für die Späteren die Hein>- stätte in Palästina geschaffen haben werdet, und wenn diese Späteren dann vor der Wahl stehen werden, ob sie ihren Freunden und Verwandten, denen es in Argentinien oder in Uganda gut geht, dorthin folgen sollen, oder euch, um sich in Palästina eine Existenz neu zu erkämpfen, so stellt ihr sie vor eine schwere Wahl, die gar nicht ohne Schaden für eure zionistische Idee entschieden werden kann . . denn selbst in dem für euch besten Falle wäre fern vom jüdischen Zukunftslande eine kulturschaffende Gegenwartsarbeit geleistet worden, wie sie immer und überall mit der Begründung von Existenzen verbunden ist.

  10. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 119 · Palästina oder Autonomie

  11. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 120 · Palästina oder Autonomie

    Ich wies dort sofort darauf hin, dass das zionistische Programm „Palästina" und „Autonomie" verlangt, und dass man daher, wenn nicht beides mit einem Male zu haben war, wohl mit Palästina — niemals aber mit der „Autonomie" irgendwo beginnen könne. Denn durch zweckentsprechende Tätigkeit in Palästina lässt sich wohl dort die zunächst noch fehlende Rechtsbasis erringen. Die kann man in ernster Arbeit an vielen Orten erringen.

  12. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 121 · Palästina oder Autonomie

    Was sollte dann aber die ganze Sache auf dem Zionisten-Kongress — in der Gemeinde der Palästina-Zeloten? So rächen sich die hohlen Phrasen! Man hatte sich in die unbedingte Palästina-Grundlage der Bewegung mit einem Fanatismus festgebissen, der bei dauerndem Misserfolg in irgend etwas ganz Verkehrtem enden musste. — Als ich vor Jahren einmal den Satz aufstellte: „der Zionismus beruht auf Judennot und Palästina-Sehnsucht -— die Judennot ist die stärkere Triebkraft von beiden," da zeterten die Zeloten über diesen Materialismus. … Es heisst dort: „Und auch das wohlverstandene Programm der Zionisten lässt keinen Zweifel, dass da kein auf seine kleinsten Dimensionen reduziertes Palästina gemeint sein kann. Man braucht nur für die Vokabeln des ersten Programmsatzes die entsprechenden Zahlenwerte zu setzen, um die absolute Haltlosigkeit einer solchen Annahme sofort einzusehen: Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk (10 — 12 Millionen Seelen) die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina (28 000 Quadratkilometer).

  13. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 122 · Palästina oder Autonomie

    - 122 — Und heute möchte ich sagen: Wenn es die Konzentration sein soll, so kann es nur Palästina sein, denn für jeden anderen Vorschlag gibt es endlose Gegenvorschläge. Wenn es Palästina sein soll, so muss es ein „grösseres Palästina" sein, denn die Beschränkung auf die engsten Grenzen schliesst prinzipiell den weitaus grösseren Teil der Nation aus. Wenn es ein „grösseres Palästina" sein soll, so muss in den nächsten Nachbarländern angefangen werden, damit der Zusammenhang der Kolonisationen gewahrt bleibt.

  14. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 123 · Palästina oder Autonomie

    Das, worin alle noch erklärtermassen einig sind — die gemeinsame Grundlage — das ist die Forderung der Heimstätte in Palästina. Was davon abweicht — im guten wie im falschen Sinne — das gehört nicht zur Hauptstellung — das sind vorgeschobene Posten — darüber herrscht keine Einigkeit — das verwirrt und bedroht das Ganze — das gefährdet die mühevolle Arbeit dieser Jahre.

  15. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 124 · Palästina oder Autonomie

  16. 1903-10-16 · 42 (16.10.1903) · p. 3 · Neues aus Palästina

    Nr. 42 „bie # Weit" Seite 3 „Wir müssen uns für Palästina so sehr als möglich interessieren/ schloss U ssischkin unsere Unterhaltung, da mehrere Reporter von Tagesblättern darauf warteten, vorgelassen zu werden, „wir werden nun an dem Charter von unten nach oben bauen. Wenn wir in Palästina einen gesunden jüdischen Kern haben werden, dann kann der Charter nicht ausbleiben, den wir von Palästina aus anstreben wollen.

  17. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 3 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    — 3 — PALÄSTINA ALS KOLONISATIONSGEBIET. Von Prof. Dr. O. War bürg. Den Bestrebungen, die jüdische Kolonisation nach dem Orient und speziell nach Palästina zu lenken, wird neben den ja tatsächlich vorhandenen politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten vor allem der Einwand entgegengehalten, dass das Land sich für die Kolonisation nicht eigne, es sei durch die 1000jährige Vernachlässigung und Misswirtschaft in eine hoffnungslose und kaum mehr besserungsfähige Verfassung geraten, die zunehmende Devastierung der Wälder habe das Klima verändert, die geringe Erdkrume, welche sich auf den an sich schon dürren Berghängen gebildet hatte, sei durch die winterlichen Sturzregen, die nicht mehr von den Waldungen aufgehalten werden, herabgespült, während die Täler und Ebenen durch das Fehlen jeglicher Flussregulierungen versumpften und Brutstätten der schlimmsten Fieber- ';miasmen wurden. … In Anbetracht dieser so gewichtigen Einwände ist es wohl von Bedeutung, die Grundlagen, auf denen sich jede Kolonisation in Palästina und den Nachbarländern aufbauen muss, sowohl jede von aussen kommende, als jede innere Kolonisation, einer ernsten Kritik zu unterziehen.

  18. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 7 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    Gartenkultur hingegen vermag noch, weit mehr als 105 Seelen p. qkm (also ca. 1 Seele per Hektar) zu ernähren, wie Japan und China beweisen, wo in *) Socin meint (Art. Pal. in Enc. Bibl. § 21) dass Palästina ehemals etwa viermal so stark bevölkert gewesen sei als jetzt, es seien 96—115 Einwohner auf den Quadratkilometer gekommen; Schwöbel (ZDPV. 1904, S. 47) nimmt 120 Einwohner pro Quadratkilometer zur Blütezeit Galiläas an. … S. 37). **) d. h. die Wilajets Haleb (Aleppo), Beirut, Surja (Syrien) sowie die Mutessarifliks Libanon und el Kuds (Jerusalem), also inklusive Palästina.

  19. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 8 · Palästina als Kolonisationsgebiet

  20. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 9 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    Man sieht also klar, dass die Bevölkerungsmasse, welche Palästina schon jetzt aufnehmen könnte, falls nur die nötigen Bewässerungskanäle und Terrassierungen gemacht werden, selbst wenn sich keinerlei grössere Industrien entwickeln, eine vielfach grössere ist, als die günstigstenfalls im Lande selbst für die Kolonisation zur Verfügung stehende Zahl in den Städten Palästinas ansässiger Juden. … Ernährt doch Belgien, ein Land von 29 457 qkm, also ungefähr so gross wie Palästina, ohne Schwierigkeit eine Bevölkerung von fast 7 Millionen Seelen. Ob Palästina je eine derartige industrielle Blüte wird erreichen können, ist schwer vorauszusehen, es sei aber darauf hingewiesen, welche ungehobenen Schätze es nach neueren und neuesten Forschungen an Phosphaten, Asphalt, Schwefel, Salz und wahrscheinlich auch an Petroleum besitzt, welche enormen Reichtümer an Kali und Brom in dem Wasser des Toten Meeres stecken, und welche gewaltigen, bisher im Detail noch gar nicht einmal berechneten Wasserkräfte für alle Arten von Industrien im Jordan allein zur Verfügung stehen, der, am Hermon bei 370 m Höhe entspringend, sich bei 394 m unter Meereshöhe in das Tote Meer ergiesst, was also einen Fall von 764 m repräsentiert, während die östlichen Zuflüsse des Toten Meeres, die ihm zusammen ebensoviel Wasser zuführen wie der Jordan, bei kurzem Laufe gleichfalls ein Gefälle von vielen Hundert Metern haben.