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  1. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Ein Volk aber können wir nicht ohne ein Land werden, ohne einen territorialen Mittelpunkt, in dem die Juden nicht wie in den Ländern der Diaspora wirtschaftlich und kulturell einer andersnationalen Mehrheit eingegliedert sind, sondern einen selbständigen Wirtschaftskörper bilden und ihr eigenes geistiges Leben führen. Zum Aufbau der Heimstätte, die für uns nur in Palästina sein kann, bedürfen wir der Menschen, die — ganz von dem nationalen Ideal erfüllt — bereit sind, für es zu leben und zu sterben. So ist also der jüdische Nationalismus nicht ohne ein jüdisches Palästina, ein jüdisches Palästina aber nicht ohne die große jüdische Volksidee denkbar. Und aus diesem Grunde ist der Nationalgedanke nicht etwa eine chauvinistische Kampfparole, sondern ein unerläßliches aufbauendes Prinzip.

  2. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    In Berdyczewsky verlieren wir nicht nur einen starken und geistreichen Schriftsteller, sondern auch einen tiefen, echtiüdischen Denker. * * * Aus der jüdischen Welt Palästina Neuer Landkauf in Palästina. Die amerikanische Zion Comonwealth (amerikanische „Achuso“) hat 13 000 Dunam Land im Tale Jesreel gekauft, zum Preise von 250 000 Dollar. … Gemäß den Plänen der Zion Comonwealth sollen auf dem neu erworbenen Boden Gartenstädte errichtet werden. (J.C.B.) Zementexport nach Palästina. „Manchester Guardian Commerciial“ schreibt: „Die Bautätigkeit in den palästinensischen Städten, besonders in Jaffa, ist im Zunehmen begriffen.

  3. 1908-01-01 · 1908 · p. Seite 129 · Hans Block: Meine Antwort

    Der empfundene Rassengegensatz ist ebensosehr de^ J3rund des Antisemitismus wie empfundene wirtschaftliche Gegensätze. Unser Streben ist darauf gerichtet, Palästina wieder zu einem Zentrum jüdischen Lebens zu machen und zu einer Heimstätte für die wandernden Juden. Ich glaube nicht, daß diese Bestrebungen die deutschen Interessen irgendwie tangieren. t Die Zugehörigkeit zu zwei verschiedenen sozialen Kreisen schließt fiir den Menschen sicherlich die Möglichkeit innerer Konflikte ein.

  4. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Schaffen wir diese Möglichkeit, dann wird sich über ganz Palästina ein Netz von Darlehenskassen und Konsumgenossenschaften ausbreiten, was zur gesunden wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas führen wird. Unsere jungen Freunde und Brüder, die hinaufgehen nach- Palästina, haben durch die Beschaffenheit Palästinas schon genügend Hindernisse zu übersteigen, daß es nicht notwendig ist — kalt und unberührt — auch ihnen noch die materiellen Sorgen schlimmster Art zu überlassen, durch die der Aufbau Palästinas gefährdet wird.

  5. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Das ist ein Standpunkt, der ganz berechtigt wäre in einem Lande, wo die Regierung wirklich die Gewalt in der Hand hat und entschlossen ist, ohne Rücksicht auf politische Erwägungen, Leib, Leben und Gut der Bürger zu schützen, aber er ist ganz unangebracht in Palästina; waren doch nach einer offiziellen Erklärung der Regierung am 2. November sämtliche Polizisten ohne Waffen. Was ist der Grund, daß die Regierung an einem kritischen Tage den Hütern der Ordnung keine Waffen in die Hand gab, wenn nicht das Mißtrauen der Regierung zu eben diesen Menschen? … Sie sieht in dem Selbstschutz der Minorität gegen die Majorität eine Notwendigkeit und Pflicht, solange die gegenwärtigen recht unsicheren Zustände in Palästina andauern. In der ersten Verzweiflung über die Fällung des Urteils fanden in allen Synagogen improvisierte Versammlungen statt, man beantragte Schließung der Läden, Proteststreiks usw.

  6. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Eine ungeheure Chance bietet sich — vielleicht zum letzten Mal — dem jüdischen Volk. Ein jüdisches Palästina kann werden — wenn wir wollen. Ein Land, von jüdischem Fleiß erbaut, mit jüdischem Schweiß gedüngt, mit jüdischem Blut verteidigt — ein Land des Friedens und schöpferischer Arbeit. … Aber heut, nur heut ist der Anfang zu machen. Noch ist die Chance in unserer Hand. Man bot Palästina, das Römer, Araber, Türken verwüsteten, den Juden an, die es erbauen sollen. Ein Land erhält man nicht geschenkt, man muß es sich erwerben.

  7. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Jüdisches Leben in der Diaspora Jüdische Berufsumschichtung — auch in Südafrika „Ich begrüße aufs wärmste die Bewegung, die sich besonders in Deutschland zeigt: die jungen Leute schon vor ihrer Auswanderung nach Palästina mit der Landwirtschaft vertraut zu machen. Diese Bestrebungen müssen in anderen Ländern nachgeahmt und von den Zionisten dieser Länder als ein wichtiger Teil ihrer Tätigkeit im Galuth gefördert werden.“ Diese Worte sprach Dr. Arthur Ruppin, der Leiter der zionistischen Wirtschaftspolitik, vor dem Plenum des Karlsbader Kongresses, und er berührte mit ihnen ein Problem, von dessen Lösung der Erfolg und die Dauer der jüdischen Aufbauarbeit in Palästina in nicht geringem Maße abhängt. Gemeint ist die Frage der jüdischen Berufsumschichtung, die neuerdings weite Kreise des Judentums — des zionistischen wie des nichtzionistischen — mit wachsendem Interesse erfüllt.

  8. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    606 Das Jüdische Echo Nr. 47 Syrien und Palästina reichten, bildete sich unter neuplatonischem, christlichem und lokal-heidnischem Einfluß im Laufe der Zeit zu einem merkwürdigen Religionsgebilde um, von dem nicht feststeht, ob es dem Mohammedanismus. dem Christentum oder keinem von beiden zugehört. … Nov. passierten 2 Gruppen Chaluzim aus Litauen und Rußland auf der Durchreise nach Palästina München. Dank der Mitwirkung freiwilliger Helferinnen und Helfer klappte die Versorgung vorzüglich. Ebenso konnte durch das Entgegenkommen der Bahnverwaltung jedesmal ein Koupee reserviert werden.

  9. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Krombach ist der Ansicht, daß der Zentralverein nicht im zionistischen Sinn in Palästina arbeiten könne (das wurde auch nie von ihm verlangt! Anm. d. Red.), wohl aber sei die Palästinafrage ein Problem, bei dem auch das Gefühl mitzusprechem hat und dlas für viele eine religiöse Bedeutung hat. … In der Tat handelt es sich um düe nämliche Sache, denn die feindliche Stellung des Zentral Vereins gegenüber dem Jugendverband ist darauf zurück^ zuführen, daß der Jugendverband sich der Zionismusfreundlichkeit verdächtig gemacht hat. Die eingebraehten Resolutionen zur Palästina- und zur Jugendfrage waren gezeichnet von folgenden Herren: Ortsgruppe Essen: Dr. Krombach, Dr. Hahn, Dr. Reis-Krefeld, Moritz Levy-Krefeld, Dr.

  10. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Könnt ihr Chanukah feiern und die echten Enkel der Makkabäer im Stich lassen? Man wird für Palästina Geld, viel Geld verlangen. Aber jene geben ihr Leben. Man wird Liebe und Interesse von euch verlangen. Aber jene geben Jugend und tausend euch selbstverständliche Freuden und Erleichterungen willig dahin. … Sie sieht in dem Selbstschutz der Minorität gegen die Majorität eine Notwendigkeit und Pflicht, solange die gegenwärtigen recht unsicheren Zustände in Palästina andauern. In der ersten Verzweiflung über die Fällung des Urteils fanden in allen Synagogen improvisierte Versammlungen statt, man beantragte Schließung der Läden, Proteststreiks usw.

  11. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Damit hatte der Jugendverband als erste nichtzionistische Organisation das Palästina<- problem als eine allgemein jüdische, über allen Parteien stehende Angelegenheit bezeichnet. Palästina ist zum Gemeinschaftserlebnis der deutschen Juden geworden. … Dieses Komitee soll zu einem ganz Deutschland umfassenden Komitee erweitert werden und wird dann einen Aufruf an alle Juden Deutschlands erlassen. Palästina und die darin und dafür geleistete Arbeit wird den Beweis zu erbringen haben, ob dile Juden aufbauen können. Die lebhaft einsetzende Aussprache beschäftigte sich fast ausschließlich mit der Stellungnahme des Vortragenden zur Palästinafrage.

  12. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    . — Der Generalstaatssekretär der zionistischen Organisation von Amerika sprach in einem Vortrag die Hoffnung aus, daß im Laufe des Jahres für den Keren Hajessod für Palästina 15 Millionen Dollar gesammelt werden könnten. (J.P.Z.) Gemeinden-u. Vereins-Echo Chaluzim-Fürsorge. Donerstag, den 24. passierten drei Gruppen von 45 Ghaluzim, größtenteils aus Litauen und Kurland auf der Durchreise nach Palästina, München.

  13. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Auch Leute* die in westdeutschen Bergwerken und Fabriken gearbeitet haben, hätten sich gut bewährt. — Wer nicht nach Palästina gehen könne, müsse sich für den Keren Hajessod betätigen. Die Maaßerpflicht müsse unbedingt ernst genommen und der Kongreßbeschluß, daß niemand ein Ehrenamt bekleiden könne, der seiner diesbezüglichen Pflicht nicht genügt habe, unter allen Umständen durchgeführt werden. — Der Antrag des Vorstandes, der Möglichkeit der Einbeziehung der Zionistensteuer in die Maaßervcrpflichtung fordert, solle zurückgestellt werden, bis die von der Zion. … Das wichtigste sei die Förderung der Chaluzbewegung. Durch die Einstellung auf Palästina und die Überführung der Jugend zu palästinensischen Berufen allein könne die Krise in unserer Jugendbewegung, die sich im Blau-Weiß wie im K.

  14. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    „Wir haben,“ so führte der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Deutschland aus, „auf die Resolution des Zentralvereins gegen den Keren Hajessod nicht mit Kampf geantwortet; wir glauben noch immer an die Möglichkeit einer Zusammenarbeit der deutschen Juden für Palästina und . sehen^ darin die wesentliche Voraussetzung für jedes Zusammenarbeiten auf anderem Gebiet, für die viel gewünschte jüdische Einheitsfront. … Der Gruppen verband arbeitet für die Verwirklichung der zionistischen Idee innerhalb Bayerns und Württembergs und steht auf dem Boden des Basler Programms, welches in seinem Hauptsatze lautet: Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. § 3. Die Organe des Gruppenverband.es sind: I. Die Vorstandschaft, II. der Gruppen verbandstag, § 4. Die Vorstandschaft setzt sich zusammen aus: 1. dem geschäftsführenden Ausschuß, 2. den Vertretern der Gruppen. § 5.

  15. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Als besonders gute Landarbeiter bewiesen sich die Chaluzim *), die durch ihre Einstellung auf die Landarbeit in Palästina fiir die Umschichtung besondere psychische Ene rgien rnitbrachten. Ungelernte Arbeiter in die Industrie unterzubringen, schien in den ersten Monaten nach der Demobilmachung unmöglich. … Es fanden hier nicht nur die schon oben erwähnten Kategorien gelernter Arbeiter (Schlosser, Monteure, Tischler usw.), sondern auch Ungelernte als Hilfsarbeiter in Gruben, Zechen, Hütten, Gießereien, Stahlwerken, bei Ent- und Beladiearbeiten, bei Erd- und Bauarbeiten usw. Beschäftigung. Die jüdischen Ar¬ *) Palästina-Pioniere. KRIII-UCKO DAS HAU S Bnm«fcM-«#^l*WTHEATINERSTR 16 TELEFON 27831 — 32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN Nr. 42 Das Jüdische Echo 5.?

  16. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    In der Tat handelt es sich um diie nämliche Sache, denn die feindliche Stellung des Zentralvereins gegenüber dem Jugendverband ist darauf zurückzuführen, daß der Jugendverband sich der Zionismusfreundlichkeit verdächtig gemacht hat. Die eingebraehten Resolutionen zur Palästina- und zur Jugendfrage waren gezeichnet von folgenden Herren: Ortsgruppe Essen: Dr. Krombach, Dr. Hahn, Dr. Reis-Krefeld, Moritz Levy-Krefeld, Dr.

  17. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Der judenheit der Diaspora erwächst die große Aufgabe, am Werk des Wiederaufbaues des jüdischen Palästina mit allen Kräften mitzuarbeiten, mit ihren geistigen, moralischen und ihren materiellen Mitteln. „Der Zionismus ist keine Partei.“ Dies Wort Herzls gilt heute, wo die praktische Aufbauarbeit beginnt, mehr noch, als zu der Zeit, in der es der große Führer gesprochen. … Eine große Zahl von Broschüren wurden an geeignete Persönlichkeiten versandt, manche Nummern der „Jüdischen Rundschau“ mit Mutzen weitergegeben, die „Keren Hajessod“-Zeihchri!i „Das Neue Palästina“ auf unsere Veranlassung einer größeren Anzahl von Personen zu'gestellt. — Die Schaffung einer Gruppenverbandsbibliothek, die insbesondere unseren Freunden in den kleinen Gemeinden zu Gute kommen soll, ist in die Wege geleitet.

  18. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Der Gruppenverband arbeitet für die Verwirklichung der zionistischen Idee innerhalb Bayerns und Württembergs und steht auf dem Boden des Basler Programms, welches in seinem Hauptsatze lautet: Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. § 3. Die Organe des Gruppenverbandes sind: I. Die Vorstandschaft, II. der Gruppenverbandstag. § 4. Die Vorstandschaft setzt sich zusammen aus: 1. dem geschäftsfühTenden Ausschuß, 2. den Vertretern der Gruppen. § 5.

  19. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Dieses Komitee soll zu einem ganz Deutschland umfassenden Komitee erweitert werden und wird dann einen Aufruf an alle Juden Deutschlands erlassen. Palästina und die darin und dafür geleistete Arbeit wird den Beweis zu erbringen haben, ob diie Juden aufbauen können. Diie lebhaft einsetzende Aussprache beschäftigte sich fast ausschließlich mit der Stellungnahme des Vortragenden zur Palästinafrage.

  20. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Ein neuer Zustrom ist seit langem unmöglich, da die Grenzen nach Osten abgesperrt sind, und durch eiben fortgesetzte Abwanderung der Ostjuden nach Westen, nach den Vereinigten Staaten und in geringem Grade nach Palästina, vermindert sich in nicht unerheblichem Umfang und überdies beständig ihre Zahl bei uns. Es ist also ein agitatorisches Märchen, daß Deutschland von Ostjuden überflutet wird.