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  1. 1910-01-01 · Heft 8 · p. Seite 167 · Jüdische Frauenarbeit für Palästina

    auf .ähnlichem Gebiete arbeiten. Nach der ganzen Entwicklung der jüdischen Arbeit in Palästina können wir aber zuversichtlich darauf rechnen, daß alle dort arbeitenden Institute die Entstehung einer Frauenorganisation mit ihren neuen Anregungen, Kräften und Mitteln mit Freude begrüßen werden, und daß in zahlreichen Fällen ein Zusammenarbeiten oder ein Hand-in-Hand-Arbeiten sich ganz von selbst herausbilden wird. … Er gründete den Jüdischen Kolonisationsverem Wien, der aufklärende Vorträge über Palästina veranstaltete, und Fonds zu einer von Baurat Stiassny geplanten Kolonie sammelt. Auch die Kunstgewerbeschule Bezalel erhielt von dem Verein eine Subvention für das Kupferarbeitsatelier.

  2. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 108 · Eine Siedlungsgenossenschaft in Palästina

    zu verspüren. Die JCA. arbeitet seit einiger Zeit wieder stärker in Palästina und — abgesehen von den Leistungen vieler kleiner Vereine — die zionistische Organisation sowie der Jüdische Nationalfonds haben endlich eingesehen, daß sie Instrumente zur Kolonisation schaffen müssen. … Diese aber bilden die Hauptmasse der jüdischen Emigranten aus den östlichen Ghetti. Als landwirtschaftliche Arbeiter haben sie in Palästina geringe Aussichten. Auch ist nicht anzunehmen, daß, wie immer sich die Bauernkolonisation in Palästina gestalten sollte, das Los des landwirtschaftlichen Arbeiters ein so gutes werden sollte, daß die Erscheinung der „Landflucht" nicht eintreten würde, wie in Europa überall.

  3. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 109 · Eine Siedlungsgenossenschaft in Palästina

    Der Grund, warum derselbe nicht weiter verfolgt wurde, liegt darin, daß das betreffende Gut sich punkto Bodengüte nicht als geeignet erwies. Den Versuch in Palästina zu machen, empfiehlt Oppenheimer hauptsächlich aus folgenden Gründen: Er sieht den Kernpunkt des Problems der Proletarieransiedlung darin, auf welchem Wege diese die nötigen Mittel; resp.

  4. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 110 · Eine Siedlungsgenossenschaft in Palästina

    Einige praktische Details mögen. aus folgendem Briefe, den Franz Oppenheimer noch vor seiner im April erfolgter Reise nach Palästina an den Schreiber dieser Zeilen gerichtet hat, entnommen werden. „Auf Ihren Wünsch will ich Ihnen noch einmal die praktischen Grundlinien meines Planes mitteilen, soweit sie sich ohne Kenntnis des Landes darstellen lassen, auf dem er verwirklicht werden soll.

  5. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 111 · Eine Siedlungsgenossenschaft in Palästina

    Der Zuzug von Konsumenten ermöglicht den Uebergang zu immer intensiverem Betrieb der Landwirtschaft, d. h. Verwendung neuer Kräfte (was allerdings in Palästina durch die landwirtschaftlichen Steuergesetze sehr erih

  6. 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 207 · Direkte Aktion in Palästina

    :: PALÄSTINA :: MONATSSCHRIFT FÜR DIE ERSCHLIESSUNG PALÄSTINAS. VIL JAHRGANG 1910 HEFT 10 Direkte Aktion in Palästina. Das Interesse an der Arbeit in Palästina dringt in immer weitere Kreise. … Nur wenn dieser in irgend einer Weise in lebhafte direkte Beziehung zu Palästina treten wird, kann nach beiden Richtungen hin das Möglichste geleistet werden. In den letzten Jahren haben sich ja auch in Westeuropa die früher fast unbekannten Beziehungen zwischen Palästina und Golusjudentum ausgebreitet.

  7. 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 208 · Direkte Aktion in Palästina

    Dieses Moment ist auch bei größeren Käufen zu berücksichtigen. Die Pflanzungen in Palästina geben durchschnittlich eine sehr gute Verzinsung, 10 bis 15 Prozent sind keine Seltenheit. Und daß der Bodenwert steigt, ist eine bekannte und unausbleibliche Erscheinung.

  8. 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 209 · Direkte Aktion in Palästina

    Mögen diese Anregungen auf fruchtbaren Boden fallen! _ M *) Die Leitung von „Palästina" ist gerne bereit, auf jede Art von Anfragen Auskünfte zu übermitteln. 209

  9. 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 212 · Eine Spitzenindustrie für Palästina

    Aber die wenigsten Einwanderer gehören zur besitzenden Klasse, und für die Minderbemittelten und Besitzlosen können nur Einwanderungsländer in Frage kommen, die Arbeitsmöglichkeiten bieten. Diese waren in Palästina in nennenswertem Maße bisher nicht gegeben, und darum — aus keinem anderen Grunde — hat auch eine grö ß e re Einwanderung nicht stattfinden können. Anders ist es nicht zu erklären, daß Palästina — das so viel nähere, leichter und billiger zu erreichende Land, das Land mit der jüdischen Entwicklung (von allen gefühlsmäßigen Argumenten zu schweigen) — nicht das Ziel 212

  10. 1910-01-01 · Heft 1 · p. Seite 30 · Genossenschaftliche Darlehenskassen in Palästina

    Genossenschaftliche Darlehnskassen in Palästina. Kurz nach der Aufnahme ihrer Tätigkeit (i. J. 1903) begründete die Anglo Palestine Co. die ersten 2 Leihgenossenschaften in Pethach Tikwah (im Februar und März 1904).

  11. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 112 · Eine Siedlungsgenossenschaft in Palästina

  12. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 114 · Eine Siedlungsgenossenschaft in Palästina

    Dem Andenken Herzls, das vor wenigen Tagen allerorten gefeiert wurde, ist in Palästina in buchstäblichem Wortsinn ein lebendiges Denkmal gesetzt — der H e rz 1 w a 1 d: ein Werk pietätvoller Erinnerung sowohl, als lebenspendenden Segens. … Im verflossenen Frühjahr wurden die ersten 250 Dunam mit Oliven-, Mandeln- und verschiedenen Fruchtbäumen bepflanzt*). >\ *) Durch Zahlung von M. 6.— K 7.— kann man einen Oelbaum in Palästina auf einen beliebigen Namen pflanzen. — Spenden sind zu richten an die Sammelstelle des „Jüdischen Nationalfonds'" 114

  13. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 127 · Jüdische Frauenarbeit für Palästina

    Hilfe am unmittelbarsten in Anspruch nimmt, das ist das Los der allerjüngsten Einwanderung, die sich als eine Folge der russischen Pogrome in den letzten Jahren nach Palästina gewandt hat. Man kann rechnen, daß etwa 6000 Juden dieser Kategorie in den letzten zwei bis drei Jahren nach Palästina gekommen sind, die meist aller Mittel entblößt, auch nicht diejenigen Kenntnisse und Berufe besaßen, die sie befähigt hätten, bald einen Erwerb zu finden; sie hatten also einen schweren Kampf, bis sie eine Existenz erringen konnten. … Diese Juden, die ebenfalls meist aus Osteuropa stammen, sind zum Teil durch die Zustände ihrer Wohnlähder, zum Teil durch den Wunsch, in Palästina dem Studium der Lehre zu leben, veranlaßt worden, nach Palästina zu kommen. Zum Teil mögen sie Mittel besessen haben, die meisten rechneten auf die frommen Spenden aus der ganzen Welt, die unter der Bezeichnung „Chalukah" nach Palästina fießen.

  14. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 128 · Jüdische Frauenarbeit für Palästina

    Andererseits gibt es — speziell in Osteuropa — Chalukahdistrikte, deren arme Bevölkerung nur sehr geringe Beträge für die zahlreichen Juden spenden können, die gerade aus diesen ärmsten Distrikten nach Palästina gegangen sind. So gibt es Chalukaheinkünfte, die per Kopf und Jahr nur wenige Francs ausmachen, aber von diesen Aermsten unserer Armen doch um so höher geschätzt werden, weil es das einzige Einkommen ist, auf das sie mit Bestimmtheit rechnen können. Das Hungerleben dieser ärmsten Schichten der jüdischen Bevölkerung in Palästina ist schwer zu schildern und wäre noch schwerer zu glauben. Man möchte fast sagen, daß nur die häufigen Krankheiten in dieser Bevölkerungsschicht, durch die sie gelegentlich Hospitalskost bekommen, sie am Leben erhält.

  15. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 129 · Jüdische Frauenarbeit für Palästina

  16. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 130 · Jüdische Frauenarbeit für Palästina

    Es ist sicherlich eine Schande, wenn die Judenheit bis heute wohl Millionen für Palästina aufbringen konnte, aber daß mit diesen Geldspenden nicht ein System verbunden worden ist, das allein dem Gelde einen höheren Wert verleiht. … Yemenitisehe Juden wandern in letzter Zeit immer mehr und mehr nach Palästina ein. In Yemen (Südarabien) sind die Zustände unerträglich, und die dortigen Juden haben kein anderes Auswanderungsgebiet als Palästina, wohin sie — vielfach unter den größten Strapazen und Entbehrungen — sich wenden.

  17. 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 131 · Jüdische Frauenarbeit für Palästina

    Im Jahre 1881 ging Conder ein zweitesmal nach Palästina, mit der ungleich schwierigeren Aufgabe der Erforschung des Ostjordanlandes betraut. Es gelang ihm 500 Quadratmeilen auch des Ostjordanlandes zu durchforschen und aufzunehmen. … Diese Arbeiten sind für die Geographie Palästinas grundlegend und sollen auch in Bezug auf die Identifizierung des biblischen Palästina von größter Bedeutung sein. Viele seiner Hauptwerke sind biblisch-archäologischen Inhalts, einesbehandelt die Geschichte des Juda Makkabi. a 131

  18. 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 213 · Eine Spitzenindustrie für Palästina

    Die Millionen, die erforderlich sind, um die jüdische Bevölkerung Palästinas vor dem Verhungern zu schützen, oder um der Auswanderung aus Osteuropa ein Mindestmaß an Unterstützung zu bieten, gehen mit Not und Mühe ein, aber für den systematischen Ausbau der jüdischen Position in Palästina auf dem Wege der „Hilfe durch Arbeit" können wir — das ist eine Tatsache — vorläufig nur auf minimale Mittel rechnen. … Die Großindustrie arbeitet in der Hauptsache mit großen Mitteln, teuren Anlagen, beträchtlichen Materialkosten und wenig Menschen. Palästina ist dafür noch nicht reif, und wäre es anders, so würden wir doch nichts damit anfangen können, da wir ja weder die großen Mittel, noch ein Interesse an der „Einwanderung von Maschinenanlagen", sondern 213

  19. 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 214 · Eine Spitzenindustrie für Palästina

    Es ist zu wünschen, daß diesem Zweige unserer Kolonisationstätigkeit größere Aufmerksamkeit zugewendet werde — nicht etwa, um der landwirtschaftlichen Kolonisation Interesse, Kräfte und Mittel zu entziehen, sondern um für Palästina Menschen und Mittel heranzuziehen, die sich sonst anderen Ländern zuwenden würden. — In diesem Zweige der Industrie gibt es bereits Spezialitäten, bei denen die pro Arbeitskraft erforderlichen Geldmittel schon ziemlich gering sind. — Aber in der großen Mehrzahl der Fälle sind diese Mittel doch noch zu groß und die Entwicklung zu langsam.

  20. 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 215 · Eine Spitzenindustrie für Palästina