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Dr. phil. David Strauß, Zürich: Das Interesse an Palästina. Es giebt Länder, die man kaum in der Tagesliteratur erwähnt findet. Sie führen ein ruhiges Dasein, ohne Fortschritte und ohne Entwicklung, sie existieren im Stillen und machen nicht von sich reden. … Früher betete man um Jerusalem und Zion und hoffte auf den Erlöser, der das Land befreie und wieder blühend mache. Heute wird in jüdischen Kreisen nicht mehr allein um Palästina gebetet, heute wird für das Land der Väter auch gearbeitet. Und diese Aenderung in der Gesinnung hat der Zionismus vollbracht.
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Herzl ist es trotz seinen vorzüglichen Verbindungen nicht gelungen, in Palästina zu gunsten seiner Idee viel zu erringen. Der Sultan, der viel Geld brauchen kann, konnte sich nicht dazu verstehen, dem Zionismus Konzessionen zu machen, obwohl er als ein Freund der Juden anzusehen ist. … Diese Einwanderung findet in der Oeffentlichkeit Beachtung, namentlich von seiten derjenigen Politiker, die da glaubten, Palästina müsse einstens unter französischem Protektorat stehen. So brachte der Pariser „Temps" in jüngster Zeit eine Nachricht, „wonach die Zahl der Juden in Palästina immer mehr zunehme.
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Man kann sicher sein, daß binnen 10 Jahren 2 Millionen Juden in Palästina sein werden." So spricht sich dies ministerielle französische Organ über die Zukunft des Landes aus, muß aber wohl oder übel den jüdischen Einwanderern folgendes Lob zollen: „Das sind keine Bettler, sondern ackerbautreibende Arbeiter, Handwerker und Kaufleute. … Wir glauben aber, daß die Türkei keine Angst vor den Juden hat und mit Vergnügen sieht, wenn tüchtige Leute in Palästina einwandern und dem Lande Segen und Gedeihen bringen. Noch ist Palästina kein Land, das Tausenden und Tausenden von Einwanderern eine Existenz bieten kann.
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Paul Nathan empfiehlt dem Hilfsverein in allen Schulen, die der Verein in Palästina unterhält, das Hebräische eingehend unterrichten zu lassen, daß die alte Sprache der Bibel in unseren Tagen wieder neu aufblühen und zur Sprache des täglichen Verkehrs würde. Auch hat der Hilfsverein eine Musterfarm errichtet, wodurch für die Hebung der Landwirtschaft und Bodenkultur in Palästina und für die Ausbildung von jüdischen Kolonisten ein Schritt vorwärts gethan worden ist. Die Lehrer in Palästina sollen dort auch während ihrer Ferienzeit noch praktische Unterweisung erhalten.
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Leo Metmann, Direktor des hebräischen Gymnasiums in Jaffa: Die hebräische Sprache in Palästina*). Mit den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts beginnt für die hebräische Sprache eine durchaus neue Epoche ihres Lebens und ihrer Geschichte.
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In der jüdischen Kolonie Rischon le Zion baute Baron Rotschifti mit einem Aufwand von über einer Million Mark einen Weinkeller der an maschineller Vollkommenheit kaum hinter den ersten europäischen Weinkellern zurückstand und eher an den Rhein als irgendwohin nach Palästina gepasst hätte. Das alles geschah, bevor man auch nur im mindesten dafür besorgt war, für die in Aussicht genommenen Unmengen Wein einen Absatzmarkt zu schaffen.
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Die Häuser sind schablonenhaft aufgebaut, und die häss- Iichen roten Ziegeldächer passen auch nicht im geringsten in die Nachbarschaft der meisten arabischen Bauten mit den gewölbten Kuppeln, die sicherlich noch heute die Bauart des alten Palästina verkörpern, denn die Art der Architektur eines Landes ist ja nichts Zufälliges, absichtlich Erfundenes. Sie wird bedingt durch das vorhandene Baumaterial, durch Eigenart und Neigungen der Bewohner, klimatische Verhältnisse, und nicht zum wenigsten durch die Gestaltung und die Schönheitsformen des Landes und seiner Tiere.
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Dann werden nicht nur die Fremden unsere Kolonien mit ganz anderen Augen ansehen und ihnen grösseres Interesse zuwenden, sondern die Kolonisten selbst werden Freude an ihrem Besitztum und eine erhöhte Anhänglichkeit an die Scholle gewinnen. Palästina soll unseren Biauera nicht nur ein Land grosser Vergangenheit, politischer Zukunft, sondern auch (behaglicher und lebensfroher Gegenwart werden.
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Die /'Bemerkungen des Korrespondenten über die notwendigen Reformen der deutschen und der allgemeinen Chaluka in Jerusalem und Palästina haben weniger auf dem neu errichteten Amsterdamer Jerusalemer 237
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Jüdische Frauenarbeit für Palästina.*) Von Davis Trietsch-Beriin. IL Wenn wir von einem Fürsorgedienst sprechen, der für Palästina zu organisieren wäre, so stehen wir zunächst der großen Aufgabe gegenüber, die Armenpflege und Krankenpflege uns bieten.
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Hier, wäre ein großes und wichtiges Arbeitsfeld gegeben, Es würde sicherlich leicht sein, die nötige Anzahl von Pflegerinnen zu finden, die gern nach Palästina gehen möchten, wenn ihnen nur die Möglichkeit geboten würde, dort 159
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picht fehlen dürfte. Das Schulwesen in Palästina steht heute schon auf wesentlich! höherer Stufe, als noch vor einigen Jahren. Die Einwanderung bemittelter Elemente, die in den letzten beiden Jahren stattgefunden hat, gab Veranlassung zu ganz wesentlichen Verbesserungen. … Aber auch außerhalb des eigentlichen Schulwesens ist in Palästina mancherlei Aufklärungsarbeit zu leisten. Kurse, resp. Vortragsabende über Hygiene und dgl. könnten segensreich wirken und würden manchem Übel an der Wurzel abhelfen.
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Hausindustrie oder sonstige industrielle Beschäftigung könnte in kurzer Zeit weit größere Summen nach Palästina 'fließen lassen, als alle jüdischen Fonds (einschließlich der Millionen von Chalukahgeldern) zusammengenommen. Da dies vielleicht Zweifel hervorrufen könnte, so sollen hier einige Beispiele angeführt werden, mit denen die Behauptungen belegt werden.
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Gerade in der letzten Zeit ist zwar in diesem speziellen Artikel eine Preisverminderung eingetreten, doch war ja keineswegs das beste System und der gangbarste Artikel gewählt worden. Heute schon werden in Palästina (meist von der nichtjüdischen Landbevölkerung) kleine Häkelarbeiten und sogenannte „Nadelspitzen" hergestellt, und teils nach Konstantinopel, teils nach Amerika zu guten Preisen verkauft. Es handelt sich nur darum, diese Anfänge zu Hausindustrien auszubauen und eventuell darüber hinaus einige tüchtige Handarbeitslehrerinnen nach Palästina zu entsenden, die von den Freundinnen unseres Werkes mit Anregungen und Ratschlägen versehen werden würden. Eine einzige brauchbare Anregung kann in solchen Fälle nmehr wirken, als die größten Anstrengungen geldkräftiger Organisationen.*) Ein großer Vorzug gerade der Beschäftigung in solchen handarbeitsmäßig.en Industrien liegt auch darin, daß maschinelle Vorrichtungen nicht nötig sind, und daß das Material im Verhältnis zum Arbeitslohn eine ganz minimale Rolle spielt.
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Nach dem Beispiel anderer, Seidenbau treibender Länder würde das rationelle Vorgehen zur Begründung einer Seidenkultur in Palästina darin bestehen, daß einige Leute in der mikroskopischen Untersuchung der Seidenraupeneier herangebildet und befähigt werden, von Jahr zu Jahr in steigendem Maße Leute in der Aufzucht zu unterweisen. … Die Arbeit in Baumschulen, die Bienenzucht, die Traubenernte und das Trocknen von Rosinen sind Beschäftigungen, die hier mit aufgezählt zu werden verdienen, und wenn erst die Konservenindustrie ihren Einzug in Palästina gehalten hat, so gibt das wieder in den zahlreichen, hiezu gehörigen Arbeiten ein großes Betätigungsfeld für weibliche Arbeitskräfte.
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Darüber müssen wir uns von Anfang an klar sein, daß eine Frauenorganisation für Palästina große Mittel aufbringen muß, wenn sie einerseits etwas Ersprießliches leisten, andererseits den großen Apparat rechtfertigen soll, den sie ins Leben ruft.