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Das Grauen vor dieser exotischen Seuche bewirkt nun, dass man, wenn man von dem Vorkommen des¬ Aussatzes in Palästina mit der grossen Erkrankungsfrequenz von mindestens 1/5000 hört, die Bedeutung der Seuche unwillkürlich weit überschätzt.
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- 79 — Standpunkt des medizinischen Interesses noch vom Gefühlsstandpunkt, sondern in ihrer wirklichen Bedeutung für die praktische Palästinaarbeit, so tritt sie ganz in den Hintergrund, was wohl jeder nach der vorausgeschickten Orientierung zugeben wird., Wenn wir also in unserem Artikel über das Trachom in Palästina (No. 6 Jahrg. I, 1904 dieser Zeitschrift) vor einer Unterschätzung, der Bedeutung jener Augenkrankheit für jede umfangreiche kolonisatorische Arbeit in Palästina warnen mussten (ohne allerdings die günstigen Chancen der Bekämpfung jener Seuche aus den Augen zu lassen), so gilt für die (allerdings unheilbare) Lepra das gerade Gegenteil; es muss vor einer Ueberschätzung ihrer praktischen Bedeutung gewarnt werden.
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PALAESTINA UND NACHBARGEBIETE. Handel Jaffas im Jahre 1905. Das Jahr 1905 stand in Palästina unter dem Zeichen einer guten Ernte, an welcher alle Getreidearten sowie Gemüse und Oliven gleichmässig teilnahmen, auch Obst mit Ausnahme der Orangen, für welche die Witterung nicht günstig war.
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Palästina auser den Nebenländern kann laut fachmännischer Feststellung durch Gartenkultur allein mindestens eine Million Menschen ernähren. … Ungeachtet der grossen Ausdehnung, die die Gartenkultur in Palästina voraussichtlich erreichen wird, ist eine Ueberproduktion nicht im mindesten zu befürchten, weil die für Palästina in Betracht kommenden Früchte grösstenteils nur in einer beschränkten Anzahl von Ländern gedeihen, ausserdem aber das Absatzgebiet für dieselben durch die wachsende Bevölkerung Mitteleuropas und infolge der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse beständig sich ausdehnt.
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— 378 — für die Bearbeitung von 25 Dunam (ä 0,09 ha) Oliven- oder Mandelland genügen, um einer in Palästina bereits ansässigen und in den Kolonien mit Ackerbau beschäftigten Arbeiterfamilie die Mittel zu verschaffen, die ihr während der gewöhnlich fünf Monate betragenden arbeitslosen Zeit .fehlen, und ferner würde der Lohn für Bearbeitung von 50 Dunam ausreichen, um einer Arbeiterfamilie die für ihren ganzjährigen Unterhalt erforderlichen Mittel zu verschaffen, ohne dass sie dabei auf anderweitigen Nebenverdienst angewiesen ist.1) 2. … Damit auch die Minderbegüterten unserem Verein möglichst zahlreich beitreten, kann der Vereinsbeitrag in zwölfjährigen Ratenzahlungen entrichtet werden: in zwei Jahresraten ä 10 Mark und 10 Jahresraten ä 6 Mark pro Dunam. 5. Die Haupttätigkeit wird beim Pflanzungsverein „Palästina" den Lokalkomitees zufallen, die möglichst in einem jeden von Juden bewohnten Ort der Welt gegründet werden sollen. *) Erwerbern von 50 Dunam. seien es Vereine oder Privatpersonen, wird das Vorschlagsrecht betreüs der zu wählenden Arbeiterfamilie eingeräumt werden. 2) Für die Zwecke des Vereins ist ein für Baumpflanzungen sehr gut geeignetes in der Mitte der jüdischen Kolonien Judäas gelegenes und auf den Namen des Vorsitzenden eingetragenes Land in Aussicht genommen.
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Die uns täglich von verschiedenen Seiten zugehenden Kundgebungen berechtigten uns zur Hoffnung, dass sich der Pflanzungsverein „Palästina" in nicht allzu ferner Zeit zu einer umfassenden allgemein-jüdischen Organisation gestalten wird, während die im Laufe der 25jährigen Kolonisation Palästinas gemachten Erfahrungen und erzielten Erfolge die beste Gewähr für das Gelingen des geplanten kolonisatorischen Werkes bilden. Ganz besonders rechnen dabei die Urheber des Vereins auf die Förderung und Propagierung desselben durch die palästinatreuen und religiös gesinnten Kreise, denn der Grundgedanke des Vereins, dass jeder Jude in der Welt seinen eigenen Fruchtgarten in Palästina besitze, entspricht bekanntlich einer alten jüdischen Tradition. Zu weiteren Auskünften ist das Bureau des Pflanzungsvereins „Palästina", Berlin W. 15, Uhlandstrasse 175, gern bereit.
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339 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 340 landen, schwand bald; das Meer war zu stürmisch. Der Kapitän bestimmt endlich, daß das Schiff weiter, nach Beirut fahren soll, und wir haben wieder eine qualvolle Nacht vor uns.Wie Hohn erschien es uns, als der Steward uns zum Diner auffordert, da wir doch nicht aufstehen konnten.
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341 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 342 Nach unserer Landung setzen wir bei schönstem Wetter uns in die bereitstehenden Wagen und fahren durch das saubere Städtchen zum Hotel Carmel. Wir begeben uns in das Schreibzimmer und fallen über die ausliegenden Postkarten her, weil jeder seinen Lieben wieder einmal ein Lebenszeichen geben will, das erste aus Palästina. Vor unserem Hotel liegen Millionen von kleinen Muscheln, die wie bei uns der Kies zum Beschütten genommen werden.
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343 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 344- Beirut. Alliance^Knabenschule. Ansprache, die alle andächtig anhörten, dankte ich zunächst Gott, daß er uns wohlbehalten hier in Palästina hat ankommen lassen, gedachte der Zeit der Blüte und des Verfalles unseres Landes, beglückwünschte uns, daß es uns vergönnt worden, das heilige Land, wenn auch in der jetzigen Verfassung, zu schauen, und hob hervor, daß der Allgütige immer zur rechten Zeit hat Männer in Israel erstehen lassen, die Vollstrecker seines Willens sind.
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345 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 346 Um 8 Uhr abends machten wir bei ■einer Steinmühle Rast. Nur 1V2 Stunden sollten uns nunmehr von dem heiß- ■ersehnten Ziele, von Jaffa, trennen.
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347 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 318 Blicken dar. Von der Stadt Jerusalem, die ca. 700 m über dem Meeresspiegel liegt, sieht man die kuppelgekrönte Synagoge, die Omarmoschee, die Grabeskirche, das Jaffa-Tor, das Davids-Tor und die Davidsburg mit ihrem hohen historischen Turm.
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349 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 350 Von da ging es zur Jordanfurt. Interessanter ist die Reise nach Bethlehem. Wir fahren bei dem Gehinnom-Tale vorbei in langer Fahrt bis zum Eliaskloster.
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351 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 352 Kinder, alte Frauen und Männer beschäftigt. Die sonst auf der Straße bettelten, werden, wenn auch bei geringem Verdienst, zur Arbeit angehalten.
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353 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 354 untergebracht, die von der Bne Brith-Loge gegründet, durch die Schenkungen eines hochherzigen Mannes in Bialystock bedeutend erweitert wurde.
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Die Bedeutung des Lehrervereins liegt fraglos in der Propagierung der hebräischen Volkssprache. Wie in Preußen, so hat auch in Palästina der Volksschullehrer gesiegt. Er hat sich die ganze Jugend gewonnen und erzieht ein neues, arbeitsames jüdisches Geschlecht.
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