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  1. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Sie mußten wissen, daß im Kriege und nach dem Kriege ein deutsches Pro Palästina- Komitee bestand, dem Politiker von Westarp bis Ledebour angehörten, und das noch 1919 für unser einziges Kriegsziel eintrat.... … Das Tempo solcher Entwicklung sei natürlich abhängig von der Lage in Palästina, aber Palästina sei auch abhängig von der Lage in der Diaspora. Deshalb müssen wir von Ortsgruppen und einzelnen Zionisten hingebende Arbeit verlangen.

  2. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Die Vorarbeiten sind 80 jüdischen Arbeitern des Kinereth-Lagers übertragen worden. (Ziko.) Auswanderung nach Palästina über Konstantinopel. Im Monat September haben sich allein über Konstantinopel 400 Auswanderer nach Palästina begeben. … Landwirtschaftliche Geräte im Werte von zirka 1 Million Mark liegen in Hamburg zur Verschickung bereit, während gleichzeitig ein Rindertransport aus Rumänien nach Palästina abgeht. Der Jüdische Nationalfonds überläßt den Familien in der Ebene Jesreel den erforderlichen Boden. (Ziko.) Eine kanadische Häuserbank für Palästina, Nach einer Meldung des „Canadian Eaglay“ hat die kanadische Judenschaft die Eröffnung einer Bank in Palästina mit einem Grundkapital von 1 Million £ zum Zwecke der Unterstützung der Bauindustrie beschlossen.

  3. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    JAEKEL’S PATENT MÖBEL-FABRIK, MÜNCHEN, DIENERSTRASSE 6 Das Jüdische Echo Nummer 47 25. November 1921 8. Jahrgang Zur Araberfrage in Palästina Diie Lösung des Araberproblems gehört zu den schwierigsten Aufgaben des palästinensischen Aufbaues. Eine Stellungnahme dazu läßt sich nicht mehr umgehen. … Der 2. November u. seine Lehren Am Deklaratiionstag ist in Palästina, das wir, künftige Entwicklung vorwegnehmend, Erez Jsrael nennen, wiederum Blut geflossen. Vier Juden, ein Araber, sind gefallen; 35 Verwundete auf beiden Seiten vermehren diie Zahl der Opfer.

  4. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Sie würde es als eine volle Verwirklichung unserer Sehnsucht feiern und vor Glückseligkeit taumeln, wenn England gewillt wäre, das in Palästina abwesende jüdische Volk als das Volk von Palästina, als herrschende Nation anzuerkennen; nur so, glaubt sie, könnten wir, gestützt auf englische und vielleicht auch auf eigene Bajonette, mit der Araberfrage in kürzester Zeit fertig werden. … Sie erwartet von den Sendboten des europäischen Imperialismus in Palästina noch viel schlimmere Aufhetzungen und noch viel schlimmere Veranstaltungen von Judenpogromen — und ist. glücklich, wenn sie enttäuscht ist.

  5. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Curt Nawratzki Der vorliegende Aufsatz, den wir Nawratzkis Buch „Das neue jüdische Palästina“ entnehmen, zieht im wesentlichen die Verhältnisse vor dem Kriege in Betracht. Abgesehen' davon, daß für die jüngste Entwicklung zuverlässige Zahlen und Angaben noch nicht vorliegen, haben sich trotz mancher Veränderungen die Dinge doch nicht so gewandelt,, daß die folgenden Ausführungen ihre Aktualität verloren hätten. … Außer diesen beiden Nationalitäten gibt es in Palästina noch kleine Volkssplitter anderer Nationalitäten. So wohnen ewa 2500 Deutsche, die größtenteils der Templergemeinde angehören und fast sämtlich vor 40 bis 50 Jahren nach Palästina eingewandert sind, in fünf Kolonien, die bei Jaffa und Haifa gelegen sind.

  6. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Der schwerste Schlag, der den deutschen Zionismus getroffen habe, sei, daß man noch immer keinen genügenden Kontakt mit Palästina habe. Daran trügen die außerordentlich ungünstigen Valutaverhältnisse teilweise die Schuld. Heute sei Arbeitsfähigkeit und Ausbildung das wesentlichste Kapital, das deutsche Zionisten nach Palästina hin üb erbringen könnten. Der Wert in Deutschland gut ausgebildeter Jugend für Palästina sei, wie Dr. Ruppin erklärt, sehr beträchtlich. Vielleicht werde es in einigen Jahren auch für Familien möglich sein, nach Palästina zu gehen und dort zu existieren'

  7. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Das eingeführte Mehl wird für 7Va—8 Piaster per Rottel verkauft; seit September 1920 bedeutet dies eiinen Preissturz von 4^2 Piaster per Rottel. Die diesjährige Obsternte in Palästina ist im ganzen befriedigend ausgefallen. Die Orangen lassen einen guten Ertrag erwarten, während das Ergebnis der Oliven ernte den geringen Erwartungen entspricht. … In Haifa traf ein zweiter Transport in Amerika gesammelter Maschinen und Werkzeuge für die jüdischen Arbeiter in Palästina ein. Biis Ende November sind in Palästina 3700 Anteile der Arbeiterbank verkauft worden. Man hofft, in Bälde weitere 1500 Aktien in Palästina abzusetzen Der Jüdische Nationalfonds baut für die Jemeniten in Rischon le-Zion 15 Häuser.

  8. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Dezember und durch das letzte Urteil, grenzenlos erregt und beunruhigt sind. („Wiener Morgenzeitung“.) Aus der jüdischen Welt Palästina Juden und Araber. „Weekly Guardian“ läßt sich aus Palästina schreiben: Hunderte von Juden haben sich im Lande niedergelassen und dort ungeheure Summen in landwirtschaftlichen und anderen Unternehmungen investiert. … Sie haben wahrhaftig Millionen Pfunde im Lande angelegt und sind vollständig darauf vorbereitet, noch viele weitere Millionen zu investieren. Sie sollten nicht nur ein glückliches, blühendes Palästina schaffen, sondern auch ein neues Land, dessen wirtschaftlicher Einfluß über die ganze Welt reicht. Wir müssen also zuigeben, daß Palästina in seinem künftigen Gedeihen und Wohlstand größtenteils von der Tätigkeit der Juden abhängig ist.

  9. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Das Tempo solcher Entwicklung sei natürlich abhängig von der Lage in Palästina, aber Palästina sei auch abhängig von der Lage in der Diaspora. Deshalb müssen wir von Ortsgruppen und einzelnen Zionisten hingehende Arbeit verlangen. … Aber diese zugegebene Verknüpfung mit dem Staat, in dem wir wohnen, könne das Bewußtsein unserer Besonderheit und der sich daraus ergebenden Verpflichtungen nicht beeinträchtigen. — Palästina werde das Kulturzentrum sein, von dem die Diaspora neues Leben erhalten werde. Ich glaube an die Möglichkeit der Arbeit hier, ich glaube an die Möglichkeit der Arbeit in Palästina, ich glaube an die nationale Entwicklung weiter Kreise der Nichtzionisten — aber ich glaube auch, daß der Sieg von unserer zionistischen Hingabe und Leistung abhängen wird.

  10. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Gegenüber dieser ideellen und prinzipiellen Frage stand in seiner drohenden Größe jenes andere Problem, bis zu welchen quantitativen und qualitativen Leistungen die Einwanderung der Juden nach Palästina und der Umfang der Kolonisation erhöht werden kann. Werden die Zionisten imstande sein, in den nächsten Jahren hunderttausende von Juden nach Palästina zu bringen? … Wir verkennen keineswegs die Schwierigkeiten, welche gerade in den letzten zwei Jahren für unsere Arbeiten in Palästina erwachsen sind. Es ist leider unseren Feinden gelungen, einen Teil der arabischen Bevölkerung gegen die zionistischen Absichten, d. h. gegen die Ansprüche des jüdischen Volkes auf Palästina aufzuhetzen, und das hat zu gewalttätigen Angriffen auf die schuldlosen jüdischen Siedlungen geführt.

  11. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Sie würde es als eine volle Verwirklichung unserer Sehnsucht feiern und vor Glückseligkeit taumeln, wenn England gewillt wäre, das in Palästina abwesende jüdische Volk als das Volk von Palästina, als herrschende Nation anzuerkennen; nur so, glaubt sie, könnten wir, gestützt auf englische und vielleicht auch auf eigene Bajonette, mit der Araberfrage in kürzester Zeit fertig werden. … Sie erwartet von den Sendboten des europäischen Imperialismus in Palästina noch viel schlimmere Aufhetzungen und noch viel schlimmere Veranstaltungen von Judenpogromen — und ist. glücklich, wenn sie enttäuscht ist.

  12. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Das arabische dagegen, das Arabien und andere große Länder sein eigen nennen kann, ist nicht auf Palästina angewiesen. Also muß bei einem gerechten Ausgleich der Interessen der jüdische Anspruch auf Palästina vor dem arabischen den Vorrang erhalten. … Schaffen wir diese Möglichkeit, dann wird sich über ganz Palästina ein Netz von Darlehenskassen und Konsumgenossenschaften ausbreiten, was zur gesunden wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas führen wird.

  13. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Die Liebe zu Zion ist die Kraft, welche die jüdische Welt bewegen muß, wenn Palästina gebaut werden soll. Sie kann nicht alle erfüllen, aber sie muß alle berühren. Alle, d. 1k auch die nichtzionistische Judenheit. … Der Zionismus beeinflußt heute die Realitäten des jüdischen Lebens in Palästina und im Galuth; er will Wirkliches schaffen und muß sich die Mittel zur Einwirkung auf die Wirklichkeit beschaffen.

  14. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Gegenüber dieser ideellen und prinzipiellen Frage stand in seiner drohenden Größe jenes andere Problem, bis zu welchen quantitativen und qualitativen Leistungen die Einwanderung der Juden nach Palästina und der Umfang der Kolonisation erhöht werden kann. Werden die Zionisten imstande sein, in den nächsten Jahren hunderttausende von Juden nach Palästina zu bringen? … Wir verkennen keineswegs die Schwierigkeiten, welche gerade in den letzten zwei Jahren für unsere Arbeiten in Palästina erwachsen sind. Es ist leider unseren Feinden gelungen, einen Teil der arabischen Bevölkerung gegen die zionistischen Absichten, d. h. gegen die Ansprüche des jüdischen Volkes auf Palästina aufzuhetzen, und das hat zu gewalttätigen Angriffen auf die schuldlosen jüdischen Siedlungen geführt.

  15. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Der rein arabische Typus findet sich nur bei den Beduinen, die das Ostjordangebiiet wie den südlichen Teil Palästinas bewohnen. Im eigentlichen Palästina finden sich nur an einzelnen Stellen, wie z. B. in Galiläa kleine Beduinenstämme. In den Städten ist das Bevölkerungselement am wenigsten einheitlich, so daß man dort alle Typen, vom tiefsten Negerschwarz bis zur helleren Hautfarbe des Südländers, findet. Außer diesen beiden Nationalitäten gibt es in Palästina noch kleine Volkssplitter anderer Nationalitäten. So wohnen ewa 2500 Deutsche, die größtenteils der Templergemeinde angehören und fast sämtlich vor 40 bis 50 Jahren nach Palästina eingewandert sind, in fünf Kolonien, die bei Jaffa und Haifa gelegen sind.

  16. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Unsere Hoffnung ist, daß er nicht der letzte dieser Streiter gewesen ist. Aus der jüdischen Welt Palästina. Weinbau in Palästina. Die „Handelsberichte der Vereinigten Staaten“ vom 24. Oktober enthalten einen bemerkenswerten Artikel von Addisen S. … Juni und dauert 6 Wochen; die erste Ernte wird für herbe und die letzte und reifste für Süßweine benutzt.“ ( Ziko.) Mineralien in Palästina. In der „Zeitschrift für praktische Geologie“ wird1 auf die reichen Phosphat- und Asphaltlager in Palästina hingewiesen.

  17. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    In der Zeit der Balfour-DekiaTation wollten die Zionisten nichts davon wissen, daß sie in Palästina mit einem anderen Volke Zusammenarbeiten werden. Ihre Führer verkündeten und ihre Zeitungen schrieben, daß Palästina jüdisch sein müsse, wie Engand englisch. … Wenn die Bewohner des Landes Anstrengungen machen werden in wirtschaftlicher und politischer Beziehung und wenn sie vollständig einig sein werden, dann wird die vierte Phase kommen, Palästina wird ein arabisches Land sein, das mit offenen Armen, wie alle anderen aufgeklärten Länder, Einwanderer aufnehmen wird.

  18. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Ein Volk aber können wir nicht ohne ein Land werden, ohne einen territorialen Mittelpunkt, in dem die Juden nicht wie in den Ländern der Diaspora wirtschaftlich und kulturell einer andersnationalen Mehrheit eingegliedert sind, sondern einen selbständigen Wirtschaftskörper bilden und ihr eigenes geistiges Leben führen. Zum Aufbau der Heimstätte, die für uns nur in Palästina sein kann, bedürfen wir der Menschen, die — ganz von dem nationalen Ideal erfüllt — bereit sind, für es zu leben und zu sterben. So ist also der jüdische Nationalismus nicht ohne ein jüdisches Palästina, ein jüdisches Palästina aber nicht ohne die große jüdische Volksidee denkbar. Und aus diesem Grunde ist der Nationalgedanke nicht etwa eine chauvinistische Kampfparole, sondern ein unerläßliches aufbauendes Prinzip.

  19. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Eine ungeheure Chance bietet sich — vielleicht zum letzten Mal — dem jüdischen Volk. Ein jüdisches Palästina kann werden — wenn wir wollen. Ein Land, von jüdischem Fleiß erbaut, mit jüdischem Schweiß gedüngt, mit jüdischem Blut verteidigt — ein Land des Friedens und schöpferischer Arbeit. … Aber heut, nur heut ist der Anfang zu machen. Noch ist die Chance in unserer Hand. Man bot Palästina, das Römer, Araber, Türken verwüsteten, den Juden an, die es erbauen sollen. Ein Land erhält man nicht geschenkt, man muß es sich erwerben.

  20. 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. [Seite] · Original - Ungeschnitten

    Chaluzimfürsorge in München Während der Zeit der Einreisesperre in Palästina sammelten sich größere Gruppen von Chaluzim in den Palästinaämtern Europas, in Warschau, Riga, Wien, Triest, Berlin, Konstantinopel an, die auf die Aufhebung der Sperre und die Musterung durch die Herren General Moris und Mindel warteten. … Arthur Ruppin, der Leiter der zionistischen Wirtschaftspolitik, vor dem Plenum des Karlsbader Kongresses, und er berührte mit ihnen ein Problem, von dessen Lösung der Erfolg und die Dauer der jüdischen Aufbauarbeit in Palästina in nicht geringem Maße abhängt. Gemeint ist die Frage der jüdischen Berufsumschichtung, die neuerdings weite Kreise des Judentums — des zionistischen wie des nichtzionistischen — mit wachsendem Interesse erfüllt.