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396 MENORAH Die Malariakommission des Völkerbundes in Palästina^unler dem Vorsitz des Prof. Nocht (Hamburg) bemühten, es ist überall derselbe Vorgang. „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen … Die jüdische Volksseele war unbeteiligt, es war nicht ihre Sache. Sie flammte erst auf, als das alte Judenland, als Palästina in
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PALÄSTINA / JÜDISCHE ERNEUERUNG 397 Jüdische Arbeiter bei der Entsumpfung in Kabarra (Palästina) ihren Blickkreis gerückt wurde und bald zeigte es sich, daß der Wille zur Erlösung des Bodens Palästinas durch jüdische Arbeit, der unbewußte Wille zur körperlichen Gesundung und der Drang nach seelischer Einheit war, ein Selbstheilungsprozeß, der durch die Anomalie der Lebensführung bedingten jüdischen Krankheit.
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Rein zahlenmäßig zeigt sich der Umfang des Kolonisationswerkes in seiner Bedeutung durch die Tatsache, daß von 1919 bis 1925 hunderttausend Juden in Palästina eingewandert sind. Augenblicklich unifaßt die jüdische Bevölkerung im Lande etwa 150.000 Menschen. Da Amerika seine Pforten verschlossen hat, ist Palästina das Haupteinwanderiingsgebiet für die Juden. 1925 wanderten dreimal soviel Menschen (33.800) nach Palästina als nach Amerika ein. Ist nun Palästina in der Lage, eine größere Kolonisation in sich aufzunehmen, hat sich in der historischen Zeit das Klima nicht so verschlechtert, daß die Fruchtbarkeit des Landes unheilbaren Schaden gelitten hat?
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PALÄSTINA / JÜDISCHE ERNEUERUNG bis 1924, hat sich der landwirtschaftliche Besitz der Juden genau verdoppelt. 23.000 Menschen, von denen 15.000 in der reinen Landwirtschaft beschäftigt sind, wohnen in sämtlichen Siedlungen.
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Land und Volk zu gesunden, ist die Losung der jüdischen sanitären Arbeit in Palästina. Das Land zu sanieren bemüht sich vor allem der Nationalfonds. Im Emek, dem Zentrum der Kolonisation, ist in den letzten
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PALÄSTINA / JÜDISCHE ERNEUERUNG 401 Jahren großartige Arbeit geleistet worden, eine Arbeit, welche die volle Anerkennung der vom Völkerbund ins Land entsandte Hygienekommission gefunden hat. … Die Fladassah hat in den letzten sechs Jahren 15,000.000 Goldmark für die Gesundheitspflege in Palästina verwandt. Krankenhäuser mit 328 Betten unterstehen ihrer Obhut. Uber 500.000 Behandlungen wurden im letzten Jahre in ihren zahlreichen Polikliniken vorgenommen.
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Graue Einförmigkeit der Kleidung und der Lebensweise in kasernenhaften Steinkästen kennzeichnen den Typ der früheren Waisenhäuser. In Palästina hat man erkannt, daß das Waisenkind mehr noch wie das von den Eltern umhegte, Licht und Sonne und Freude braucht. Waisenkinder aus der Ukraine, Waisenkinder aus dem Lande selbst, wTurden hinausgebracht aufs Land. … Nur wenige Probleme aus dem heiß pulsierenden, auf dem engen Raum des jüdischen Bodens komprimierten Leben in Palästina, die in nahem Zusammenhang mit der Ausstellung der „Hygiene der Juden" stehen, sollten hier gestreift werden. Aus ihnen geht aber schon mit entschiedener Deutlichkeit hervor, daß in Palästina ein großzügiger, zielbewußter Versuch der Selbstregeneraiion des jüdischen Volkes vor sich geht, daß in Nöten und Kämpfen, in Foiischritlen und Rückschlägen, doch unbeirrbar die Erneuerung des jüdischen Menschen auf alter geheiligter Erde sich zeigt.
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Die oft versumpften Gegenden forderten Opfer. Unsere Leute aber harrten aus und blieben Sieger. In Palästina nehmen sie den Städtern gegenüber keine untergeordnete gesellschaftliche Stellung ein. Im Gegentheil, sie sind die Geachtetsteil unter den Juden des Landes und auch Andersgläubige beugen sich vor diesen Männern der Arbeit.
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Der russische oder galizisehe Jude aber,, der, wie es in den meisten Fällen geschieht, mit zahlreicher Familie nach Palästina kommt, kann mit diesem Hungerlohne nicht auskommen. Er ist das Klima nicht gewohnt und kann ohne unbedingte Gefährdung seiner Gesundheit nicht so leben wie der Araber. … Alles andere in Palästina Geschaffene ist auf Sand gebaut. Wir aber wollen auf Stein bauen, damit die Burg Zion zur'wahren Feste unseres Volkes werde!
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Nr. 46 „Die s£ Welt" Seite ♦> welches da an Aegypten kam, war ein Stück Palästina! 1000 km2 Palästina tdnd mehr als der dreissigste Theil des ganzen Landes. Wenn Palästina imstande sein sollte, drei Millionen Menschen aufzunehmen, so wäre bei gleicher Bevölkerungsdichügkeit dieses Stück gross genug für Hunderttausend! … Eine extensive Landwirtschaft, so wie sie in Argpntinien getrieben wird, kann aus diesen und anderen Gründen für den Orient zur Zeit nicht in Betracht kommen. Aber auch intensivere Wirtschaft, wie in Palästina, kann nur in geringem Umfange zur Lösung der Frage herangezogen werden. Man weiss ja, wie wenigen Juden auf dem Wege der landwirtschaftlichen Colonisation in Palästina mit, sagen wir, einer Million Francs geholfen werden kami: — etwa 50 Familien!
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Auf die Anregung des Herausgebers dieser Zeitschrift ist, ähnlich wie in Berlin, auch in Breslau ein Palästina-Kursus innerhalb eines Kreises von Zionisten begründet worden. Das war im Frühsommer laufenden Jahres. Nachdem der „Palästina-Abend" dann längere Zeit all wöchentlich einmal stattgehabt hatte, trat die Sommerruhe dazwischen. … Die Mehrzahl der Herren (nämlich alle ansässigen, nur von den studierenden erwiesen sich einzelne als Zugvögel) trat wieder zusammen, neue Teilnehmer gesellten sich hinzu, und so konnte der Palästina-Kursus als feste Institution betrachtet werden — wenn es nur gelang, ihm eine feste Konstitution zu geben. Diese glauben wir darin gefunden zu haben, dass nach einem gründlichen und öfter wiederholten Ueberblicke des ganzen Landes (wozu schon der Artikel „Palästina" in Meyers Konversations-Lexikon genügt) Baedekers Führer durch Palästina und Syrien*) mit verteilten Rollen von Woche zu Woche in freier Wiedergabe durchgenommen wird, so dass an jedem Abend eine abgeschlossene Reiseroute darankommt, das Ganze aber sich zu einer „Wanderung durch Palästina" zusammenfügt. *) Leipzig 1900.
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— 153 - Zur Orientierung für die Zuhörenden hat jeder Kieperts Handkarte von Palästina (vorzüglich, 60 Pf.) vor sich liegen, indes der Vortragende den Baedeker und Fischer und Guthe's Handkarte von Palästina (noch genauer als jene, neuest revidiert, Preis 1,50 M.) benutzt. … Andererseits hat das Andauern dieser für die Teilnehmer wirklich mühelosen Wanderung durch Palästina den Vorteil, dass sich all- DIE JORDAN QUELLE BEI DAN.
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Hier in Breslau können wir schon etwas weiter kommen; Ritter's- Erdkunde, welche das Material der älteren Quellen bis etwa 1850 zusammenfasse Raumer's Palästina, Ebers' und Guthe's Prachtwerk, die vorliegende Zeitschrift, die Zeitschrift und Mitteilungen des Deutschen Palästina-Vereins und noch einiges mehr stehen uns zur Verfügung- Wesentlich erfolgreicher könnten aber Gruppen in Berlin und Leipzig' (Bibliotheken der Universität und des Deutschen Palästina- Vereins in letzterem Orte), in München und Wien, Paris und London und so manchen anderen Zentren der orientalischen Studien arbeiten.
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Das sollte eigentlich einen Zionisten zum einzig richtigen und wahren Urteil veranlassen : „Wir haben bis jetzt eine Weinbauprovinz mit praktischen erprobten Winzern. Auf geeignetem Boden in Palästina werden unsere Brüder sicherlich ebenso schöne AckerbaukoloLien zustande bringen.'' Herr Dr. F r iedemann klagt ferner über Rentiers, welche Araber beschäftigen. … Als man aber einsah, dass man auf besonders günstige Resultate noch warten müsse, wurden die Preise herabgesetzt, so dass hier in Palästina für Bordeaux-Reben bei den deutschen Weinbauern höhere Preise ei zielt werden als bei uns. Will man bei den herrschenden Preisen die Arbeitskoäten, Gemeinde- und Regierungsspesen abziehen, so bleibt bei hiesigen Verpflegungfcverhältnissen kaum das nötige Brot!
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Ich verzichte selbstverständlich auch darauf, mich mit dem Einsender darüber auseinanderzusetzen, ob es in Palästina erwähnenswerte nichtjüdische Erinnerungen gibt. Das ist keineFrage der Diskussion, sondern eine der allgemeinen Bildung. … Was will der Einsender ali£o'üirt sein^Hdiesbezüglicheni Auseinandersetzung? Dass viele Frauen in Palästina krank und augenleidend sind, ist richtig. Gerade darum hatte ich sorgfältig vermieden, darauf einzugehen, weshalb anderwärts die Frauen nicht arbeiten.
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— 277 — mit ihm in inniger Verbindung zu bleiben, sein Wachstum zu verfolgen, damit Hoffnung und Kraft zunehmen/ Jeder soll sein Stück Erde in seinem Lande haben. Bis jetzt war dem Juden Palästina-Erde heilig, um auf ihr nach dem Tode zu ruhen; jetzt soll sie uns teuer werden, damit wir bald auf ihr leben — wenn jemand sich selbst schon ausschließt —■ so doch seine Nachkommen auf ihr arbeiten können. … Durch Entrichtung von 80 Mark wird man Eigentümer einer mit Fruchtbäumen bepflanzten Landparzelle von 1 Dunam in Palästina und ordentliches Mitglied des Pflanzungsvereins mit aktivem und passivem Wahlrecht. Es ist jedoch auch Sorge dafür getragen, daß der Beitritt auch solchen ermöglicht wird, die die genannte Summe nicht mit einem Mal entrichten können.
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Es ist klar, daß jeder durch seinen Beitritt mit einen Ziegelstein herbeibringt zu unserem großen Bau. Die Förderung der Gartenkultur, für die sich Palästina sehr eignet, durch den Verein, wird die Fruchtbarkeit und Aufnahmefähigkeit Palästinas bedeutend steigern. Die Wichtigkeit des Pflanzungsvereins „Palästina" liegt noch anderswo. … Sollte man nun dem entgegentreten, wenn diese Idee in Palästina verwirklicht werden kann, und zwar obwohl sie nirgends sonst gleich günstige Aussichten auf Verwirklichung hat? Man sucht so gierig jedes Plätzchen auf, wo jüdischen Flüchtlingen Ruhe verschafft werden kann.