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Ja, spricht es nicht der Psalmendichter nut tief ergreifenden Worten aus, daß Israel niemals das Gedächlniß an feinen angestammten Boden aus feinem Innersten tilgen dürfe: ״ •אם אשכחןד ירושלים תשכח ימיניWenn ich Dein je vergessen könnte, o Jerusalem, so mögest Du meiner Rechten vergessen!" Ist doch Palästina das Land, in dem unsere heiligsten, unsere stolzesten Erinnerungen wurzeln. Hier haben wir uns fünfzehn hundert Jahre einer staatlichen Selbstständigkeit erfreuen dürfen; hier haben unsere Könige und Fürsten oft mit starker Hand den Herrscherstab geführt; hier haben unsere Feldherren die rühmreichsten Schlachten geschlagen. … Wahrlich, nur der stumpfe, rohe Sinn kann mit Gleichgül- Ugkeit auf Palästina schauen; der Denkende und Fühlende aber wird mit heiliger Liebe es umfassen und mit kindlicher Ehrfurcht auf es blicken.
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Aus dem Berichte über die weiteren Lebensschicksale Joseph's erfahren wir, daß der Kerkernacht des Schuldlosen die Erhebung auf den Thron folgte, ״denn aus dem Kerker ging er heraus, um zu regieren;" wir erfahren, daß Joseph seine ganze Familie zu sich nach Aegypten konunen läßt, damit dieselbe der drückenden Hungersnoth in Palästina durch die Einwanderung in Aegypten entgehe und in Gosen, einem gesegneten Landstriche des Nil, ihren Unterhalt und ihre Nahrung für sich und ihre Heerden finden.
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Vielen mochte die Befreiung aus dem Exil, die verheißene Rückkehr nach Palästina als Unmöglichkeit erschienen sein, denn, wer entkam ja den eisernen Armen des mächtigen babylonischen Reiches? Aber siehe da, ״es fiel Bel, es stürzte Nebo — gefallen, gefallen ist Babel."
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265 Palästina lebenden Juden sehnsuchtsvoll hinblickten. Das Lich t der Religion leuchtete von dort aus allenthalben מהיכן נבראת האורה א״ר ברבייה ממקום בית המקדש (ש״ר פ׳ג׳}• So heißt es: ״Ans die Frage: ״Woher das Licht, die Erleuchtung des Geistes kommen?
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Ein weiser Meister hat 61 ■ Gebote und Verbote aus der Thora herausgezählt: viele derselben galten den Rabbinen als an den Tempel von Jerusalem, viele als an das Land Palästina gebunden und werden jetzt nicht niehr befolgt. Wir lesen die Vorschriften über den Opferdienst, um daraus erbauliche Lehren zu gewinnen, nicht um ihn auszuüben: wir lesen die Gesetze über den Ackerbau und Alles, was daran sich knüpft, um daraus die Weisheit zu schöpfen, wie Moseh sociale Schäden verhütet oder in ihrer schlimmeren Wirkung geschwächt hat; aber wer
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Im Talmud (Taanitli 23) wird erzählt: ״ פעם אחת יצא רוב אדר ולא ירדו גשמיםEs geschah einst in Palästina, daß der Monat Adar — die Regenzeit — beinahe vorüber war, und es hatte noch nicht ein einziges Mal geregnet. Die Zeit der Ernte vor der Thüre, der Boden dürre und vertrocknet, das Gras verbrannt, verglüht, eine Hungersnoth mit ihrem furchtbaren Gefolge stand in Aussicht, und Furcht und Verzweiflung bemächtigten sich aller Gemüther.
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Befolgung s für des k jer haben auf M Gottes Strafe herab — deshalb wurden die 7 Völker Kanaans vor Israel vertrieben — daher dürfen unsere Weisen in der Einzelschilderung des, Schöpfungswerkes und der Menschenent- Wickelung die Begründung des Anrechtes Israels an Palästina sehen! Gott ist der Schöpfer der Welt — er wachet über Erhaltung von Tugend und Zucht — er lohnt und strafet! Gottesglauben und Sittlichkeit das sind die Pfeiler der Religion und nur unausgesetzte Sorgfalt in der Erziehung vermag, immer mehr und mehr zu lenken die Menschheit in ihre Bahnen, in die Wege des Guten!
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Ein Gebet haben unsere Lehrer dem heutigen Festtage bestimmt, das zum großen Theil auch in unsere Verhältnisse seine volle Berechtigung, überhaupt aber seine große Bedeutung hat. Es ist das Gebet um Regen, das in Palästina von diesem Monate an eine Nothwendigkeit ist, weil mit ihm das neue Jahr des Landbaues beginnt. Wir bedürfen des Regens nicht gerade erst von jetzt ab, auch ist jetzt nicht die Anfangszeit des Regens; doch auch für uns ist der Regen eine Lebensbedingung, auch für uns eine Quelle des Feldsegens und dadu!
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Mit Sehnsucht erwartet der Landmann den befruchtenden Regen, zumal in den Gegenden, wo bestimmte Regenzeiten vorherrscheu, wie in Palästina, das ganze Jahr hindurch blauet der Himmel und Regengüsse sind seltene Erscheinungen. Ist in den Regenmonaten nicht die genügende Wassermenge der Erde gespendet morden, dann drohet Dürre und Mißwachs als unausbleibliche Folge.
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Wir brauchen nur das in unserem Iestabschnitt enthaltene Gebot- ״ תוריה אהת יהיה לכם ולגרEin besetz bestehe für Euch und für den Fremdling, der in Eurer Mitte weilt" mit den יםkannten traurigen Bestrebungen in unserem deutschen Vater lande zu vergleichen, und nur iverden es inne werden, welche Hoffnungen nicht sür sich sondern für die gefammte Mensch heit Israel mit den! Gedanken an das heilige Land verknüpft. Anr insofern Palästina dazu angethan, die Ideale des göttlichen Gesetzes zu verwirklichen, nur insofern auf feinem Boden all die holden Blumen sprossen könnet;, deren Samen das (besetz eitkhält, insofern wir im heiligen Land den Srt erblicken, an den jene Zeit geknüpft ist, in welcher die Menschheit die höchste Stufe der Vervollkommnung erreicht, in ivelcher alle Triebe, alle Leidenschaften in den; Dienst des lauten stehen und alle Menschell als Brüder sich begrünen, insofern nur ist es das Land der Sehnsucht Israels.
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Der Talmud, der den Grundsatz aufstellt, ״ein Schulhaus habe größere Heiligkeit, als ein Gotteshaus," erzählt, daß einst Rabbi Juda der Fürst wohlwollende Männer, unter welchen der bewährte Schul- und Kinderfreund Chija sich befand, durch ganz Palästina sandte, um sich nach dem Zustande des Schulwesens erkundigen zu lassen. In einem Orte, in welchem sich kein Lehrhaus vorfand, fragten diese Abgesandten, wo denn die W ä ch t e r der Stadt geblieben?
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Stelle, großer Friedensstifter, ״der Du Frieden schaffst in den Höhen", auch in meinem Innern den Frieden her; besänftige meines schmerzdurchwühlten Gemüthes hochaufgeregte Wogen — wenn auch nur so weit, daß ich die erforderliche Klarheit des Ausdrucks gewinnen könne! I. An dem Sarge des in Babylonien geborenen, in Palästina erzogenen, berühmten Talmudlehrers, R. Seira, stimmte einst ein Leichenredner die Klage an: ארץ שנער הרה וילדה ארץ צבי נדלה שעשועים אוי נא לה אמרה רקת כי אבדה כלי חמדתה ״Das Land Schmear gebar ihn, das Land der Herrlichkeit zog den Liebling groß, wehe mir, spricht Reketh (der Uferort, Tiberias), verloren ging ihr Kleinod."
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288 des Ungemachs, ein ganzes Meer von Leiden und Qualen vermochten nicht zu entwurzeln das Andenken an Palästina in dem Gemüthe seiner nach allen Richtungen des Windes verstreuten Söhne und Töchter. Wie ein nie zu beschwichtigendes Weh, wie ein nie zu heilender Schnrerz pflanzt sich von Geschlecht zu Geschlecht des Propheten Klage fort: ״Daß der Herr sich gezeigt wie ein Feind, daß er heimgesucht Israel, daß er zerstört alle seine Paläste, vernichtet seine Burger: und gehäuft über die Tochter Juda's Jammer uub Elend" (Klgl. 2, 5.) — die Klage ״um den Berg Zijon, der verödet, auf dem Schakale sich ergehen."
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Unsere Macht und Bedeutung lag und liegt noch in uns selbst, in dem Gottesworte, das uns nicht in und nicht für Palästina ist verkündet worden, das wir berufen sind, zu lehren und zu tragen weit hinaus über die Grenzen dieses Landes ״von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang"; unsere Bedeutung liegt in unserer Religion, diese ist aber von keinem Lande, von keinem Orte abhängig.