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Wir erhielten neuerdings mehrfach lithographirte Zusendungen von Abraham Baer Cohen, Oberrabbiner aus Safed, die Sammlungen für Palästina durch die Pekidim und Amarklim in Amsterdam (und ihrer Vertreter in Deutschland) betreffend. Wir sind nicht im Stande, die Wahrhaftigkeit dieser Anschuldigungen — die übrigens im Ganzen sich wenig auf Thatsächliches stützen, — zu beurtheilen und — offen gestanden — wir lieben derlei Maneuvre und ihre Träger nicht und halten grundsätzlich Nichts von allen Sammlungen für Palästina. … B. meine Abhandlung ״über das Buch Ester" im ״Synodalblatt" v. 1872 Nr. 8—11. **) S. hierüber meine ״Erläuterungen zur biblisch reinen Glaubens- und Pflichtenlehre des Judenthums״ Nr. 54. der deutschen Judenheit jährlich viele Tausende entzieht, die dort, wo sie hinkommen, nur entsittlichend wirken. L A. Frankl und Dr. Grätz, die in Palästina und Jerusalem Augenzeugen des Unwesens waren, welches mit diesen Sammlungen getrieben wird, sind doch wahrlich Männer, deren humanes und einsichtsvolles Urtheil schwer wiegend genug ist.
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Red) Akzeg, 7. Mai. Abraham Bär Cohn, der bekannte Sammler für Sased (Palästina), der von dem Palästina-Comits in Amsterdam vielfach Geschmähte, versendet jetzt ein Convolut Gegenschristen und fordert Zustimmung zur Gründung eines deutschen, in Berlin schon bereit gehaltenen Gegen-Comitss, dessen Vorsitzender wohl er selbst und dessen Banquier ein anderer Cohn, vielleicht sein Verwandter, sein sollen. … Auch steht sür uns das Bedürsniß eines Waisenhauses in Sased durchaus nicht fest, wenigstens nicht in erster Reihe; wir fordern für Palästina Menschen- und Bodencultur, Bitdüng und Ackerbau. Für solche Bestrebungen aber bedürfen wir weder besonderer Sammlungen, noch besonderer Comitös, sondern überweisen solche der Alliance, (die allein und ausschließlich die Berechtigung, ja die Pflicht hat, die palästinensische Frage in die Hand zu nehmen und die sie allein auch entsprechend durchführen kann.
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Ingekkeim, 3. Juni. (Errichtung jüdischer Waisen- Häuser in Palästina.) Wir erhalten einen Aufruf des verehr!. Comitss, das zu obengenanntem Zwecke zusammengetreten und erklären uns gerne bereit, das wohlthätige Werk mit allen Kräften zu unterstützen. … Deutsche Männer der verschiedensten Richtungen und Lebensstellungen stehen an der Spitze. Der deutsche Generalconsul für Palästina, Herr v. Alten, befürwortet das Unternehmen sehr warm. Die Schulen der Alliance, die von Frau v. Lämel gegründete Anstalt, die Ackerbauschule zu Jaffa und diese Waisenhäuser werden vereint wirken, eine andere Generation unserer Glaubensbrüder in Palästina
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Stern, der Verfasser der unter dem Titel ״Gottesslamme" in zwei Bänden erschienenen religiösen Reden, sollte dahin wirken, daß Tübingen statt Wankheim Synagogengemeinde würde; am Universitätssitze würde auch der Rabbiner wissenschaftliche Anregung erhalten und es wird nur eine Zeitftage sein, daß der Rabbinatssitz von Mühringen nach Tübingen verlegt wird. — Die ״Ulmer Schnellpost" berichtet: ״Palästina. Die Hungersnoth in Palästina gab im Frühjahre Veranlassung, besonders in israelitischen Gemeinden, für die nothleidenden Glaubensbrüder Gaben zu sammeln, die reichlich ausfielen; aber dennoch wollte man sich über die Sachlage vergewissern und zwei Israeliten in Laupheim wendeten sich mit einem Gesuche an die kgl. preußische Gesandtschaft in Stuttgart um Recherchen bei dem kaiserl. … Ein Comite in zwei Abtheilungen ist thätig; eine für die spanischen Juden, die türkische Unterthanen sind, eine andere für die unter fremdländischem Schutze stehenden europäischen Juden. — Für Jerusalem allein sind eingegangen aus Deutschland 13,000 fl., aus England 550 Pf. Sterl., für das übrige Palästina aus Deutschland 26,000 fl., aus England 1400 Pf. Sterl. — Zu dem Hause Holländer und Lehren, das die Gaben vermittelt, habe man vollständiges Vertrauen.
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S. 74.) mit der Abstellung des zweiten Feiertags gründlichen Ernst gemacht, und konnten wir am Allerwenigsten mit Neujahr eine Ausnähme statuiren; denn der zweite Tag ist ״Bußtag", kann aber unmöglich noch Neujahr sein; und wenn die Gebete, indem man die Jahre der Welt von Tischri zählt, den Tag sehr schön als den ״Geburtstag der Welt" (haras oläm) feiern, so kann doch der erste Tag der Welt nur Einer gewesen sein! — Der Neujahrstag wird freilich auch in Palästina — wo man bis auf den heutigen Tag alle übrigen Feste nur eintägig feiert — zweitägig begangen. Allein das beruht, gerade wie bei den zweiten Feiertagen allen, ursprünglich auf dem Fundamente der Unwissenheit und darauf wollen wir doch nicht fortbauen. … Dieses theilte man den auswärtigen Juden Anfangs durch Signal-, feuer auf den Bergen, später durch Extraboten mit, und weil diese außerhalb Palästina's zu spät ankommen konnten, so feierte man dort aus Zweifel zwei Tage, in Palästina aber, wo diese Befürchtung nicht obwaltete, nur Einen Tag, mit Ausnahme von Neujahr. Denn da dieses auf den ersten Monatstag fällt, so war es möglich, daß die Zeugen das Neulicht des Abends sahen, und erst des Morgens beim obersten Religionscollegium (Sanhedrin) Anzeige machen konnten, so daß dieser Tag Neujahr war, ohne daß man ihn vorher heilrg erklärt hatte.
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Sehr bezeichnend sagt in dieser Richtung Herr Netter am Schlüsse vorliegenden Berichts: ״Gerührt von der Armuth, welche in Palästina so weit verbreitet und andauernd ist, hat die Alliance festgestellt, daß dieselbe größtentheils von der freiwilligen oder gezwungenen (!) … Und wenn dennoch irgend ein Zweifel an der Nützlichkeit unseres Werkes vorhanden sein sollte, so wird er wohl vollends beseitigt Angesichts aller der Hilferufe, die wir so oft aus Palästina vernehmen und von denen die letzten uns Allen noch, denke ich, in den Ohren klingen." Das sagt ein Mann von so bewährtem Rufe, ein Mann, der Jahre lang in bevorzugter Stellung in Palästina gelebt und also volle Gelegenheit hatte, die Verhältnisse dort kennen zu lernen; er sagt es in einem officiellen Aktenstücke vor der Anglo-Jewish-Association, vor Männern, von welchen mehrere ihn selbst, wie er Eingangs des Berichts erzählt, in Jaffa besucht, die also selbst die dortigen Verhältnisse kennen.
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Ein weiteres Uebel ist folgendes: In allen civilisirten Ländern wird Almosen nehmen, von Almosen leben als ein Unglück, eine Herabwürdigung angesehen und man giebt und empfängt es meist im Verborgenen; nicht so in Palästina: Hier werden die Almosen als eine Ehre, als eine Belohnung des Verdienstes angesehen dafür, daß man im heiligen Lande lebt und Tag und Nacht Talmud oder Kabbala studirt. … Während in Spanien, Griechenland, Mexico und andren in ähnlichen Zuständen befindlichen Ländern europäisches Capital zu Speculationen in bedeutenden Summen angelegt wurde, — nach Palästina hat dasselbe bis jetzt seinen Weg nicht gefunden. So wächst die Jugend aus Mangel an Arbeit zum Müßiggänge, zur Faulheit heran.
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Brigham soll nämlich den Plan gefaßt haben, zu einer Ansiedelung des Volkes der Mormonen nach Palästina, und es soll sich bereits eine Gesellschaft von Würdenträgern der Heiligen zur Reise nach dem gelobten Lande anschicken, um sich nach einer passenden Gegend für die Anlegung einer neuen Heiligen-Stadt umzusehen. … Was die Mormonen in Amerika thun wollen, könnten auch die persischen und rumänischen Juden thun, sie könnten nach Palästina gehen, und dort — arbeiten, oder, unterstützt von europäischen Capitalien, dort Handel und Gewerbe treiben und fördern.
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Hat man sie jemals und irgendwo gezwungen, Chorgesänge und Orgelklänge mit anzuhören? Sie behindert, die Gebete um Rückkehr nach Palästina, um Wiederherstellung des Opferdienstes, des David'schen Königthums 2c. mit ungeheuchelter Inbrunst zu verrichten? … Sie haben ja Geld für Tausend Allotria, selbst für gemeinschädliche Zwecke (als den Müssiggang und Bettel in Palästina zu befördern, herumreisende Schnorrer im Schnorrerthum zu erhalten rc.), Anderen Schabernacke zu spielen, Zank und Spaltung in den Gemeinden hervorzurufen und zu schüren, haben Geld für prachtvolle Trotz-Synagogen, für kostspielige Trotz-Rabbiner und Chasanim, für koschere Tauch- und Wannenbäder und welche noch ihre oppositionellen Specialbedürfnisse und Liebhabereien sind.
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Bei dieser Gelegenheit gebraucht nun der Talmud den Ausdruck שלחו מתם, daß man von dort aus, d. h. von Palästina aus, die Kundmachung den Bewohnern außerhalb Palästinas zugeschickt habe. Hr. Di־. Kahn aber, dem dieser stehende Ausdruck für Palästina unbekannt war, hielt das Wörtchen Ln (dort) für den Namen eines Ortes und übersetzte: man schickte von Tam aus!
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Kerkin. Das Comits zur Errichtung jüdischer Waisenhäuser in Palästina veröffentlicht seinen Bericht, I der eine Einnahme von 3329 Thlr. als ״eingezahlten" Be-! trag und 1828 Thlr. 28 Sgr. 6 Pf. als ״gezeichneten" Bei-! … heiligen Lande haben, die Bitte, unser Unternehmen durch! fernere Beiträge zu unterstützen. Alle aus Palästina eingehengen Berichte über die dortigen Zustände, sowie persönliche Mittheilungen achtbarer und glaubwürdiger Bewohner des Landes stellen es außer Zweifel, daß eine Besserung nur ein-!
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Allein — abgesehen von der Unwahrheit und Widersinnigkeit dieser Argumentation: ist es nicht im Interesse einer Genossenschaft, die in ihrer Mitte so Vieles zu thun hätte, ihre Mittel zusammen zu halten und sich nicht jedem Hülfswerke in eigener Mitte durch die banale Ausrede zu entziehen: wir haben für Palästina zu sorgen? z Sollen jene nie veranlaßt werden, auf eigenen Füßen zu stehen? Wir sagen: Alles für die Culturbestrebungen, für unverschuldete Noth; keinen Pfennig für die Faulheit! … werde; daß die Judenheit nicht durch egoistische Charlatanerie ausgesogen; daß denen geholfen werde, die wirklich Noth leiden, daß aber endlich auch dort für gründliche Abhülfe ein Anfang gemacht werde. Die Sache muß ein Ende haben. — Palästina und wandernde Polen sind im Stande, der Wohlthätigkeit die besten Säfte auszusaugen und die jüdischen Herzen für alles Weitere, was Noth thut, zu verhärten.
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Endlich — und das müssen wir ganz besonders betonen, denn hierin liegt der tiefgehendste Unterschied zwischen unserer religiösen Ueberzeugung und der alttalmudischen — endlich führt die von uns bestrittene Ansicht vom gedankenlosen Gehorsam Zu der noch entschiedener Zu bekämpfenden rabbinischen Ansicht von Israels religiösen Zuständen in der Gegenwart, als seien diese deshalb so tief zu beklagen, und die Bitte um Zurückführung nach dem gelobten Lande deshalb eine so dringliche, weil wir viele Satzungen außerhalb Palästina nicht beachten können und so unser ganzes Religionswesen ein unvollkommenes sei. Es werde daher einmal eine vollständige Wiederherstellung der ftüheren Zustände stattfinden, auf welche die Sehnsucht aller frommen Gemüther gerichtet sein müsie. … In jenem von selbst erfolgten Verfall vieler Satzungen, welcher mit der Vertreibung aus Palästina eingetreten ist, erkennen wir also nicht, wie die Anhänger der alten Richtung, ein niederbeugendes Ereigniß, dem gegenüber die Zukunft eine aufrichtende Wiederherstellung bringen werde, sondern im Gegentheil einen erfteulich-erhebenden Fortschritt, welcher das Judenthum von der Scholle abgelöst hat, und halten wir es für einen Frevel am Geiste geschichtlicher Fortentwickelung, worin Gott sich offenbart, zu glauben und zu wünschen, daß auf diesen überwundenen Standpunct jemals wieder zurückgeschritten werden möchte.
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Hat nicht Einer der Eurigen einmal gesagt, daß der Aufenthalt in Palästina die Menschen veredle, sie besser, frömmer, gottgefälliger mache? Nun denn: Was gehört zur Sittlichkeit und Frömmigkeit? … uns erinnerlichen Hungersnoth sind wohl aus Europa mehr als eine halbe Million Gulden nach Palästina als Almosen gewandert! Sind während dessen bemerkbare Fortschritte in der Cultur, im Ackerbau, im Handel, in der Industrie gemacht worden?
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Deutsche Lehr- und Wanderjahre. S. 262. Leeder, Wandkarte von Palästina. S. 262. Löw, Lebensalter. S. 287. Neuda, Töchtererziehung. S. 303. Virchow und Holtzendorf, S. 304. 394. Holtzendorf und Oncken.
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. — Rundschau. — Feuilleton: Das Mormonenthuin auf dem Wege nach Palästina. — Die Tochter des Commerzienrathes (Fortsetzung). — Anzeigen. Mieüer vmn^Gultus. ^(Fortsetzung aus 1^t—7־t~ Die neuen Gebetbücher; Seelenfeier.
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״Der Schmuck und die Garderobe der verstorbenen gnädigen Frau," fuhr der fromme Rabbi im süßlichen Heuchlerton fort, ״soll mir übergeben werden und der Erlös zur Hälfte der Talmud torah, zum Unterrichte armer Knaben in; unserem heiligen Schriftthum verwendet, zur Hälfte in die -Caffe für Palästina abgeliefert werden." ״Darüber habe ich nicht zu verfügen." ״Nicht Sie? Wer denn sonst?" ״Das wird Ihnen vielleicht späterhin gesagt werden.
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Guerin, welcher von der ftanzösischen Regierung zu wissenschaftlichen Nachforschungen in Palästina aufgestellt worden ist, hat neulich dem geographischen Congreß in Lyon die Meldung gebracht, daß er das Grab von Josua, Sohn Nuns, aufgefunden habe. — Er behauptet, das erwähnte Grab befinde sich in Tign6, welches er für das alte Timnath Cheres, das Erbe Josuas, halte.
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(Das' heilige Land.) Im Augenblick befinden sich mehrere Expeditionen in Palästina, die eifrig mit dessen geographischen Erforschung beschäftigt sind. Die der ״Britischen Gesellschaft" hat so eben in dem wüsten Striche südöstlich von Hesbon die sehr gut erhaltenen Ruinen eines prachtvollen Palastes entdeckt.
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zu sein scheinen und Amerikas freier Boden bietet mehr Gewähr für die Entwickelung des Judenthums und der Juden, als das echt orientalisch entnervte, türkisch regierte Palästina. Redaction.) _ ^ocktei! tieft Novelle aus der Gegenwart von I. (Fortsetzung.) Der Sturm zieht über das Land hin. Er beraubt die Eiche ihres Blätterschmuckes, ihrer Aeste und Zweige, aber der feste Stamm steht unverrückt und unerschütterlich, obgleich der Boden unter ihm zu zittern scheint.