Mannheim
Compact Memory
28 pagesSort: relevance · oldest first · newest first
Pages per year (click a year to narrow down)
17
19261927
  1. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 141

    Was bleibt, wenn alle Stricke reißen, um den Weg nach Indien frei zu haben? Es bleibt: Palästina. Palästina, das den Suezkanal von Osten her beherrscht; Palästina, das der Ausgangspunkt eines zweiten Weges nach Indien geworden ist, den sich England im vorigen Jahr durch die ohne viel Aufsehen erfolgte Annexion eines nordarabischen Gebietsstreifen mit Maan und dem Roten-Meer-Hafen Akabah bahnte. Palästina—Akabah— Rotes Meer heißt die Straße nach Indien, die nunmehr im Falle des Verlustes des Suezkanales den Engländern immer noch offen steht.

  2. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 89

    Sie senden mir das Bulletin „Der Kriegsdienstgegner, Nachrichtenblatt der Internationale der Kriegsdienstgegner" Nr. XIII, das sich so über die Lage in Palästina vernehmen läßt: „Palästina bietet dem Pazifismus ein schwieriges Problem. Zwei Völker leben hier zusammen, eine arabische Mehrheit und eine jüdische Minderheit, die durch Einwanderung wächst und kulturell wie wirtschaftlich den fortgeschritteneren Teil der Bevölkerung darstellt und auch allein tieferen politischen Ideen wie Pazifismus und Sozialismus zugänglich ist. … So käme Palästina in Gefahr, statt einer Schweiz eine Tschechoslowakei zu werden, statt eines freiwilligen Zusammenlebens gleichberechtigter Völker ein Zwangsstaat, wo die Majorität die Minorität vergewaltigt.

  3. 1927-02-15 · 4 (15.2.1927) · p. Seite 122

    Januar eine Diskussion über Zionismus und britische Politik in Palästina statt, an der sich mehrere hervorragende französische Schriftsteller beteiligten. Herr Pierre Bonardi, der eben von einem Palästina-Besuch zurückgekehrt ist, richtete heftige Angriffe gegen die britische Regierung, der er vorwarf, daß ihre Politik in Palästina dem Geiste des Mandats widerspreche. … Auch Charles Auguste Bontemps wandte sich gegen den Zionismus und das jüdische Palästina und meinte, die Juden genießen in allen Ländern Gleichberechtigung, die Völker seien bereit, sie sich zu assimilieren, die Juden aber gehen daran, einen eigenen Staat in Palästina zu schaffen, der in Zukunft eine Stütze des Militarismus und Nationalismus werden könnte.

  4. 1927-04-15 · 6 (15.4.1927) · p. Seite 175

    Pritchett, brachte in einem Bericht auf Grund seiner Beobachtungen und Erfahrungen in Ägypten, Palästina und Griechenland zum Ausdruck, daß die jüdischen Kolonisationsbestrebungen in Palästina eine „unglückselige und visionäre" Bewegung seien und im Laufe der Zeit nur Bitternis und Unglück für Juden sowohl wie für Araber zur Folge haben werden. … Den Kassenbericht erstattete Herr Schachno, den Bericht über den Keren Hajessod Herr Lichtenauer, über den Keren Kajemeth Herr Feder, über die Schekelaktion Frl. Hohenberger, über die Hebräische Sprachschule und das Palästina-Amt Herr Grünbaum." Bericht über zionistische Kasse and Schekelaktion, über Keren Hajessod und Kajemeth trausam verbunden.

  5. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 68

    Die Zionisten haben die Schlußfolgerung aus der Nichtanerkennung als Brüder des deutschen Volkes dahin gezogen, daß sie sich nur als deutsche Staatsbürger, nicht aber als vollbürtige Deutsche betrachten und nun die Gründung eines Judenstaates in Palästina propagieren. Diese Schlußfolgerung ist aber weder logisch, noch entspricht sie dem Gang der Weltgeschichte oder dem Wesen des Judentums. … Alle Völker sollen dereinst nach Zion wandeln, als Brüder den einig-einzigen Gott preisen und in Frieden miteinander leben. Die Errichtung eines Judenstaates in Palästina würde also der Verwirklichung dieser messianischen Idee auch nicht um einen Schritt näherkommen. Was würde es bedeuten, wenn die Juden allein in Palästina Zion errichten und den Menschheitsfrieden künden, wenn nicht die Idee alle Völker gleichmäßig erfaßt hätte!

  6. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 140

    Seitdem brach der Weltkrieg aus, der die Entente- und Zentralmächte um die Kriegsbegeisterung nicht nur ihrer Proletarier^ sondern auch ihrer Juden und um die Sympathie der zum Teil jüdischen Hochfinanz Amerikas wetteifern und in Versprechungen sich überbieten ließ (in Deutschland gab's ein Pro-Palästina-Komitee, dem von den Zollern-Sozialdemokraten bis zum Grafen Reventlow alle Parteien angehörten!) [Zusatz d. Herausg. … November 1917, in jener ewig denkwürdigen Woche des Sieges der großen russischen Revolution, Palästina im Namen der englischen Regierung als „national home" für die Juden proklamiert. Seitdem wurde Hebräisch Staatssprache.

  7. 1927-02-15 · 4 (15.2.1927) · p. Seite 112

    Wir fühlen uns aber tief verwurzelt im deutschen Volk und in deutscher Kultur und lehnen entschieden jede jüdische Kulturgemeinschaft, alle Verbundenheit mit einem geistigen Zentrum in Palästina ab. Die jüdisch-völkischen Menschen sprechen eine andere Sprache als wir, wir stehen ihren Gefühlen, ihrem Wollen fremd gegenüber, uns trennen Welten! … Ve*wechselt uns jüdische Deutsche nicht mit den Nationaljuden, die ihr Vaterland in Palästina sehen! Während die Volksjuden nur die Pflichten als Staatsbürger erfüllen, mit ihrem Herzen, ihrem Sehnen und Trachten aber in Palästina weilen, fühlen wir uns mit Euch schicksalhaft verbunden.

  8. 1926-11-15 · 1 (15.11.1926) · p. Seite 6

    Die Zionisten bejahen diese Frage für alle Länder der Erde, mit Ausnahme von Palästina. Wenn junge Menschen sich in den letzten Jahren, in ihrer Sehnsucht nach Harmonie im Innern, der nationaljüdischen Idee zuwandten, so ist dies psychologisch begreiflich; denn ihre Antwort auf die oben gestellte Frage lautete: „Wir müssten verzweifeln, wenn wir in Palästina nicht die Ruhe der Seele zu freudigem Schaffen fänden". Es ist garnicht nötig, darauf hinzuweisen, daß — wenn es wirklich eine jüdische Tragödie gibt — diese auch in Palästina längst im Qange ist. Wenn wir aber eigene Schuld abziehen — und wo gäbe es Schuld nur auf einer Seite! — so erleben wir die allgemein sich offenbarende Tragikomödie menschlicher Bosheit und Unzulänglichkeit, in die jeder Lebende verstrickt ist; sei er Hassender oder Gehasster.

  9. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 142

    Weizmann also sagte in einer Berliner Versammlung: „In zehn Jahren wird es kein freies Land in Palästina mehr geben, wenn die Einwanderung anhält. Man wird versuchen müssen, Transjordanien zu erschließen." Und abermals rundet sich ein Kreis. … Wie sie es mit den Hindus und Mohammedanern in Indien machen, so auch mit den Juden und Arabern in Palästina. Schon 1920 und 1921 kam es in den Straßen Jerusalems und in den Siedlungen zu sehr blutigen Zusammenstößen. Apropos Siedlungen.

  10. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 64

    Im allergünstigsten Fall wird der Aufbau Palästinas, der zur Herstellung des jüdischen Geistes in Reinkultur sehr wichtig ist, die Ueberzahl der Geburten über die Toten innerhalb der Juden ausgleichen, d. h. daß — die glücklichste, hemmungsloseste Entwicklung vorausgesetzt — nach 10 Jahren in Palästina 1 Million und in den anderen Ländern etwa 16 Millionen Juden leben werden. Was nun? Wie soll sich das Schicksal dieser Juden politisch und psychisch gestalten? Bleiben wir wieder in Deutschland. Von den 600 000 Juden werden höchstens 5—6000 nach Palästina auswandern. Und die anderen? Sie werden ihr jüdisches Bewußtsein vertiefen, werden ihr Wissen bereichern, hebräisch sprechen.

  11. 1927-02-15 · 4 (15.2.1927) · p. [Seite]

    Max, Herzog jzu Sachsen, Julius Rosenbaum (Zeichnung) Professor Isaak Markon: .........Die Krim-Juden Georg Mecklenburg.........Pro Palästina Comite Am Rande: Edwin Sieradz. Reorfls Dr. Kurt Fleischer. Max Levy, Adolph Hoffmann, Romain Rolland Karl Schnosr, Josef Wiener-Braunsberg:: Politische Dichtung Am 15. jedes Monats I.

  12. 1926-11-15 · 1 (15.11.1926) · p. Seite 18

    Der preußische Oberregierungsrat Hans Goslar sagt: Unser Wollen, unser Programm läßt sich keineswegs mit den Schlagworten „Palästina", „Organisierung des jüdischen Volkes", „Heimstätte für das jüdische Volk und für den jüdischen . Geist" umreißen, Zionismus ist und muß heute viel m e h r als das alles zusammen sein, zumal in einer Zeit, in der der jüdische Liberalismus noch immer gewöhnt ist, als Aufrufer zum Judentum hinaus unter die jüdischen Menschen aller Art zu gehen. … Programmatisch schreibt Robert Weltsch in der „Weltbühne": Palästina bedeutet den ersten Versuch einer Generation, ihr Dasein neu aufzubauen, welche die Würdelosigkeit ihrer lügenverstrickten Existenz in Europa durchschaut hat.

  13. 1927-02-15 · 4 (15.2.1927) · p. Seite 121

    Der Rabbiner, der Leiter einer Bodenankaufsgesellschaft für jüdische Auswanderer nach Palästina ist, wurde beschuldigt, 50 000 Pfund, welche zum Bodenankauf in Palästina bestimmt waren, unterschlagen zu haben. Er sollte zu diesem Zweck vor ein aus drei Rabbinern zusammengestelltes Gericht gestellt werden.

  14. 1927-04-15 · 6 (15.4.1927) · p. [Seite]

    Hierbei sind au&er der Schiffsreise von einem italienischen Hafen aus etwa 8 bis 10 Tage Aufenthalt in Aegypten und Palästina vorgesehen. Es soll versucht werden, den Preis füi diese Reise extrem niedrig zu gestalten, nämlich mit einem Betrag von insgesamt 500 bis 600 ML pro Person auszukommen.

  15. 1927-03-15 · 5 (15.3.1927) · p. Seite 139

    Dieses Volk hat neben den Aufgaben, die es mit allen Völkern gemeinsam hat, die eine: Palästina; und die Exekutive der Kommunistischen Jugendinternationale tut nicht recht daran, diese Aufgabe zu negieren und als nationalistisch abzutun.

  16. 1927-02-15 · 4 (15.2.1927) · p. Seite 99

    nützen kann. Das jüngere historische Recht der Araber auf Palästina erscheint mir näher begründet als das ältere und überalterte der Juden. Das Entstehen eines nationalen Fanatismus in Vorderasien bereitet, bei möglichen Schwächezuständen der britischen Mandatsherrschaft, einen Riesenpogrom vor.

  17. 1926-12-15 · 2 (15.12.1926) · p. Seite 46

    Eine soziologisch, ideologisch und typologisch unerhört interessante Erscheinung: das jüdische Gemeinleben, der Notgenossenschaft des Ghettos entkrochen, zerborsten durch die ebenso gesinnungswie erfolglosen Versuche äußerlicher Angleicherei, nicht zurückerobert durch die hysterische Ausweitung der großen sozialen Geste Herzls zu einem reaktionären Palästina-Chauvinismus, — dieses leblos erstarrte jüdische Gemeinleben, jämmerlich zuckend in ein paar zweideutigen Feiertagsstunden, beginnt wieder wirklich zu leben!

  18. 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 69

    Wir wollen sie deshalb nicht tadeln und ihnen nicht zürnen. Aber kein jüdischer Nationalstaat, kein Pro-Palästina-Komitee, mag es von Werner Sombart, mag es von Männern begünstigt sein, die nicht ahnen, wohin die Reise geht, wird das Rad der Weltgeschichte zurückdrehen und die messianische Idee der Menschheitsverbrüderung aufhalten.

  19. 1927-02-15 · 4 (15.2.1927) · p. Seite 111

    Noch einige Jahre weiter — und man wird vielleicht keine Spur von der fesselnden Ethnographie der Krimtschaken finden. PrO Palästina COIllite von Georg Mecklenburg Die Gründungsfeier dieses Comites, die dabei von den Vertretern der Regierung und anderen hervorragenden Persönlichkeiten gehaltenen Reden haben den Beweis erbracht, daß die Verwirklichung der von den Zionisten verfochtenen Antithese „hie Deutschtum — hie Juden- 111

  20. 1927-02-15 · 4 (15.2.1927) · p. Seite 94

    Die Sucht nach militärischer Geltung, die sie noch für den Militarismus der von fast allen Zionisten abgelehnten jüdischen Legion in Palästina eintreten läßt. Ihr Kampf gegen unser Friedensideal. Diese gegenseitige Lobhudelei ihrer Tapferkeit. Und nicht zuletzt diese unsäglichen Kriegervereinshistörchen, die ihren „Schild" füllen.