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19251932
  1. 1926-12-24 · 9 (24.12.1926) · p. Seite 33

    In dem Augenblick, in dem der organisatorische Rahmen dieses Bundes zerfiel, verließen auch eine Reihe selbst wertvoller Blau-Weißer die zionistischen Reihen. Die ersten Schwierigkeiten in Palästina hatten seinerzeit genügt, um die Blau-Weißen an ihrem Zionismus verzweifeln zu lassen. Sie waren aus Palästina zurückgekehrt mit Theorien darüber, daß der Zionismus überhaupt eine Utopie sei, oder aber, daß der deutsche Zionismus keinerlei Möglichkeiten habe. … Aber nicht für viele von denen, die durch diese zionistische Erziehung gegangen sind, kommt Palästina in Frage. Nur jene sollen aus Europa herausgezogen werden, in denen der Opferwille am stärksten ausgesprochen ist.

  2. 1926-06-11 · 4 (11.6.1926) · p. Seite 13

    Denn der Aufbau Palästinas soll ja schließlich auch der Erneuerung des Judentums dienen, auf dir der Zionist hofft, wenn die Ansiedlung in Palästina erst erfolgt ist. Wir können durchaus die Frage stellen, warum erst und nur in Palästina diese Erneuerung? Seien wir uns darüber klar, daß im Grunde auch der Zionismus assimilieren will, allerdings in großem Maßstab, indem er die ganze politische und wirtschaftliche Daseinssorm des jüdischen Gemeinwesens in Palästina der staatlichen und wirtschaftlichen Existenz der europäischen Völker angleichen will.

  3. 1930-05-23 · 2 (23.5.1930) · p. Seite 8

    Siegfried Lehmann über seine Gründung, das Waisendorf Ben-Schemen in Palästina. Nach Kriegsende wurde das litauische Beruf geeignet, als Unterlagen für Arbeitsgemeinschaften, Aussprachen u. dgl. zu dienen, wie überhaupt die „Jüdische Wohlfahrtspflege. und Sozialpolitik“, die sich häufig und ausgiebig mit aktuellen Berufsproblemen beschäftigt, den jüdischen Jugendvereinen zur Beachtung empfohlen wird. — th — Die Berufsmöglichkeiten der Schüler höherer Lehranstalten. … Judentum durch das Hereinströmen von Scharen vagabundierender Pogromwaisen, aus Russland vor schwere Aufgaben gestellt, die zur Gründung des berühmten Kownoer Kinderhauses unter Lehmanns Leitung führten. 1926 siedelte eine kleine Gruppe aus dem Kovcnoer Heim nach Palästina über. Heute leben im Kinderdorf Ben-Schemen 107 Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren. Sie stammen aus aller Welt: aus Osteuropa, Yemen, dem vorderen Orient und aus Palästina selbst . . . und werden dort durch und zu gemeinsamer Arbeit erzogen, die hier nicht pädagogische Spielerei, sondern wesentliche Existenzgrundlage des Heimes, ist.

  4. 1925-12-11 · 3 (11.12.1925) · p. Seite XI

    Ziouisienkongreß. dessen Ausgang trotz der Bestätigung der Ansicht, nicht alles aus Palästina setzen zu dürfen, keineswegs zum Triumphgesühl, tvcniger noch zum Mitleid, sondern vielmehr zur Empsindung des Leides und der Hilfe zu führen hat. — Zusammensasieud ist zu sagen, daß die Jugend bzw. die durch sie verkörperte Zeitströnnmg sich betvußt ist, daß wir noch lange aus einem Seile zu leben verpflichtet sind, daß wir noch Revolution, die vielleicht schon 1<>0 Jahre dauert, haben, die aber zu schnell von den „Alten", zürn Schaden der Klarheit und der Tiefe der uns beherrschendere Elenrente, zu einem Ende geführt zu werden droht. … Obwohl nach den Ergebnissen der letzten Zeit, kein Zweifel daran besteht, daß Palästina nur einen verschwindend kleinen Teil der zionistischen Juden wird ansnehmen können, soll die Heranwachsende Jugend in einem, k ü n st l i ch e n F r e m d h e i t s g e s ü h l gegenüber ihrer deutschen Umwelt erzogen werden.

  5. 1929-04-12 · 4 (12.4.1929) · p. Seite 10

    Wenn der Zionismus die heutige Galuth als unproduktiv bezeichnet, hat — oder hatte — er weithin recht: aber die allgemeine Behauptung der Unsruchtbarkeit jeder Galuth, die doch mit Anfang des Zionismus steht, müssen wir ablehnen: von der jüdischen Geschichte her, die seit langem ihre entscheidenden Anstöße aus Güluthzentren bekam. Da wir wissen, daß Palästina schon rein räumlich nie zur Gesamtlösung der Judenfrage führen kann, und anderseits den Möglichkeiten der Galuth vertrauen dürfen, wenden wir schon von hier aus den Schwerpunkt unserer Arbeit der Galuth zu. … Wir fühlen uns als j Mitarbeiter an einer künftigen gesamtjüdi sehen Lösung, die Substanz- 8 bewußtsein mit deutscher Stellung, Sorge um Palästina mit hoffender ß Arbeit in der Galuth selbst zu vereinen weiß. Nicht von einer neuen 8 Form der Organisation versprechen wir uns etwas für die jüdische Erß Neuerung, sondern von der veränderten allgemeinen und jüdischen inneren Einstellung, mit der wir an vorhandene Organisationsformen!

  6. 1928-07-27 · 7 (27.7.1928) · p. Seite 18

    Wenn man weiß, daß sür die Führer dieser Bewegung das Dcukschsein eine selbstverständliche Tatsache ist. das Deutschtum ihnen somit keine Aufgabe mehr bietet — sür die große Schar der nichtjüdischen Deutschen ist das Deutschtum nimmer ein Gegebenes, vielmehr immer eine Forderung —, wenn man sicht, wie diese Führer die Pflege deutscher Gesinnung nicht als Aufgabe des Cenlralvercins brachten, wie sie eine Unterstützung des stolouisationswerles in Palästina ohne Rücksicht auf dessen Politische Gestaltung fordern, dann sind eben die Führer und die von ihnen Geführten verloren kür die Sache der jüdischen Den Ischen.

  7. 1928-09-14 · 9 (14.9.1928) · p. Seite 28

    In den vorn Kongreß angenommenen Leitsätzen, die wir nach ihrer Wiedergabe in „l-a Trllmno ckuivo' vom 17. August zitieren, finden sich unter dem Abschnitt Palästina die Sätze: „Der zweite Kongreß der 11. 11. I. I. (Union universells cks 1a vermesse ^uivo) erinnert daran, daß die Zusammenarbeit aller Sektionen zugunsten des Keren Koje me LH einen wesentlichen Teil der aktiven Arbeit der 11.

  8. 1930-02-14 · 1 (14.2.1930) · p. Seite 4

    Er zeigte, wie man dort von rein philanthropischer Unterstützung zu produktiver Hilfeleistung durch Verschaffung von Arbeitsgeräten und Arbeitsmaterial übergegangen ist. Einzelne Probleme des Palästina-Aufbaus in sozialpolitischer (Zusammenleben mit den Arabern) und allgemein sozialer Beziehung behandelte Ernst Bloch in seinem Referat Er ging auf die Formen des dortigen jüdischen Gemeinschaftslebens ein und schilderte die Schwierigkeiten, die durch den Zusammenstoss von europäischen jüdischen Arbeitern mit den gänzlich anders strukturierten orientalischen Arabern (verschiedener Lebensstandard usw.) entstünden.

  9. 1930-05-23 · 2 (23.5.1930) · p. Seite 7

    In das politisch-kulturelle Gebiet sollen Hefte über die jüdische Grossgemeinde und die Kleingemeinden in Deutschland, über Palästina, das Ostjudentum, Antisemitismus, Bevölkerungspolitik und moderne Wohlfahrtspflege führen. Das nächste Heft wird den Emanzipationsgedanken in der Geschichte des Centralvereins behandeln.

  10. 1932-09-16 · 16.9.1932 · p. Seite III

    Gerade die Frage des Zionismus hat im Lager der Sozialdemokratie lebhafte Meinungsverschiedenheiten hervorgerufen, Karl K a u t s k y hat dagegen gewettert, Eduard Bernstein hat den jüdischen Aufbau in Palästina als Werk der jüdischen Arbeiterschaft verteidigt. Die ^praktische Politik der Sozialdemokratie, d. h. der Zweiten Internationale, hat Bernstein recht gegeben.

  11. 1926-08-20 · 5 (20.8.1926) · p. Seite 19

    Und wenn dagegen die jüdisch-nationalen Jugendvereine ihre Mib glieder zu guten Angehörigen des jüdischen Volkes erziehen wollen, ihre letzte Vollendung in der nationalen Heimstätte in Palästina und in der Schaffung einer hebräischen Kultur sehen, so ist dieser Standpunkt durchaus folgerichtig. Aber man wird zwischen den beiden Standpunkten wählen müssen.

  12. 1926-12-24 · 9 (24.12.1926) · p. Seite 34

    Für eine Ikebergangszeit nun kann es sein, daß «ran in Sondergruppen lebt, auf die Dauer aber dürsten Sondergebilde .in Palästina nicht möglich sein. Das Leben ringsherum löst alle Sondergemeinschasten ans. — Somit ergibt sich also für die zionistische Jugendbewegung folgendes Bild: Der Zionismus in Deutschland hat nur geringen natürlichen N a ch w u ch §.

  13. 1927-11-16 · 8-9 (16.11.1927) · p. Seite 674

    des Wohltuus ist. läßt noch heute in gesetziestreueu Häusern den Gast, den nureest, besonders am Sabbat ein Mitglied der Tafelrunde sein, so erfährt das Kind in lebendiger Schilderung von der Rot seiner Stammesbrüder im Osten und in Palästina, das Gefühl des Mitleidens wird wach, in Erkenntnis, daß jeder zur Hilfeleistung verpflichtet ist. So weitet sich das durch die Synagoge geweckte Berbimdeuheilsgcuch!

  14. 1927-11-18 · 8-9 (18.11.1927) · p. Seite 18

    Die altjüdische Gastfreundschaft, für die die kalte Spende des Geldes nicht das einzige Mittel des Wohltun s ist. läßt noch heute in gesetztcstreucn Häusern'den Gast, den aurceh, besonders am Sabbat ein Mitglied der Tafelrunde sein, so erführt das Kind in lebendiger Schilderung von der Rot seiner Stammesbrüder im Osten und in Palästina, das Gefühl des Mitleidens wird wach, in Erkenntnis, daß jeder zur Hilfeleistung verpflichtet ist. So weitet sich das durch die Synagoge geweckte Vcrbundenheitsgesnhl für die Gemeinde zur Erkenntnis der Zugehörigkeit zur Religionsnation Israel.

  15. 1928-09-14 · 9 (14.9.1928) · p. Seite 26

    -Zeitun g' nicht mehr mit dem Zionismus ausciuanderzusetzen, nur tatsächliche Geschehnisse in Palästina zu registrieren und im übrigen jede Presseschde und jeden Angriff der Redner des Centralvereins gegen den Zionismus zu unterlaßen.

  16. 1928-09-14 · 9 (14.9.1928) · p. Seite 27

    Die Ueberbetommg jüdischer Gemeinschaft, das Eintreten für Palästina. Religiosität im Sinne der Jugendbewegung, die Wiedsrerw-eckung der jüdischen Sprache, dies alles ist rwch keine Neuerweckung und Vertiefung des Judentums.

  17. 1926-06-11 · 4 (11.6.1926) · p. Seite 16

    Es darf nicht vergessen werden, daß manchem von uns Deutschland erst seit hundert Jahren nahe ist, wiederum auch, daß Palästina uns allen schon 2000 Jahre fern. 2. Wissen auf dem Gebiet des politischen Lebens, d. h. den Augenblicksdingen nicht romantisch sernstehen; auch manuelle Geschicklichkeit, Fahrzeit der „ersten Hilfe"; wie sollte er ohne diese Dinge eine größere Fahrt leiten, die ja der lebendigste Kernpunkt einer Gruppe ist.

  18. 1928-02-10 · 1-2 (10.2.1928) · p. Seite 8

    - - Eine Novelle von Zivi Schatz ..Time Sprache", in einer äutzerst zarten Form geschrieben, gib! einen Einblick in das Ehaluzleben in Palästina, und übermittelt gleichzeitig das Schassen einer jungen ansblühenden neuhebräischen Literatur. -- Für uns ist vor allen Singen bedeutungsvoll, daß hier die zionistische Problematik, ungetrübt von talilhtu'n .Kleinlichkeiten, erörtert wird, und vor allen Tingeu. d.rtz ein Erkennen und Berstehen der Jugend, die. iveun and) mit anderen Bor misst Hungen und Zielsetzungen. gleich uns rnn jüdische Wertigkeit und jüdisches Leben ringt, gefördert lvird.

  19. 1928-07-27 · 7 (27.7.1928) · p. Seite 19

    Brr welchem Bund er zum Beispiel die Forderung nach „Untorftützung der Kolonisationsarbcit in Palästina ohne Rücksicht auf besten politische Gestattung" erb oben gesunden hat. Gewiß, die Frage des Palästinawerkes Üfbstchn Vordergründe vieler Diskumor.ru der Jugendbewegungen.

  20. 1929-05-17 · 5 (17.5.1929) · p. Seite 15

    M o s ch e t - B r a ch m a n n berichtete über die Ansiedlung in Palästina. In der Diskussion wurde aus die Frage, welcher geistige Gesichtspunkt für eine Ansiedlung in Deutschland vorhanden ist, von M o s s e dargelegt, daß im Interesse eines alle Lebensmöglichkeiten ausschöpfenden deutschen Judentums gerade dieser verkümmerte, noch gar nicht entwickelte Teil zum Leben erweckt werden muß.