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19261932
  1. 1929-02-15 · 1 (15.2.1929) · p. Seite 24

    Er verteidigte sich gegen den Vorwurf, er habe leichtfertig über Palästina geurteill. Die kurze Dauer des Aufenthaltes besage gar nichts. Einer ist in wenigen Tagen eben so wett, daß er ein Urteil abgeben kann, während andere Jahr« dazu brauchen. … Di« jüdischen Siedlungen in Rußland entspringen jüdisch-nationalem Wollen. Sie unterscheiden sich vom jüdisch-nationalen Heim in Palästina durch ihr« völlig andersartige kulturelle Färbung. In Palästina «ntwickett sich Judentum, entwickelt sich di« hebräisch« Sprach«.

  2. 1926-03-10 · 1 (10.3.1926) · p. Seite 16

    Wir sind interessiert daran, dieser Judenwanderung, die vor sich geht, nicht auS Wanderlust, sondern weil diese Mensche» gehetzt werden, abzuhelfeu. Bei dieser Gelegenheit will ich auch auf Palästina eingehen. Für mich ist Palästina erheblich mehr alS ein Mutterland, und ich gebe ehrlich zu, daß ich den jetzigen Zustand, daß fast nur noch Palästina für die jüdisch« Wanderung offen steht, als eine ungeheure Gefahr betrachte. … Die Tatsache besteht, daß das von einigen so mißgünstig angesehene Palästina das einzige Land ist, in daS Jude» heute einwander,» können. Und wenn Sie verhüten wollen, daß ein Unglück geschieht, haben Sie die Mlicht, alles zu tun, um vorzubeugen, damit das Unglück nicht eintrnt.

  3. 1929-02-15 · 1 (15.2.1929) · p. Seite 22

    Ich will mich nicht auf jene zionistischen Deröffentlichungen in allen Zeitungen der ganzen Wett an jedem Tag berufen, deren Verfasser niemals den geheiligten Boden Palästinas mit einem Schritt betreten haben, und die sich dennoch für befugt Hallen, über di« Dinge in Palästina zu schreiben» (Sehr gut!) Ich will auch nicht darauf Hinweisen, daß pazifistische'Generäle und demokrattsch« Regierungspräidenten, di« auch nicht länger in Palästina gewesen sind, als zionistisch« Kronzeugen im Triumphzuge durch das Land geführt werden, nur well sie prozionistisch schreiben und sprechen. … Ich will mich nur darauf berufen, daß der allen Parteien bekannte Herr Dr. von Weisl, Zionist, Palästinenser, Mitglied des palästinensischen Rates in einer hiesigen Bersammlung die von uns veröffentlichte Broschüre in die Höh« gehalten hat und dabei sagte: „Da sind zwei Leute kurze Zeit in Palästina gewesen. Ich muß sagen, alles, was Dr. Well von Palästina sagt, ist richtig und muß von dem, der die Dinge kennt, unterschrieben werden."

  4. 1932-09-28 · 4 (28.9.1932) · p. Seite 21

    Hier ist mit dem Worte Erfolg «in eigentümliches Spiel getrieben worden, und unser Hinweis auf den Mißerfolg der Tätigkeit des LB. wurde beüntwortet mit dem Hinweise auf «inen angeblichen Mißerfolg der Arbeit in Palästina. Mr sehen den Berichten über Erfolge und Mißerfolge der Palästinaarbeit sehr ruhig entgegen. Aber wir müssen doch bemerken, daß wir die Arbeit des EB. nie gestört haben — trotzdem dieser Mißerfolg. Wie aber ist es mit Palästina? 30 Jahr« lang haben Sie die Arbeit für Palästina gestört, 30 Icchr« lang haben Sie mit Feuer und Schwert dagegen gekämpft, daß wir in Palästina arbeiten, und nach diesen 30 Jahren dürft« wir feststellen, daß wir ungeheure Schwierigkeiten hatten, daß die Schwierigkeiten auch heute noch fchr groß sind, daß inzwischen aber drüben 180 000 Juden leben, die gewiß kein leichtes Leben haben, die aber als freie Juden «in freies Dasein führen, nicht mehr geduldete Staatsbürger, sondern freie Menschen in einem jüdischen Lande.

  5. 1927-06-15 · 5 (15.6.1927) · p. Seite 9

    Sandler sprach von einem konzentrischen Angriff aller Gegner auf die Palästina- Arbeit und glaubt«, einige „Amm«märch«n" zerstör« zu mästen. Sowett es sich um das Minoritätenrecht und di« politisch« Austastung der Golus-Theortt handell, habe ich persLnlich besonders dankbar davon Kenntnis g«omm«; und ich hoffe, daß diese Wort« eines Führer» der Jüdisch« Volkspariei sich btt zu d« nächsten Wahlen auch unter, den Scharen der Anhänger herumsprech« mög« (Beij fall). Aber von einem konzentrisch« Angriff auf die Palästina-Arbeit kann gar kein« Red« sein. Für dtt Abwehr, die wtt jüdisch« Deutschen von unserem Standpunkt aus Ihr« Bestrebungen entgegensetzen, ist nicht maßgchend dtt Frag« einer Aufbauarbett in Palästina als solcher, sonde« lediglich dtt Frag« einer polttisch, national-jüdisch eingestellten Aufbauarbett mtt dem gleichzeitig« Bestreben, den Aufbau dttseS national« Judentums auch in Deutsch» land zu fördern (Beifall).

  6. 1932-09-28 · 4 (28.9.1932) · p. Seite 40

    Der Zweck des deutschen Landesverbandes Hechaluz ist a) die berufliche und geistige Dorbereitunq seiner Mitglieder für Palästina, b) die Organifierung der Uebersiedlung seiner Mitglieder nach Palästina und die Vertretung der Interessen seiner Mitglieder nach außen. … (Lachen bei den Liberalen.) Bor zwei Jahren schrieb derselbe He« Doyda: Deil Palästina pleite ist, haben die Zionisten die jüdische Dtttschaftsnot in -Deutschland erfunden. Und inzwischen hat He« Doyda einiges dazu gel«nt, nicht nur, daß Palästina noch nicht pleite ist.

  7. 1927-03-24 · 3 (24.3.1927) · p. Seite 30

    Wir schließen daraus, daß di« Aussichten, Ministersessel in Palästina zu erlangen, in nicht allzu greifbarer Näh« stehen. Mein« Herren! Ich halt« diese Aeußerung für ungeheuerlich. Sie ist der Ausdruck einer wirklich denunzia» torischen Polttik. … Wesentlich ist zunächst, di« falsche und ungenau« Berichterstattung über Palästina zu verhindern. And der Landesverband ist dazu da, dafür zu sorgen, daß di« jüdisch« Wett anständig infor» mi«rt_ wird, nicht aber wie es die antizionistischen Parteien machen, bi« über Palästina das Schlechtest« in gemeiner Form bekannt gchen.

  8. 1931-06-30 · 5 (30.6.1931) · p. Seite 16

    E» ist in Deutschland nicht notwendig, datz man sich wie Herr Dr. Weizmann in Palästina, auf seinen Reisen mit einer Schudwache umgibt, weil »nan in diesem jüdischen Land« als Führer nicht sicher reisen kann. (Zurufe von der Dolkspartei) Gin bekannter Rabbiner in Palästina hat die Situation dort folgendermatzen geschildert. Er sagt, es herrsche dort ein aus nationalem Hah entfachter Kampf.

  9. 1931-06-30 · 5 (30.6.1931) · p. Seite 32

    Die Entwicklungen in der Wirtschaft haben die Galuthsituation der Juden offenbar gemacht und erzwingen unzweifelhaft allmählich in dem Kampf um die Selbstbehauptung eine interterritorial« Verbindung der Juden aller Länder^Jm Zusammenhang mit dieser Entwicklung gewinnt auch Palästina eine erhöhte Bedeutung. Den rusiischen Juden ist nach dem großen Zusammenbruch vielfach nur da» geblieben, wa» sie in Palästina besaßen und die amerikanischen Juden hätten gut daran getan, wenn sie sich rechtzettig eine wirtschaftliche Reserveftelkung in Palästina geschaffen hätten. … Tote» Kapital, das heute in Schweizer Banken lagert, kann in Pajästina in der Orangenindustrie, produttiv die jüdische Wettsituatio« verbesiernd und zugleich die deutsche Wittschaft fördernd, arbeiten. Palästina mit seinen Pflanzungen, dem Aufbau und den neuen Ordnungen jüdisch«! Leben» hat sein« nicht mehr zu überßchend« Stellung bei dem Versuch der Judenheit, sich in Zeilen rückläufiger Konjunkturen zu behaupten, erworben.

  10. 1932-09-28 · 4 (28.9.1932) · p. Seite 36

    Wir erleben gerade in diesen Togen, daß die jüdische Jugend, auch di« deutsche jüdische Jugend in Palästina zusammensttömt und ein Sportfest feiert, die Makkabiah, wie sie erfreulicherweise nur in Palästina möglich ist. Wir erleben die Komik, daß die deutsche Rechtspresse die Meldung bringt »Deutsche Sportler siegen in Palästina", und damit meint sie die Siege des jüdischen Turn- Vereins Bar Kochba Berlin in Tel Aviv.

  11. 1926-03-10 · 1 (10.3.1926) · p. Seite 15

    Da» hindert aber nicht, dah sich unser Mitgefühl auch auf diejenigen Mitbrüder erstreckt, die nicht in Preußen oder Deutschland ihr Heim haben. ES ist von Palästina gesprochen worden. Wir alle stehen mit unseren religiösen Gedanken in irgend einem Gesühlszusammenhang mit Palästina. Wir wissen alle, dah unsere Quellen von dort kommen und unser Ideal deS einen Gottes und einen Menschengeschlechtes auf. Palästina zurückgeht. Aber wir können nicht als eine Aufgabe de»! Landesverbandes in erster Reihe heut hier verlangen, daß er für den 1 Aufbau Palästinas und seine nationalpolitische Ausgestaltung etntritt. 1 Wohl aber mutz der Verband sich für die hebräische Sprache insoweit | einsetzen, daß möglichst viele hebräisch mit Verständnis beten können.

  12. 1927-03-24 · 3 (24.3.1927) · p. Seite 19

    Badt hat uns schließlich eine schön« Geschichte erzählt von einem Mann aus dem Lentralverein, der nach Palästina gegangen sst, dort alles außerordentlich schön gefunden hat und erklärt hat, er werd« sein« ganz« Ortsgruppe der Volkspartei» lichen Bewegung zuführen. … Ich bin bescheiden und kein Prophet. Ich stch« nicht an, den Aufbau von Palästina nach vielen Richtungen hin zu begrüßen, wenn er sich nicht auf nationalistischer Grundlage vollzieht- Stärker als diese nationalistisch« Grundlage scheint mir di« Notwendigkett zu sein, daß das religiös« Judentum di« Suprematt« behält.

  13. 1927-06-15 · 5 (15.6.1927) · p. Seite 7

    Indem ich nun da« Gebiet der Gemeindepolitik verlasse, möchte ich zum Ausdruck bringen, daß dieser Geist der Parität selbstverständlich auch in den großen Organisationen der deutschen Juden herrsche» sollt«, hier ruckt vor allem die Frag« der Unterstützung unserer Palästina-Forderung in den Vordergrund, denn gegen sie hat sich immer der konzentrische Angriff unserer Gegner gerichtet. ES ist kaum zu glauben, welch« Ammenmärchen auf diesem Gebiete Glauben finden. … Sie alle haben nicht verkannt, daß di« psychologisch« Wirkung der Begründung de» Pro Palästina-Komitees auf di« deutsch« Iudenhest ein« tiefgehend« gewesen ist. LS war deutlich zu fühlen, welch« Rückwirkung di« produktiv« Leistung in der Paläst inäarbeit auf di« Achtung der Völker vor Juden und IudentuiN auSübt, und der jüdisch« Bürger mußt« sich doch sagen, daß etwa« an den ihm vorgetragenen liberalen Theorien nicht stimmen konnte, wenn sich di« höchsten Staatsbeamten und di« Vertreter der Parteien von Brettscheid über da« Zentrum bi« tzoetzsch für den zionsstischen Aufbau Palästina« «insetzten (Unruhe).

  14. 1931-06-30 · 5 (30.6.1931) · p. Seite 19

    Weil über di« bedroht« Sicherheit von Dr. Wrizmann» Leben in Palästina. Es gab und gibt auch in Deutschland Männer de» politischen Lebens, deutsche Männer, bereu Leben bedroht ist und bedroht war. … Dr- Well und viele feiner Freunde kömen beruhigt mb furchtlos in Palästina umherfahren. Mit der Frage der öffenllichen Sicherhett in Palästina hat dtt Tatsache, daß man Dr. Weipnann. wie e» auch sonst in Europa vielfach üblich ist, bei seinem Besuch — überflüssigerweise übrigens — «ine« besonderen Schutz mitgab. nicht da» Geringste zu tm.

  15. 1929-05-30 · 2 (30.5.1929) · p. Seite 8

    Ls hat sich immer mchr und mehr herausgestellt, daß es nicht genügt, di« jungen Menschen beruflich für die Uebersiedlung nach Palästina vorzubereiten, sondern daß «ine geistig« und gesinnungsmäßig« Dorbereitung auf ihre Arbeit in Palästina «ine unerläßlich« Vorbedingung ist."

  16. 1926-03-10 · 1 (10.3.1926) · p. Seite 12

    Daraus folgt, daß in der historischen Stunde der Wiederbelebung des alten Volkes auf dem althistorischen Boden auch in dieser Versammlung des neu entstehenden jüdischen Lebens in Palästina mit Liebe gedacht werden muß. (Beifall.) Ich denke, daß es uns allen in diesem Hause unmöglich ist, in der ersten Sitzung der preußischen Landesversammlüng jüdischer Gemeinden unausgesprochen zu lassen, was es uns bedeutet, daß der zweitausendjährige Traum unseres Volkes in unseren Tagen in Erfüllung geht. … Es gibt keinen wirklichen Juden mehr, und ich spreche hier wohl mit Ihrer allxr^Zustimmung, der die Mitarbeit an dem Wiederaufbau Palästinas nicht als jüdische Pflicht empfindet. Wir haben die Palästina-Resolution des Rabbiner-Verbandes in Köln mtt aufrichtiger Freude gelesen, und hoffen auf treue Mitarbeit der Rabbiner in Deutschland für Palästtna.

  17. 1926-03-10 · 1 (10.3.1926) · p. Seite 20

    Exzellenz Dernburg, -er ja einst kaiserlicher Kolonialministcr war, hat vor einigen Wochen zu uns gesagt, daß das, was di« Zionisten seit dem Kriege in. Palästina in kolonisatorischer Hinsicht geleistet haben, ganz erheblich mehr sei, als das, was das Deutsche Reich jemals in seiner gesamten Kolonialpolitik geleistet hat. … Dieser Zustand wird nicht dadurch überwunden werden, daß man die Argumente der Antisemiten widerlegt, oder dadurch, daß man ihm ein anderes Parteiprogramm entgegenhält, sondern dadurch, daß man die produktive Leistung -er Juden in Palästina aufzeigl. (Beifall links.) Meine Damen und Herren. Die jüdischen Geipeinden müssen aushören Kirchturmpolitik zu treiben, und sich mit der Befriedigung der religiösen Bedürfnisse seiner Mitglieder und der soliden Verwaltung ihrer sozialen Anstalten zu begnügen.

  18. 1927-03-24 · 3 (24.3.1927) · p. Seite 15

    Lassen Sie mich alS Begründung für meinen Optimismus Ihnen «in Erlebnis schildern, das ich vor einigen Monaten hatte: Ich war im Mai d. IS. in Palästina und traf dort eines Tages «inen Fabrikbesitzer, der Vorsitzender der Ortsgruppe deS E. D. seiner Stadt war. Er hatte auf seiner Geschäftsreise zwischen der Türkei und Aegypten auch einen Tag für Palästina vorgesehen.

  19. 1927-03-24 · 3 (24.3.1927) · p. Seite 25

    «inen Experten nach Palästina geschickt, der den Beschluß nachprüfen soll. In dieser Zeit hat das gesamt« Judentum «in« schwierig« Phase durchgemacht. Wir haben die schwierig« Lag« in Polen, in Rußland und in Palästina. And es scheint mir Pflicht der preußischen Iudenhest zu fein, Anteil zu nehmen an der Lag« der gesamten Iudenheit und sich als «inen Teil der jüdischen Gesamtheit zu fühlen, «inen Teil des jüdischen Volkes.

  20. 1929-02-15 · 1 (15.2.1929) · p. Seite 14

    Sie weichen hier den Dingen aus, aber dies sind di« Fragen, di« uns anqehen. Man konnte dort feststellen, wie Broschüren über Palästina, di« in Deutschland geschrieben sind, wirken. Ich will von den Broschüren, di« von Herren verfaßt wurden, die sechs Tage im Land« waren, absehen. … Aber wahrhaft erstaunlich ist. daß dem Verfasser einer Broschüre über Palästina jubelnder Beifall zutell wurde, einer Broschüre, in der drinsteht, daß der Schriftsteller de Haan zweifellos durch Zionisten ermordet wurde.