Mannheim
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  1. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 134

    ZwecR und Ziele der Vereinigung* Das Baseler Programm der Zionistischen Bewegung erstrebt die öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. In dlicscr Richtung liegt die ganze politische Arbeit der zionistischen Ortsgruppe. Ihre Aufgabe rst es, die jüdische Gesellschaft, insbesondere die Jugend, zu jüdisch-nationalem Selbstbewußtsein und praktischer jüdischer Volksarbeit, ganz besonders Arbeit in und für Palästina, zu erziehen. … Die Zionistische Vereinigung betrachtet die praktische Arbeit für Palästina als eines ihrer wesentlichsten Arbeitsgebiete. Für Kundgebungen, Werbearbeit, Sainmlungstätigkert und Gemeindearbeit des Keren Htajessod stellen sich die Mitglieder derZ.V.L. mit ihrer ganzen Kraft zur Verfügung.

  2. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 94

    Die Leipziger Orts- und- Jugendgruppen der Agudas Jisroel haben sich wie bisher auch im letzten Jahre durch eine Reihe von Veranstaltungen gemeinsam an den großen Kreis ihrer hiesigen Freunde gewendet. Es hielten einen Vortrag mit Lichtbildern über „Palästina im Wandel der Zeiten": Herr Rotschild aus Frankfurt a. M., Herr Dr. Nathan Birnbaum, Berlin, sprach über „Jüdische Geschichtsauffassung44. … Entstanden aus verschiedenen zionistisch-sozialistischen Arbeiter- und Studentengruppen, verbreitete sich die Poale-Zion- Bewegung auch nach Westeuropa, wo sie, besonders in Oesterreich, die Entstehung jüdischer Handlungsgehilfen vereine förderte. Früh begann die praktische Palästina-Arbeit der Poale- Zion, nach der ersten russischen Revolution 1905 wanderten jüdische Arbeitergruppen der Poale-Zion nach Palästina, die 94

  3. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 136

    Der Brith Haolim steMt in Deutschland die Nactowuchsbewegung des Hechaluz dar. Palästina-Organisationen Keren - Hajessod (Jüdisches Paiästinawerk) e. V. Sekretariat: Leipzig-CI, Keilstraße 4, Fernsprech-Nr. 10211. … Im Laufe des 10 jährigen Bestehens des Keren-Hajessod hat er 60 landwirtschaftliche Siedlungen in Palästina geschaffen; er hat die industrielle Entwicklung in den Städten sehr wesentlich gefördert; er hat das Hauptverdienst an der Besserung der sanitären 136

  4. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 137

    Verhältnisse in Palästina, und er ist der Träger eines weitverzweigten Schulwesens, das vom Kindergarten bis zum Technikum in Haifa und zur Universität in Jerusalem führt. … Zweck und Ziel: Der Jung-Jüdische Club, in der Erkenntnis, daß die Judenfrage nur durch den Aufbau Palästina gelöst werden kann, will seine Mitglieder auf 137

  5. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 95

    Ursprünglich die Beteiligung am zionistischen Kongreß ablehnend, änderte die Poale- Zion nach dem Kriege unter dem Eindruck der gewaltigen Aufgaben, die sich der gesamten zionistischen Bewegung stellten, ihre Haltung, und seitdem ist die Poale-Zion auf jedem zionistischen Kongreß mit Delegierten aus fast allen Ländern jüdischer Siedlung vertreten, besonders stark aus Palästina, deren jüdische Arbeitergewerkschaft, die „Histadruth" in engem Kontakt mit der Poale-Zion-Weltbewegung steht. Die Poale-Zion ist als selbständige palästinensische Sektion der Arbeiter-Internationale angeschlossen und führt dort durch ihren Vertreter Kaplansky einen Kampf für die Interessen der jüdischen Arbeiter, speziell für die politische Förderung des Palästina-Aufbaues und der jüdischen Minderheitsrechte im Osten Europas. … Im Jahre 1928 erschien unter der Leitung von Elieser Schächter und Jakob Blauner eine wöchentliche Zeitung in deutscher Sprache — das Jüdische Volksblatt —, das poalezionistische Gedankengänge vertrat. An der Palästina-Arbeit, die vorwiegend von der Zionistischen Ortsgruppe geführt wird, nehmen Mitglieder der Poale-Zion aktiven Anteil, sowohl an der praktischen Arbeit für die zionistischen Fonds, den Keren Kajemeth und den Keren-Hajessod, als auch an der Chaluzarbeit.

  6. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 96

    selbst teilweise Mitglieder der Poale-Zion, stehen jedenfalls in enger politischer und persönlicher Fühlung mit dieser. Auch für den Palästina-Arbeiterfonds, das spezielle Finanzinstrument der Histadruth, setzt die Leipziger Poale-Zion ihre Kräfte ein. Einen wichtigen Raum nimmt die Qemeindearbeit ein und in Verbindung damit die jüdische Sozialarbeit. … Der Jungjüdische Wanderbund, dessen Erziehungsziel die berufliche Umschichtung und Chaluziuth der jüdischen Jugend ist, wird von der Poale-Zion in seiner Arbeit unterstützt. Die Palästina- und die Galutharbeit werden von der Poale- Zion nicht als Gegensätze, sondern als zwei Seiten der notwendigen jüdischen Volksarbeit angesehen, und diese Arbeit wird im Sinne des sozialistischen Klassenkampfes, auf allen Fronten geleistet, an denen jüdische Proletarier als Zionisten und Sozialisten stehen. 96

  7. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 93

    So wie für den einzelnen jüdischen Menschen auf der Suche nach dem Ausgleich zwischen seinen eigenen und den Kulturelementen der Umwelt die Forderungen der Thora der einzige bestimmende Faktor sein soll, so will die Agudas Jisroel als Organisation die bedingungslose Anerkennung der Gottesherrschaft in den Mittelpunkt ihres Schaffens in den Exilsländern sowie in Palästina gerückt wissen. Und darum der Areopag der Gesetzeslehrer als höchstes Organ an der Spitze. Und das erklärt weiter, warum die Agudas Jisroel bewußt die Anlehnung an andere Organisationen vermeidet und ihre Unabhängigkeit nicht aufgeben kann, solange nämlich, als dieses Grundprinzip des Judentums dort negiert wird. 93

  8. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 135

    Bedingung für die Chawerim des Hechaluz ist, daß sie in Palästina sich der Histadruth haklalith (Gewerkschaft) einordnen. In Leipzig ist das Beth chaluz, Windmühleilstr. 30, das Zentrum derjenigen Chawerim, die schon in Hachscharah stehen.

  9. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 144

    Zweck und Ziel: Die im Kartell jüdischer Studenten vereinigten Verbindungen, zu denen die im Jahre 1919 gegründete Verbindung jüdischer Studenten, Hatikwah gehört, bezwecken, junge jüdische Akademiker zu Männern zu erziehen, die im Bewußtsein der unlöslichen Verknüpfung des jüdischen Volkes mit Palästina bereit sind, an der Erneuerung jüdischer Kultur und an dem Wiederaufbau Palästinas teilzunehmen. Bezirksverband Mitteldeutschland im K.

  10. 1931-01-01 · 1931-1932 · p. Seite 130

    Der Hilfsverein hat in der Vorkriegszeit ein großes Schulwerk hn Orient, insbesondere in Palästina geschaffen, darunter auch das Technikum in Haifa, er hat sich auch in besonderer Weise die Fürsorge für die ostjüdischen Auswanderer angelegen sein lassen, die auf dem Wege nach Amerika und anderen Ländern deutsches Gebiet berühren.