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Arnold Zweig: Papst, Judentum, Palästina 723 ARNOLD ZWEIG / PAPST, JUDENTUM, PALÄSTINA*) Es ist bekannt, daß die Lage der Christen in Palästina sich nicht nur nicht gebessert, sondern verschlechtert hat, und das infolge der neuen Einrichtungen, die als Ziel haben .... die Christen aus den Stellungen, die sie bis jetzt eingenommen haben, zu vertreiben und sie durch die Juden zu ersetzen."
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Wir sind letzten Endes solidarisch mit j eder die Erdbewohner versittlichenden Kraft; wirkt sie ohne Nebenmotive rein, so muß sie mit uns parallel gehen. ARJEH TARTAKOWER / BODENFRAGE UND BODENPOLITIK IN PALÄSTINA Man kann ruhig behaupten, daß die Bodenfrage die zentrale Frage des palästinensischen Wirtschaftslebens der Gegenwart ist. Solange nicht diese Frage, die sich insbesondre im Lauf des letzten Jahrhunderts in unheilvollster Weise verwirrt hat, einer halbwegs befriedigenden Lösung entgegengeführt wird, kann von einer gesunden Entwicklung Palästinas keine Rede sein. Das' Land Palästina tritt in die neue Phase des wirtschaftlichen und politischen Lebens mit der Last einer Bodenfrage, wie sie an Schwere und Kompliziertheit wohl wenige Länder bisher zu tragen hatten.
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DATEN UND MATERIALIEN Ein neues Besiedlungsschema für Palästina Zu dem Aufsatz von Prof. Ballod, den Davis Trietsch in diesem Hefte bespricht, erhalten wir von J. Oettinger im Haag die nachstehenden, ergänzenden und berichtigenden Ausführungen. … Dazu kommt der spezielle Vorzug, daß die gesamten Niederschläge in Palästina in die Winterzeit fallen und dort den landwirtschaftlichen Kulturen in dieser Jahreszeit zugute kommen, während dies bei den klimatischen Verhältnissen Europas nicht der Fall sein könnte.
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304 Davis Trietsch: es, daß die Begründung der meisten Kolonien ohne Zusammenhang mit den städtischen Judengemeinden erfolgte, auf die sie sich hätten stützen können, und wenn man gehofft hatte, dadurch dem herkömmlichen Zug der Juden in. die Städte zu steuern, so war das Resultat doch oft genug, daß die Kolonisten eher den Zusammenhang mit den Kolonien lösten und ganz in die Städte abwanderten, zum Teil sogar Palästina überhaupt wieder verließen. Jüdische Kolonien in einem fremden Lande — und ein solches ist ja Palästina für diese Einwanderer in jedem praktischen Sinne — brauchen ein gewisses Mindestmaß, das nicht zu klein gefaßt werden sollte, wenn dem jüdischen Bedürfnis nach Zusammenleben und gut ausgebauten gemeindlichen Einrichtungen Genüge geleistet werden soll, ohne daß dadurch der Einzelne eine zu große finanzielle Belastung erfährt. … Eine Kolonistenwirtschaft unter Zuhilfenahme einer vielfach größeren Zahl arabischer Arbeitskräfte konnte ebenfalls zu keiner gesunden Ansiedlungstätigkeit führen, und die Beschäftigung jüdischer Arbeiter war in weitaus der größten Zeitspanne der bisherigen Tätigkeit in Palästina nicht nur deshalb unmöglich, weil kein jüdisches Arbeiterelement verfügbar war, sondern auch, weil es eine unmögliche Sache gewesen wäre, unter Kolonisten, die fast alle auf fremde Gelder angewiesen waren, einen Unterschied zwischen eigentlichen Kolonisten und Arbeitern zu machen.
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Davis Trietsch: Ein Maximalprogramm der jüdischen Kolonisation in Palästina 301 EIN MAXIMALPROGRAMM DER JÜDISCHEN KOLONISATION IN PALÄSTINA « Uber die Lösung des Ostjudenproblems ist — meiner Kenntnis nach — niemals etwas ähnlich Großzügiges und dabei Reales geschrieben worden 'wie die Arbeit von Professor Carl Ballod in der „Europäischen Staats- und Wirtschaftszeitung"*) über „Das Ostjuden-Problem und die Frage seiner Lösung durch den Zionismus". … Hierbei kommt er zu dem Schluß, daß Palästina an bewässerbaren Ebenen und Talflächen etwa 830 000 Hektar — ein schwaches Viertel des Gesamtgebietes — aufzuweisen habe, und daß vom hügeligen und gebirgigen Rest des Landes höchstens die Hälfte für jede Art von landwirtschaftlicher Nutzung unbrauchbar sein könne.
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Agnon, Der Verstossene (Aus dem Hebräischen von Max Strauß) 404, 500, 583, 658, 704 _ Die Geschichte von Rabbi Gadiel dem Kinde............. 31 Paul Amann, „Assimilation" in Frankreich . ............. 140 Arjeh ben Menachem, Einschaltung des W'adar............ 100 Elf ri de Berge 1 - Gro n em ann, Jüdische Wege............ 396 - Siegfried Bernfeld, Aus einem jüdischen Kinderheim......... 309 — Ein pädagogisches Forschungsinstitut in Palästina........... 465 Moritz Bileski, Das Kompromiss des deutschen Judentums . ....... 20 — Die Wirkung des Kompromisses.................. 85 Max Brod, Heidentum, Christentum, Judentum............. 16 Martin Buber, In später Stunde.................. 1 — Zwei Wundergeschichten.................... 156 — Lehrer und Schüler....................... 511 Helene Hanna Cohn, Die jüdische Frau in Palästina .......... 317 Albrecht Heitmann, Die Geschichte der österreichisch-jüdischen Kohgreßbewegung (Zur Frage der nationalen Minderheitsrechte der Juden) 204, 389, 634, 685 Theodor Herzls Verhandlungen mit dem türkischen Sultan........ 9 Theodor Herzl über Uganda ................... 448 S. … BEMERKUNGEN: Moses Beilinson, Von den rus- Oskar Epstein, Das Verhältnis sisch-jüdischen Beziehungen . . 722 zwischen jüdischer Palästina-und Max Brod, Jüdische Schule . . . 345 Landespolitik....... 230 J. H. C.astel, Die Araber in Palästina 414 N. M. Gelbe r, Ein Projekt einer Ju~ Helene Hanna Cohn, Arthur denkolonisation in Palästina aus Ruppin..........166 dem Jahre 1840;......■ 595,
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Palästina ist das ewige, unverlierbare jüdische Ziel, und keine vorübergehende Verknüpfung mit dem Lande, das zufällig gerade für eine Zeit, die lächerlich klein ist, gemessen an den Jahrtausenden jüdischer Geschichte, in Palästina, herrscht, kann unsere Zielsetzung heißen. … Als deutsche Juden, die wir mit Treue und Begeisterung der jungen Republik und dem schwergeprüften, furchbar geschwächten Volke dienen, die wir aber mit der Glut einer dreieinhalb lausend jährigen Geschichte, einer Geschichte voll von Blut und Leid, aber auch voll von unerhörter Hingabe und Aufopferung an unssrem Judentum, an seiner Gotteslehre und am, jüdischen Volke hängen, blicken wir mit Stolz und Liebe nach Palästina herüber. Nach dem neuen Palästina, in dem auf einem Boden, auf dem uns jedes Stückbreit teuer ist, ein Werk entstehen soll, das den jüdischen Namen in der Welt wieder adein — welcher Deutsche, der heut3 am Wiederaufstieg seines Landes arbeitet, hätte nicht Verständnis dafür?
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Lipschütz: Es müßte darauf gesehen werden, daß in Zukunft die bedeutendsten hebräischen Schriftsteller in Palästina wirken, um der lebendigen Entwicklung das zu geben, was sie vermögen. Bis heute sind merkwürdigerweise nur wenige von den großen Stilisten nach Palästina, dem Lande der hebräischen Zukunft gekommen. … Einer guten, sprachlich auf der Höhe stehenden Zeitung müssen Opfer gebracht werden, wie einer gut dotierten Mittelschule. Eine schlechte Zeitung in Palästina wirkt sehr sprachverderbend, ist geradezu eine Gefahr für die Sprachentwicklung. Die Sprachbewegung in Palästina hat sich ein Organ geschaffen im ,,Waad Halaschon", der alle sprachlichen Fragen autoritativ entscheiden soll. " Mit sehr geringen Mitteln wurde da wertvolle Arbeit geleistet, die. in den Sitzungsberichten dieser Körperschaft niedergelegt ist.
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Sie vermochte es nur so lange, bis der Führer der einen Partei, der Hatiptspieler im Kriegsspiel, die Hand nach Palästina ausstreckte. Da glaubte sie die Voraussetzungen von Herzls Politik — seine Grundauffassung von der unentschiedenen Rivalität der Mächte in Palästina — nicht länger aufrecht erhalten zu köiVnen und gab mit ihnen auch seine politische Folgerung — die überparteiliche Proklamation — auf, nicht minder jedoch das politische Programm der demokratischen Fraktion, eben jenes, das wir als den »synthetischen" Zionismus zu bezeichnen pflegten. 3. Auf diesem Kongreß sprach Chaim Weizmann, als ob ein unmittelbares : Interesse Englands an Palästina nicht bestünde, als ob es sich um Palästina nur um des good-will der Juden willen bekümmerte. Da ich in dieser Darstellung ein bestimmendes politisches Motiv nicht zu entdecken vermag, muß ich sie auf einen bedauerlichen Rückschritt der politischen Einsicht Herzls gegenüber zurückführen.
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Außerdem sagten die Mitglieder des Vorstandes, sie sähen nicht ein, woher man die vielen Millionen bekommen solle,' die für die Ansiedelung der Schabazer Juden in Palästina nötig seien. Von Schabaz nach der Türkei sei kein weiter Weg, wohl aber von Schabaz nach Palästina. Über einen Monat verbrachte Alkalai in Paris. … Die Chalukajuden begnügten sich nicht damit und versandten an die Notabein der Diaspora im Namen der bekanntesten Persönlichkeiten Jerusalems gefälschte Briefe, in denen erklärt wurde, der Boden in Palästina sei nicht fruchtbar, die Beduinen brächten Leben und Gut der Juden in Gefahr; überdies hieß es darin, diejenigen Juden, die in Palästina Erdarbeit zu treiben beabsichtigten, seien gott- und thoralos und hätten bloß im Sinn, eine zügellose Lebensart zu führen.
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II Inhaltsverzeichnis Oskar Karbach, Presse und Assimilation . . .......348 Hans Kohn, Zur Araberfrage in Palästina ..........513 E. M. L i p s c h ü t z, Das Schulwerk . 670 Heinrich Loewe, Ein Vergessener . 105 Josef Meisl, Die Judenstadt von Lrublin.......... 232 Jakob Rabinowitz, Von westjüdischen Schriftstellern . . . . 157 Vera Rosenbaum, Volkserzählungen aus Palästina . . . . . 418 J. … . . . . .110 Zum Problem der Führung .... 233 Opposition..........419 Jüdisches und arabisches Selbstbe- . stimmungsrecht. I.. Unser Recht auf Palästina.......671 IL Geistige oder Gewaltpolitik? . 732 — Hans Kohn, Zur Araberfrage . 737 Zionismus und nationale Bewegung / N achum Goldmann . . . 45, 237, 423 Volkswirtschaft / Erwin Kohn: Jüdische Volkswirtschaft.....425 Statistisches: Jüdisches Gewerbe in Wien..........59 Wirtschaftsgeschichte ...... 746 '-5- Arthur Ruppin, Volkswirtschaft in Palästina: Die Entwicklung des Genossenschaftswesens .... 599 Arbeiterbewegung /Berl Locker . 114 Sozialismus / Markus Reiner 179, 515 Emigration / A.
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Denn eins ist in den letzten Jahren jedenfalls klar geworden: der Zionismus wird die umfassende, erneuernde Renaissancebewegung des jüdischen Volkes sein oder er wird nicht sein. Man kann nicht Palästina bauen als irgend eine isolierte Sonderaufgabe des jüdischen Lebens; und wenn dies sogar möglich wäre, so hätte ein solches Palästina keine erneuernde Wirkung auf das jüdische Volk. Wir wollen nicht eine jüdische Kolonie in Palästina, sondern das jüdische Heim in Erez Israel, und dies bedeutet, daß dieses Heim nur gebaut werden kann durch die schöpferischen, erneuerten Kräfte des gesamten Volkes auf dem Wege eines umfassenden Regenerationsprozesses, dessen höchste Steigerung und Verwirklichung das jüdische Palästina sein wird.
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Salm an, Die jüdische Selbstverwaltung im polnischen Staate / Lazar Abramson, Die ostjüdische Gemeinde / Hillel Zeitlin, Aufgaben der polnischen Juden / Adolf Böhm, Jüdische Positionen in Palästina/Oskar Epstein, Grundsätzliches zur zionistischen Gegenwartsarbeit / Salomon Lehnert, Jüdische Volksarbeit / Arno Nadel, Jüdische Volkslieder: Religiöse Lieder i / Martin Buber, Chassidisches / L. … Neben Palästina tritt besonders die Frage des Ostjudentums in den Vordergrund. Zu diesem Thema äußern sich im ,,Juden" wohl zum ersten Male in deutscher Sprache wirklich Berufene.
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INHALTSVERZEICHNIS Paul Atnann, Magyarische Judenprofile...................... 205 Elfride Bergel-Gronemann, Der Messiasgedanke............... 268 Heinrich Berl, Das Judentum in der abendländischen Musik............ 495 Else Bodenheimer-Biram, Kunsterziehungsfragen............... 35 Briefe eines Chaluz aus Daganiah............................ 397 Martin Buber, Kongreßnotizen zur zionistischen Politik.............. 1 — Aus dem Leben des Rabbi Israel von Kösnitz . .................. 42 — Zur Klärung.................................. 201 — Streiflichter.................................. 393 — Die zwei Ich (Chassidisches)........................... 572 — Die Heirat des Baalschem (Aus einer Lebensgeschichte) .............. 622 — Frage und Antwort............................... 7*3 Das wirtschaftspolitische Interesse an Palästina (Einige Zitate).............. 329 Markus Ehrenpreis, Gespräche mit Berdyczewski................ 174 S. Eisenstadt, Briefe eines Verschollenen (EinBeitrag zur mod. jüdischen Literaturgeschichte) 241 Max Eschelbacher, Die Zünftigen und die Draußenstehenden........... 79 Wilhelm Robert Fließ, Vom Lebendigen................... 747 Moritz Heimann, Das Weib des Akiba..................... 299 Herzl und die Neue Freie Presse............................ 659 Oskar Karbach, Das Prinzip der Assimilation.................. 521 Julius Katzenstein, Probleme der jüdischen Wanderung............. 17 Fritz Mordechai Kaufmann, Von nationaler Bereitschaft der Intellektuellen . . 367 Hans Kohn, Henri Franck............................ 359 — Andr6 Spire................................506, 559 — Wandlungen im Osten............................ . 5^5 — Nationalismus................................. 74^ — England im Nahen Osten............................ 713 David Koigen, Im Wirbel der Geschichte (Lose Tagebuchblätter) 9, 90, 150, 272, 330, 475 M. b. … Die Sabbathymne des Israel Nagara deutsch 692 Salman Rubaschow, Die privatwirtschaftliche Kolonisation in Palästina...... 212 Benzion Rubstein, Die ökonomische Lage der Juden in der Ukraine und ihre Perspektiven 524 Gottfried Salomon, Moses Heß........................ 739 Rafael Seligmann, Modernes Judentum..................... 601 Werner Senator, Sozialpolitik für die Ostjuden in Deutschland........... 73 Ernst Simon, Der werdende Mensch und der werdende Jude............ 457 — Theodor Herzls Tagebücher ............... ........... 649 Eduard Strauß, Jesus von Nazareth....................... 686 Ludwig Strauß, In memoriam Fritz Mordechai Kaufmann............. 374 Arjeh Tartakower, Palästinas Eintritt in die moderne Weltwirtschaft....... 588 — Bodenfrage und Bodenpolitik in Palästina..................... 728 Rudolf Valsonok, Die Tendenzen der jüdischen Wirtschaftsgeschichte und das östliche Judentum................................... 101 Robert Weiß, Zur Schichtengliederung der israelitisch-jüdischen Gesellschaft..... 337 Meir Wiener, Die orientalische Metapher..................... 167 Alfred Wolfenstein, Jüdisches Wesen und Dichtertum ............. 428 Arnold Zweig, Der Antisemitismus und die deutsche Jugend........... 137 — Papst, Judentum, Palästina....................... 723
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626 Bemerkungen:'Von der zweiten Generation in Palästina sehen ist, da er neue Lebensformen, Gemeinschaftsformen suchen muß, so muß seine Verwirklichung durch Sozialismus vor sich gehen. … Sein Urteil über die Araber bildet er etwas einseitig mit den Augen des überlegenen Europäers, vielleicht auch hier nicht unbeeinflußt von jüdischen Stimmen in Palästina Wie er überhaupt an mehreren Stellen Urteile ausspricht, deren Quellen der Leser, der in der zionistischen Bewegung Bescheid weiß, unschwer wiedererkennt.
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MARTIN BUBER / IN SPÄTER STUNDE Nun, da uns in später Stunde, anderthalb Jahre nach dem Abschluß des Kriegs, mitgeteilt wird, daß in San Remo Großbritannien das „Mandat" für Palästina % erteilt, die Balfoursche Deklaration dem Friedensvertrag mit der Türkei einverleibt und England beauftragt wurde, in dem für Palästina auszuarbeitenden Statut die Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden sicherzustellen, — nun können wir nicht mehr jubeln. Wir sind in anderthalb Jahren, in denen wir, zur Untätigkeit gezwungen, den Ausgang des Hadems und Feilschens erwarteten, während jede Stunde dieser europäischen Richtungslosigkeit die Luft in Palästina mehr und mehr vergiftete, wir sind in anderthalb Jahren der kalten Pein still geworden. Aber endgültig haben wir in den letzten Wochen das Jubeln verlernt, als in Jerusalem, im dritten Jahr nach der Deklaration und im ersten nach Versailles, von der englischen Lokalverwaltung begünstigt, der dreitägige Pogrom sich ereignete, dessen Gedächtnis nicht allein aus dem großen Memorbuch des jüdischen Martyriums, dessen grausamste Inschrift er bildet, sondern auch aus den Annalen der britischen Weltherrschaft nicht mehr zu tilgen sein wird.
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Diesendruck, Zur Psychologie^des Karlsbader Kongresses......126 — Robert Weltsch, Geschichte des Zionismus..........322 Volkswirtschaft: Statistisches: Osias Was c h i t z , Die Einwanderung nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika im Jahre 1920/21 .... 387 Arbeiterbewegung in Palästina: Walter P r e u ß , Neue Wege der Arbeiterschaft: Der Misrad........637 Sozialismus: Rudolf Samuel, 1. Walther Rathenau, 2. Gildensozialismus 630 Kolonisation: Salman Rubaschow, Die landwirtschaftlichen Kwuzoth in Palästina............185 — Julian Silberbusch, Die Berschader Kooperative......444 — S. Jawneeü, Grundsätzliches zur Siedlungsarbeit........578 — Josef Rabinowitz, Das Gemeinschafts- und Wirtschaftsleben in der Siedlungsgenossenschaft von Merchawjah.............694 Frauenfragen: Berta Lask, Helene Hanna Cohn: „Frauenfragen in Palästina" .............128 — Helene Hanna Cohn, Zur Frage der Frauenarbeit ...... 380 Berichte von jüdischem Leben: Hans Kohn, Die Juden in Bulgarien. . 126 — HeleneHannaCohn, Kunstausstellungen in Jerusalem .... 583 — Abraham Hurwitz, Die Juden in Finnland........704 Moderne hebräische Literatur: Simon Rawidowitz: Einleitende Uebersicht........i.....324 II.