Mannheim
Compact Memory
313 pagesSort: relevance · oldest first · newest first
Pages per year (click a year to narrow down)
106
19161920
  1. 1917-12-10 · Heft 5 (10.12.1917) · p. Seite 122 · In Palästina [Rezension]

    122 LiferaturblaS EOISSI^OIJEOinJOB In Palästina*) PaquetB Buch über Palästina dürfte durch die jüngsten politischen Ereignisse auf dem syrischen Kriegsschauplatz erneut an Interesse gewinnen. … Die Schrift ist zugleich ein wichtiger Beitrag zum Tatsachenmaterial über die jüdische Jugendbewegung in Deutschland, das freilich von anderen Standpunkten aus wichtiger Ergänzungen bedarf. H. L. *) Alfons Paquets „In Palästina", Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar 1915. Preis geh. Mk. 8.—. Verantwortlich lür dio SchrlfUeltuap: Martin Goetz, Berlin-Charlottenburg.

  2. 1919-02-10 · Heft 9-12 (10.2.1919) · p. Seite 244 · Sozialisierung in Palästina

    (An zweiter: „Territoriale Autonomie für das jüdische Volk in Palästina auf demokratischer Grundlage als notwendige Bedingung einer normalen ungestörten Entwicklung seiner Produktivkräfte"; an letzter: „Nationalpolitische Autonomie für die Juden in allen Ländern, wo sie eine Minderheit bilden41.) … Es ist nicht schwer, den Vertretern eines Agrarmarxismus in Palästina, falls sie objektiven Gedankengängen überhaupt noch zugänglich sind, zum Bewußtsein zu bringen, daß dieser Agrarsozialismus beruhend auf der Gleichstellung der Ur- und umformenden Produktion hinsichtlich der Entwicklungstendenz, längst als hinfällig erkannt worden ist.

  3. 1919-02-10 · Heft 9-12 (10.2.1919) · p. Seite 245 · Sozialisierung in Palästina

    Unsere palästinensischen Agrarmarxisten (denn dio palästinensische Industrie Ist ja vorderhand Zukunftsmusik *)) mögen sich also dessen bewußt sein, daß die Sozialisierungsfordenmg weder mit dem Marxismus, noch mit der Vernunft etwas l) Es handelt sich bei den Sozialisierungsbestrebungen in Palastina um die einzig wesentliche und spruchreife Yergesellsehaftlichung (bzw.. „Nationalisierung") des Bodenbesitzes. Dahin zielen auch die Forderungen der

  4. 1919-02-10 · Heft 9-12 (10.2.1919) · p. Seite 246 · Sozialisierung in Palästina

    Der Mohr des Kapitalismus hatte seine Arbeit im vorkriegszeitlichen Deutschland schier vollbracht; heute ist er fast so klug wie etwa anno 1850. In Palästina hat er mit der Arbeit kaum erst begonnen. Soll er schon gehen? Die Vertreter einer ganz auf die graue Theorie zugeschnittenen Sozialisierungsforderung haben sich olfenbar noch nicht die Frage gestellt, wie diese Forderung in Palästina zu verwirklichen wäre. … Die Vergesellschaftung dieses Landbesitzes und dessen Enteignung würde auf gewisse nicht zu unterschätzende Schwierigkeiten stoßen — Großbritannien, dessen Recht, in Palästina gilt, wird für derartige bolschewistische Liebhabereien schwerlich etwas übrig haben —, die durch keinen Machtspruch zu überwinden sein werden.

  5. 1919-02-10 · Heft 9-12 (10.2.1919) · p. Seite 247 · Sozialisierung in Palästina

    Grundlage des Individualbesitzes, wie sie überall und auch in Palästina mit Erfolg versucht worden ist. Verschuldung' und Spekulation sind durch wesentlich einfache Maßnahmen hintangehalten.) … Unter britischer Plagge gedeiht die radikale Sozialreform Neuseelands,- aber nie und nimmer ein bolschewistisches Palästina.

  6. 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 219 · Vom werdenden Palästina

    Welche Grenze immer auf der Karte gezeichnet wäre -— und ich'hoffe und glaube, dass es eine gute Grenzlinie wird, — wir müssen annehmen, dass das jüdische Heimatland sich schliesslich; bis an den Rand der Wüste ausdehnen wird, d. h. das neue Palästina wird in den verschiedenen, von mir erwähnten Hinsichten ein modernes Palästina sein, sehr verschieden von dem Palästina Davids oder dem der Makkabäer oder dem, das die Juden nach dem Fall Jerusalems verliesserr. ... — Wir wollen uns jetzt ein jüdisches Heimatland sichern, aber ungleich den Briten hatten wir unsere Dominions, ehe wir unser Heimatland hatten.

  7. 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 220 · Vom werdenden Palästina

    konventioneilen akademischen Begriffen erzogen, den palästinensischen Bedingungen, wie mir scheint, nichft; angepasst, kommen sie mit ihrer Bestimmung als Bürger und Erbauer eines jüdischen Palästina nicht so bewusst vor, als ich sie erwartet habe. Das Gymnasium in Jaffa gleicht meinem- Dafürhalten nach mehr der hebräischen Abart einer europäischen Institution als einer wirklichen Erziehungs- und Pflegestätte für die kommende Generation von Palästinensern. … Aber solcher Art war der Eindruck, den ich mit fortnahrn. — Die endgültige Lösung des jüdisch-palästinensischen Problems kann nicht einfach in der Ausbreitung des Hebräischen gefunden werden. Das Gefühl der Hingebung an Palästina und der Bereitschaft, um Palästinas willen Pionierarbeit 'zu tun, ist das weit wichtigere. Das echteste jüdische Leben haben wir nicht in Tel-Awiw oder in den Städten gefunden, sondern in den Kolonien, In den Kolonien begegnet man Männern, von denen man auf den ersten Blick sa^t: da ist ein Jude, der in seinem Landef und für ves lebt, es liebt und sich eins mit ihm fühlt.

  8. 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 221 · Vom werdenden Palästina

  9. 1918-01-10 · Heft 7 (10.1.1918) · p. Seite 165 · Zur Kolonisationsfrage in Palästina

    Die vorhandenen einzelnen Fachleute und die wenigen jüdischen Bauerni'amilien, die im Osten Europas in echt bäuerlichem Sinn auf ihrer, ihnen lieb gewordenen Scholle leben, können und dürfen nicht maßgebend sein für die Erwägung, welche Betriebsart bei der jüdischen Kolonisation in Palästina zu wählen sei, da sie ja nur eine Ausnahme bilden und nur wenige von diesen wenigen große Lust zur Auswanderung nach Palästina bezeugen. … Diese und solche Menschen können, sofort auf kleinbäuerliche Betriebe gesetzt, nie und immer sich und das Siedlungswerk in Palästina vorwärts bringen. Das nationale Judentum, das sich eine eigene Volksgemeinschaft gründen will, muß vorerst auch in bezug auf Berufseignung und Berufsschichtung, eine Regenerationsperiode durchmachen.

  10. 1918-01-10 · Heft 7 (10.1.1918) · p. Seite 166 · Zur Kolonisationsfrage in Palästina

    Auch dürfte es bestimmt weder gegen den Geist des Nationalismus, noch gegen die Zweckmäßigkeit an sich verstoßen, wenn aus nationalen Mitteln Lehrgüter in den Wirtsländern begründet würden, die, ohne Wohltätigkeit ausüben zu wollen, Gelegenheit zu gediegener Berufsausbildung bieten. In Palästina selbst ist ein System bester landwirtschaftlicher Lehranstalten und Wirtschaftsschulen zur Ausbildung praktischer Landwirte und tüchtiger Landfrauen durchzuführen. Die Leitung dieser praktischen Lehrstätten ist nur tüchtigen, bereits bewährten Fachleuten — in Ermangelung eigener Kräfte müssen hierfür Nichtjuden, auch unter Aufwendung größerer Geldmittel, gewonnen werden — zu übertragen. Ein Teil der bereits in Palästina vorhandenen Kolonistenstellen könnte ebenfalls als Lehrstätte benutzt werden. Bis jetzt war es eine harte Zumutung an den schon an sich knappen Geldbetrag des Kolonisten, neu in Palästina eingewanderte junge Leute als „Arbeiter44 zu beschäftigen und sie so zu entlohnen, daß ihnen ihr Auskommen gewährleistet war.

  11. 1918-01-10 · Heft 7 (10.1.1918) · p. Seite 167 · Zur Kolonisationsfrage in Palästina

    Der Einwanderer muß entweder vor seiner Auswanderung oder in Palästina erst durch physische Arbeit auf dem Acker seine Muskeln und Knochen stählen und zur Ausdauer geübt machen, muß erst den landwirtschaftlichen Beruf erlernen. … Gegenwärtig aber schon die Bauernkolonisation als vorwiegendes System der jüdischen Kolonisation zu empfehlen, halte ich für verfehlt, ja für Vcrdorbon bringend, trotz aller Theorien, alier glücklichen und unglücklichen Motivierungen, aller künstlich konstruierten und scheinbar empirisch festgestellten Tabellen und Berechnungen, und sogar für den glücklichen Fall, daß für die Palästina-Kolonisation gewaltige finanzielle Mittel zur Verfügung stehen sollten. Jetzt schon in der Hauptsache eine Bauernkolonisation in Palästina durchzuführen, hieße die Piramiden vom Gefildo Moph auf ihre Spitzen setzen wollen.

  12. 1918-01-10 · Heft 7 (10.1.1918) · p. Seite 168 · Zur Kolonisationsfrage in Palästina

  13. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 155 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

  14. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 156 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Von allen vorhandenen Mitteln leistet am meisten das Chinin, wenn es in richtiger Weise und in genügender Menge gegeben wird. Dias Chinin ist heute in (Palästina das gebräuchlichste Heilmitte! bei allen möglichen Krankheiten. Der Beduine hat „Suffata" (Chininsulfat) so gut in seinem Zelte Wie der Jude des alten Jischuw auch wenn er noch so arm ist „e bisserle Chine" in seiner Wohnung, hält. … Hierdurch werden zwar oft die Fieberanfälle für eine gewisse Zeit kupiert, aber die Krankheit nicht ausgeheilt, was doch für den Kranken und für das ganze Land das zu erstrebende Ziel ist. Es kommt dann häufig zu den in Palästina sehr zahlreichen chronischen Malariafällen, die jahraus jahrein ihre Fieberanfälle haben, dann etwas Chinin nehmen, bis sie fieberfrei sind, und die doch ständig die Malariakeüne im Blut oder in den inneren Organen tragen und zur Quelle neuer, ungezählter Ansteckungen, für andere Menschen werden.

  15. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 157 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

  16. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 158 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Ich glaube, dass sie unter bestimmten Verhältnissen und in der richtigen Form Vorteile bringen wird. Das in Palästina häufig geübte Vorgehen mit 0,23 gr täglich ist nach Ansicht des deutschen Malariaforschers Ziemann, mit dem ich die jüdischen Kolonien Obergaliläas zum Studium der Malaria- Verhältnisse besuchte, nicht ausreichend.

  17. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 159 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    der Malariabekämpfung, gelegt werden müssen. 3ewährt hat sich in vielen tropischen Kolonien, in Italien und auch in Palästina die sogenannte mechanische Prophylaxe, d. h. der Schutz vor dem Stich der Mücken durch Mückenschleier und Netze über den Betten, sowie vor den Türen und Fenstern. … Aehnlich sind die Erscheinungen der in Syrien zu mancher Zeit sehr häufigen De n g u e - Kranheif. Eine schwere Plage bilden heute in Palästina neben der Malaria die ansteckenden Darm k rankheiten, besonders rühr- und typhusähnliche Erkrankungen und gelegentlich auch die Cholera.

  18. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 160 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Allerdings müsste man dann auf den Ziegenkäse verzichten. Die Krankheit hat für Palästina aber keine grosse Bedeutung. Furchtbare Opfer, besonders unter den Juden des alten Jischuvv, forderte das Flcckfieber. … Das Trachom, die ägyptische Augenkrankheit (Körnerkrankheit), Granulöse, ist heute in Palästina ausserordentlich stark verbreitet. Meiner Schätzung nach haben in Tiberias 90 Prozent sämtlicher Kinder diese Krankheit, die zu schweren Sehstörungen oder zur Erblindung führen kann.

  19. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 161 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Neben den eigentlichen Ursachen der ansteckenden Krankheiten spielen 'für das Wohlbefinden besonders des Europäers in Palästina die allgemein hygienischen Verhältnisse eine grosse Rolle, weil sie oft indirekt das Entstehen der Krankheiten begünstigen. Das, was den Europäer in Palästina zunächst am unangenehmsten berührt, ist die Hitze. Kommt er im Winter ins Land und kann er sich im Frühling allmählich an die hohen Temperaturen gewöhnen, so verträgt er diese im allgemeinen ganz gut.

  20. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 162 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Die körpurlichen und geistigen Funktionen sowie die Leistungsfähigkeit des gesunden Europäers sind im Tjebirge völlig normal. Die allgemeine Sauberkeit in Palästina lässt noch sehr zu wünschen übrig. Sie ist einwandfrei in den deutschen Kolonien, leidlich in den jüdischen. Bei den armen Juden des alten Jischuw, bei den ländlichen Arabern kann man meist nicht mehr von Sauberkeit reden; viele von ihnen starren vor Schmutz, und Ungeziefer.