-
Jüdische Brüder und Schwestern! Laßt Euch nicht blenden! Palästina ist, wie die Liga der britischen Juden mit Recht öffentlich erklärt hat, eine britische Kolonie; England hat als Mandatarmacht darin allein die volle Souveränität. … Hunderttausende, ja Millionen jüdischer Kolonisten schaffen aus Palästina noch kein „nationales Heim". Ein Federzug des Obersten Rates macht aus den über die ganze Erde zerstreuten Kindern Israels noch keine politische und wirtschaftliche
-
Jetzt kommt die praktische Seite. Die Zionisten haben einiges erreicht, Palästina steht ihnen offen. Mit dem Wachsen der Macht des Zionismus wächst sichtlich sein Einfluß auf unsere eigenen Anhänger. … Wenn wir, wie verschiedentlich angeregt wird, daran mitarbeiten, Palästina zu kolonisieren, helfen wir nur bei der Verwirklichung des Zionismus mit. Es wird gesagt, wir müssen die Brandeis'sche Richtung im Zionismus stärken.
-
Wohl hat England im türkischen Friedensvertrag den Juden eine Heimstätte in Palästina zugesprochen. Was aber bedeutet Heimstätte? Dürfen wir es mit Nationalstaat identifizieren? Welcher denkende Mensch glaubt denn heute, daß England so uneigennützig sein wird, den Juden Palästina zu schenken? Zum mindesten würde Palästina eine englische Kolonie oder ein englischer Protektionsstaat werden, denn der Völkerbund hat keine Macht, besonders nicht über England.
-
. — L. behauptet ferner: „Nirgends ist ein Gegensatz zwischen der Verwirklichung der zionistischen Ziele in Palästina, der Verleihung jeder religiös-nationalen Freiheit an die Juden in der Diaspora und den Interessen der Staaten". .Soweit L. den ersten Gegensatz bezeichnet, kann man ihm beistimmen. Denn in der Tat hat kein Staat die Zionisten an der Verwirklichung ihrer Ziele in Palästina gehindert, ja selbst die Antisemiten haben — freilich aus den oben mitgeteilten Gründen, was L. durchaus nicht zugeben will — das zionistische Ziel in Palästina nicht allein nicht gehindert, sondern sogar eifrig
-
Das Resultat der tagelangen Debatten konnte, das stand von vornherein fest, nichts anderes sein als eine Gummiband-Resolution, des oder ähnlichen Wortlauts, wie sie denn auch gefaßt wurde: „Der Palästina-Delegiertentag der deutschen Zionisten erwartet und fordert von der Leitung der zionistischen Bewegung die sofortige Inangriffnahme aller Vorbereitungen für eine geordnete mit allen Kräften zu beschleunigende Einwanderung in Palästina nach Maßgabe 4^r Möglichkeiten des Landes." Daneben wurde die Errichtung eines „Palästinaamtes" zur Durchführung der auf Palästina bezüglichen Arbeiten der Zionistischen Vereinigung für Deutschland beschlossen, so daß man, nachdem durch eine neue Organisation alles Notwendige geschehen, mit beruhigtem Gewissen die weitere Entwicklung abwarten kann.
-
Daß die babylonische Kultur sich weit über die engen Grenzen des eigenen Landes verbreitet hatte, zeigt sich nicht nur hier und in der Bearbeitung der Mythen bestätigt, sondern auch in Funden, die Ausgrabungen in Ägypten und Palästina selbst ergeben haben. In Tel-el Amara hat man Tafeln gefunden, die den Briefwechsel der Pharaonen Amenophis III. und' IV. und ihren Vasallen, den Fürsten in Syrien und Israel, darstellen, und zwar in babylonischer Keilschrift. … Dieser biblische Bericht wird bestätigt und ergänzt:durch Ausgräbungen in Palästina selbst, wo man bei Geser eine Kultstätte mit Masseben zutage gefördert hat; die uns von der Art der Gottesyerehrung' erzählt..
-
Stärker als je fühlen wir, daß die Kraft Israels in den Ländern der Zerstreuung liegt und liegen wird, selbst wenn einmal Enkel unserer Enkel als freie Bürger in Palästina wohnen. Denn die seelisch-sittliche Kraft des Judentums, seine Lehre, sein Sittengesetz, sie sind nicht in die Schranken politischwirtschaftlicher Grenzen zu bannen. … Ihm müssen wir vor allem unsere Liebe und unsere Kraft widmen, wir leisten damit die gleiche jüdische Arbeit wie der Kolonist und Bürger in Palästina. Mögen die in Erez Israel ihr Glück finden, denen die Heimat für Leib und Seele verloren ging. Uns aber ist Deutschland unser nationales Heim, dem wir in der Not die Treue nicht brechen werden, die wir ihm im Glück gelobt haben.
-
Das große Abströmen der Jugend zu den national jüdischen Organisationen ist viel weniger der Kraft der nationalen Idee zu danken — diese durchzudenken, zu werten und zu wägen sind die jungen Leute gar nicht imstande, — sondern der Tatsache, daß die Arbeit für das nationalistisch-zionistische Ideal den dabei Tätigen das Gefühl erweckt aufzubauen, an einer positiven jüdischen Aktion mitzuarbeiten: der Errichtung des nationalen oder kulturellen Zentrums in Palästina, der Umschmelzung der zerstreuten Juden zum Einheitsguß der nationalen Gemeinschaft. Hat unsere nichtnationale jüdische Jugend demgegenüber keine positiven Ziele? Muß man für Palästina arbeiten, um positive jüdische Tat zu tun? Unsere Aufgabe ist eine ebenso große, ist hier in Deutschland zu lösen: wir müssen die Massen zu jüdischer Aktion heranziehen, müssen die riesige Indifferenz, das Pietäts-, das Verwaltungs-, das Trotz- und das Wohltätigkeitsjudentum in lebendiges-, den ganzen Menschen füllendes Judentum umschaffen.
-
Und dennoch ist ihm die Erfüllung des Prophetenwortes „ganz nah" in dem Augenblicke, wo JEngland aus politischen Gründen es für angebracht hält, einen Teil des heiligen Landes (das Ostjordanland, das größtenteils von Arabern bewohnt wird, erhält nach den neuesten englischen Bestimlmlungen eine besondere Verwaltung) den Juden, die ihr Vaterland freiwillig oder gezwungen verlassen, zur Kolonisierung anzubieten, nachdem ihm von dem Völkerbund das Mandat für Palästina erteilt worden ist! — — Das wäre also das Ende der großen weltgeschichtlichen Mission des Judentums für die ganze Menschheit, eine Mission, die von den größten Gelehrten aller Völker und aller Bekenntnisse anerkannt ist — die Ansiedlung von all erhöchs tens einem Siebentel aller Juden der Welt in dem — nicht freien — sondern unter englischer Hoheit stehenden Palästina!!
-
Sie erwartet von allen liberalen Repräsentanten und Gemeindemitgliedern, daß sie gegen die Errichtung jüdischer Schulen und gegen die Unterstützung neu gegründeter Privatschulen eintreten. — III. Die jüdisch-liberale Jugend lehnt es ab, in Palästina ein kulturelles Zentrum für die Gesamtjudenheit zu schaffen, Palästina, mit dem sie sich wie jeder Jude durch religiöshistorische Bande verknüpft fühlt, hat in der Gegenwart für sie praktische Bedeutung nur als Kolonisationsland neben anderen, für Juden, die sich in ihren jetzigen Heimatländern nicht assimilieren wollen oder können.
-
Zur Sicherung seines Handels, zur Industrialisierung des Landes, zur Hebung der wirtschaftlichen Produktion, vor allem aber um in Palästina, das seit uralten Zeiten die Völkerstraße vom Oxident zum Orient gewesen ist, eine politisch zuverlässige Bevölkerung zu erhalten, hat mit bekannter diplomatischer Klugheit England die nationalen Bestrebungen* der Zionisten nach Kräften unterstützt, ohne freilich — genau sowie die Zionisten — die eigentlichen Gründe einzugestehen, sie hat es, wie stets, auch hier verstanden, ihre Absichten unter dem Deckmantel der . … Daß aber von den eingehenden Beiträgen 20 Prozent für zionistische Propaganda zurückgestellt, daß Palästina ein jüdisches Land für das jüdische Volk, daß eine besondere jüdische Kultur vorbereitet und1 gepflegt werden soll, das verschwiegen clie klugen Taktiker wohlweislich, ja sie leugneten sogar diese Ziele ganz energisch ab, bis sie endlich auf dem Karlsbader Kongreß ihre eigentlichen Absichten nicht mehr verheimlichen konnten.
-
-- L. weiß ferner, daß Theodor Herzl, der erst nach jahrelanger schriftstellerischer Tätigkeit sein jüdisches Herz entdeckte (den eigentlichen Grund zu diesem Gesinnungswechsel kennt L. so gut wie jeder Kenner der Bewegung), anfangs nur für eine Unterbringung der grausam verfolgten Ostjuden im heiligen Lande und — in anderen Ländern warb und daß er erst auf dem Baseler Kongreß im Jahre 1897 sich für den Grundsatz „Der Zionismus erstrebt für das-jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina" erklärte. Weshalb, nennt übrigens L. in diesem Zusammenhange nicht auch Nordau, der doch auch viele Jahre an der Spitze der nationalen zionistischen Bewegung stand, trotz seiner rassen - und Teligionsfrem' den Frau, und der sich später völlig von dieser Bewegung zurückzog? … Die Juden schicken sich ein, aus den Ländern der Zerstreuung nach Palästina zurückzukehren, um das Land wieder in Besitz zu nehmen und die Verheißung wahr zu machen. Der Bau des dritten
-
Obgleich sich Ägypten zur Zeit der Einwanderung überhaupt nicht um Palästina kümjmert, wird es Israel nicht zu leicht gemacht, hier festen Fuß zu fassen. Die ganze nächste Zeit bis zur Regierung Sauls ist mit Kämpfen gegen Palästinas Bevölkerung ausgefüllt. … Schon unter der Regierung seines Sohnes Salomo aber tritt ein Umschwung ein, denn nun sieht Ägypten dem mächtigen Treiben Israels nicht mehr ruhig zu, sondern rüstet sich langsam zu einem Zug nach Palästina, um sich dort als Herrscher zu behaupten. Zu Salomos Zeiten selbst kommt dieser Feldzug nicht mehr zustande. Daß die Kluft zwischen den beiden Mächten überbrückt wird, geht daraus hervor, daß Salomo eine ägyptische Königstochter heiratet.
-
Die Nachfolger Jerobeams vermögen es nicht, die Machtstellung zu behaupten, und als Tiglat Pileser IV. oder Pul, wie ihn die Bibel nennt, mit einem Heer nach Palästina zieht, unterwirft sich ihm Menahem und wird ihm tributpflichtig. Auf einem zweiten Zug des Tiglat-Pileser stürzt dieser, wie er selbst erzählt, den König in Israel und setzt Hosea als König ein. … Auf einem Tonprisma, dem sogenannten Taylor-Zylinder, beschreibt er uns seinen Zug nach Palästina. Nachdem er Babylonien besiegt hat, wendet er sich zunächst gegen die Juda umwohnenden Völkerschaften und bringt sie wieder unter seine Oberherrschaft.
-
Aber das deutsche Volk, zu dem auch Romanen und Slaven gehören, wird auch für Semiten Raum haben. Die Heimstätte in Palästina dürfen-auch wir freudig begrüßen. Als Lösung der Juderufrage kann Palästina schon deshalb nicht betrachtet werden, weil es nur einen kleinen
-
Der im Jahre 1897 organisierte Zionismus hat auf seinem ersten Kongreß als Grundbestimmung festgesetzt: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina." Gegen diese grundlegende Bestimmung waren die Bedenken gerichtet, die sich fast in der gesamten deutschen Judenheit sofort erhoben.
-
Nun kann der Zionist so zufrieden sein, wie der Zentralvereinler, reinen Patriotismus wird Jeder pflegen, sei es nun deutschen, sei es jüdischen, mag er in Palästina oder in deutschen Landen seine Heimat, sein Vaterland erblicken. Selbst der Intransigenteste, wie Klatzkin, kann nichts dagegen einzuwenden haben. … So aber Einer erwacht, bewußt wird, sich ein Ziel setzt, muß er sich auch entscheiden, muß entweder Palästina, die Nation als Letztes und Endgültiges bejahen oder die Menschheitsaufgabe, den Messianismus, das religiöse Ethos, oder aber er wird in Pietät und Glauben auf jede Zielsetzung verzichten und sein Judesein erfüllt sehen in dem Bekenntnis zum überlieferten Glauben, in der traditionellen Lebensführung, in der Wahrung und Weiterpflanzung von Inhalten und Formen der Vergangenheit.
-
Es werden drei Resolutionen eingebracht und angenommen : Vom Iii-Breslau eine Aufforderung an den liberalen Rabbinerverband zur Mitarbeit; vom Iii-Berlin: Ablehnung der zionistischen Arbeit in Palästina; von den Iiis Breslau und Berlin betreffend die Reform des Religionsunterrichts und Ablehnung der jüdisch-konfessionellen Schule.
-
Staaten, welche im Namen und im Auftrage des Völkerbundes diese von ihrem Hauptstaate abgetrennten Länder verwalten sollten, in Wirklichkeit aber die Mandatsländer einfach wie Annexionen regierten. Ein solches Schicksal traf auch Palästina, als eine der asiati-
-
Cremieux, ein großer Philanthrop, hatte bei dieser Reise, die er nach Palästina und Syrien ausdehnte, die traurige Lage der orientalischen Juden kennen gelernt. Mit tiefstem Schmerze sah er, daß unsere dortigen Glaubensgenossen auf einier sehr niedrigen Kulturstufe Ständern, mangels jeglichen Unterrichts.