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350 Palästina im Widerstreit der Großmächte. neues Reis hervorzutreiben, das in rascher mächtiger Entfaltung seine Aste und Zweige über einen großen Teil der damaligen Welt ausbreitete. … Bis 1291 dauerten die immer wiederholten Versuche der Christenheit, sich Palästina gegenüber den Osmanen zu sichern. Zahlreiche Eroberungsversuche asiatischer Horden folgten, bis 1517 die Türken unter dem Sultan Selim I dauernd Besitz von Palästina ergriffen.
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So ergibt sich denn für den Aufbau des Schulwesens in Palästina das Problem, eine Synthese zwischen theoretischer Ausbildung und praktischer Anleitung herzustellen, eine Aufgabe, deren Lösung bisher noch nicht gefunden wurde 1). … Darum sollte man die Antithese: konservativ oder revolutionär vielleicht *) vgl. auch in demselben Heft: M. Calvary, Jugendnot in Palästina; F. Loewenstein, Das hebräische Schulwerk in Palästina.
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312 Palästina im Widerstreit der Großmächte. könig nach Ägypten oder Äthiopien zog oder die Pharaonen nach Ninive strebten, immer ging der Weg über Palästina. Das Eingekeiltsein zwischen zwei Großmächten schloß weiterhin aber auch die beständige Gefahr einer unsteten, schaukelnden Politik Palästinas in sich, gegen die die Propheten Israels mit aller Energie sich auflehnten, und die schließlich den Untergang des jüdischen Staates tatsächlich herbeiführte. Auch in dem großen Weltkrieg unserer Tage spielte Palästina eine nicht unbedeutende Rolle. Zunächst hören wir, daß am Anfänge des Krieges das türkische Hauptquartier sich in Jerusalem niedergelassen habe, daß der Bau einer durch Palästina führenden, die Wüste durchquerenden Eisenbahn der Türkei die Möglichkeit eines Angriffs auf den Suezkanal und damit auf die Weltmachtstellung Englands gewähren sollte.
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Palästina im Widerstreit der Großmächte. 343 fährt hatte, trat an Assyriens Stelle. Nun galt es für Babylonien noch, mit Ägypten abzurechnen. … Palästina bekam wieder eine jüdische Bevölkerung, wenn auch der größte Teil der Juden in Babylonien verblieb, wo sie erst Jahrhunderte später aus dem geschichtlichen Dunkel hervortreten.
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Hierdurch ist auch eine andere Frage entschieden,• die nämlich, ob Samuel in Palästina war oder nicht. Rapoport (Erech Millin p. 10 u. 222) bezweifelt dies, indem er die Stelle, die dies ausdrücklich berichtet, (Baba mezia 85 b (שמואל ירחעאד, אסיה דרבי הוד. für einen späteren Zusatz erklärt. … Chanina gelernt, sondern auch einstweilen davon abgesehen, wird es sich uns ergeben, dass Samuel in Palästina war. Dass Abba b. Abba der Vater Samuel’s in Palästina war, ist aus den Zitaten oben Anm. 42 ersichtlich. Man kann dies auch daraus schliessen, dass man ihn in Palästina gewöhnlich nur unter dem Namen Abba b.
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Wird ja nach ihm keine in diesen Wissenschaften besonders ausgezeichnete Persönlichkeit genannt, und die älteren aus Palästina stammenden Lehren sind gewiss grösstenteils nur durch ihn nach Babylonien verpflanzt worden. Durch die Akademien zu Sura und Nehardea war die geistige Selbständigkeit Babyloniens und dessen Unabhängigkeit von Palästina begründet worden. … Samuel lehrte: ״So wie es verboten ist, aus Palästina nach dem Auslande auszuwandern, so
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Dieses hochwichtige Symptom zeigt, daß die Beziehung zum realen Lande Palästina allmählich schwächer wurde und sich vor allem in der kultischen Sphäre erhielt. Für diese Äbschwächung gibt es noch andere Merkmale. … Aufhebung der ״Smicha“, der Autorisation eines obersten rabbinischen Führers der gesamten Judenheit mit dem Sitze in Palästina. Weiterhin gehören in diesen Zusammenhang die nicht immer freundlichen Urteile über Palästina, die sich im babylonischen Talmud befinden.
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Und dabei hat der Zionismus stets betont, daß dieses Territorium einzig und allein Palästina sein kann. Denn Palästina ist mit unserer Religion, mit unserer Geschichte und unserer Kultur zu sehr verwachsen, als daß es durch ein anderes Land verdrängt werden könnte. … Darum wird auch kein anderes Land so eine Anziehungskraft ausüben können wie Palästina. Nur das heilige Land wird imstande sein, all seine zerstreuten Söhne wieder um sich zu sammeln. Und nur eine jüdische Siedelung in Palästina wird von dem Weltjudentum als sein
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Palästina im Widerstreit der Großmächte. 315 erzählen, daß gegen das 2. vorchristliche Jahrtausend die phönizische Küste durch kanaanitische Stämme besiedelt worden sei, die wegen schrecklicher Erschütterungen in der Gegend des Toten Meeres nach Norden vordrangen. … Die Ägypter hatten in fast allen Städten ihre Statthalter. Trotzdem war der babylonische Einfluß in Palästina noch so ganz ungebrochen, daß die
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Man ist noch zaghaft; in Beiz in Galizien und ebenso im Kreise von David Biederman in Jerusalem gibt man auch das noch nicht zu, und die orthodoxen Schulen gelten nicht als orthodox1). x) Eine Anmerkung liier der Frage der Aussprache gewidmet: Es existieren einige Aussprachen des Hebräischen, die sich zu zwei Gruppen zusammenfassen lassen: Die sefardischen Aussprachen (Marokkanisch, Baikanisch, Persisch, Babylonisch) und die askenasischen (Süddeutsch, Polnisch, Litauisch, Ungarisch, Jemenitisch). In Palästina fließen diese Aussprachen zusammen an einem Orte. Man muß eine Einheitsaussprache haben. Die Entwickelung hat in Palästina die Sefardische dazu gemacht. … Die Sefardim waren die Alteingesessenen, und die zuwandernden Askenazim, sobald sie Hebräisch sprachen, bedienten sich des Sefardischen. Mit der Wiedererweckung des Hebräischen in Palästina — ward dieser Zustand zu einem festen. Wer in Palästina Hebräisch spricht, bedient sich des Sefardischen, dies ist die rezipierte Einheitsaussprache, Normalaussprache.
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Altertum, Mittelalter und Gegenwart geben sich hier ein Stelldichein in den Ruinen einst gewaltiger Städte, Strassen und Bauten, Tempeln und Grabmälern, den Kultstätten der drei grossen Religionen, die Palästina als das heilige Land verehren und den Werken der Landwirtschaft, Technik und Wissenschaft, wie sie das neuzeitliche Palästina. hervorgebrachfc. … In gleich umfassender Weise ist das geschichtliche,, speziell das religiöse Interesse berücksichtigt, wie das an dem lebendigen Aufbau des heutigen jüdischen Palästina. Da das Werk offenbar in gleicher Weise für christliche Kreise bestimmt sein sollte, so hat der Herausgeber einen grossen Teil der Bilder den durch das Neue Testament gegebenen Erinnerungsstätten gewidmet und den Kirchen und Kultstätten der christlichen Kirche im heutigen Palästina.
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Und von der damals geleisteten Palästinaarbeit entfallt kein geringer Anteil auf ihn. Wenn heute in allen Lagern Palästina im Mittelpunkt des Interesses und des Arbeitsprogrammes steht, so darf auch Esriel Hildesheimers gedacht werden, als dessen, der zu dem Zukunftsbau manchen Stein herbeigetragen. Aus seiner Liebe zu dem jüdischen Volke und dem heiligen Lande heraus sprach er dereinst die Worte: .,Ja ein Herzensbedürfnis ist\s hinüberzuschweifen zu dem Glorienschein unserer grossen Vergangenheit des heiligen Landes, ein Hochgenuss religiöser Erhebung, weihevoller Bruderliebe und höherer Erleuchtung, eins zu sein mit dem Palästina der Gegenwart und der einzige Trost in den wechselvollen Schicksalen des Erdenlebens, die Ideale des Palästina der Zukunft festzuhalten ״.
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Palästina im Widerstreit der Großmächte. 3!! mußte, daß bei ihm eine viel intensivere Hoflhung, ein viel sehnsüchtigerer Aufblick zu Gott und ein viel kräftigeres Vertrauen auf Gott sich herausbilden mußte, als sonst in irgendeinem Lande. … Der leidtragende Teil in allen solchen Eällen war immer Palästina. Ob der assyrische Groß-
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Palästina im Widerstreit der Großmächte. 313 Wir wissen heute, daß nicht erst in der Zeit der Patriarchen Palästina eine semitische Bevölkerung hatte, sondern schon 1000 Jahre früher. Freilich wurde diese hebräische Bevölkerung, wie uns die ägyptischen Denkmäler zeigen, um die Mitte des 3. vorchristlichen Jahrtausends von einer in Palästina einflutenden mächtigen Völker welle verdrängt; es sind das die Amuru oder Emoriter. Gegen diese Emoriter führte Pharao- Pepi I. aus der 6.
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316 Palästina im Widerstreit der G-roßmäclite. Diplomatensprache der Fürsten Palästinas, die Sprache ihrer Berichte an den ägyptischen Großkönig, die babylonische war. … Was er uns aber hier zu zeigen vermag, ist der Umstand, daß ebenso wie im dritten vorchristlichen Jahrtausend, so auch im zweiten babylonische und ägyptische Ansprüche auf Palästina Vorlagen, babylonischer und ägyptischer Einfluß sich geltend machte. Nach der Eroberung Palästinas durch die Habiri, durch Israel, kann ungefähr ein halbes Jahrtausend von einem überragenden Einfluß der Großmächte auf Palästina nicht gesprochen werden.
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Palästina im Widerstreit der Großmächte. 351 aus unternommene Eroberungszug Napoleons I 1799 nichts *ändern, da er nach vergeblicher Belagerung von St. … Über seine politische Zukunft kann kaum ein Zweifel bestehen. Palästina wird unter Englands Oberherrschaft gelangen. Ob im Zusammenhang damit die seit Jahrzehnten gehegten Hoffnungen eines beträchtlichen Teiles des jüdischen Volkes auf eine öffentlich-rechtliche Heimstätte der Juden in Palästina sich erfüllen werden?
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Juda, der Heilige, hatte das Gesetzesstudium in Verfall geraten und die Zahl der Gelehrten in Palästina immer mehr abnehmen sehen; er hatte bemerkt, dass das Judentum bereits in Babylonien seinen Schwerpunkt habe, und wollte deshalb dafür Sorge tragen, dass die jüdische Lehre auch im Auslande ihren Sitz aufschlagen und von Palästina unabhängig überall gefördert werden könnte, ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, durch ihre Entfernung vom Ursprünge von ihrer Reinheit immer mehr zu verlieren und zuletzt durch die Meinungsverschiedenheit ihrer Träger in viele weit auseinandergehende Theorien zersplittert zu werden. … Juda’s zu Sephoris geströmt31, und auch die grössten Lehrer Babyloniens waren nach Palästina gewandert und hatten
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Sein Schüler Rab Juda bewies gar aus der Schrift, dass es verboten sei, aus Babylonien nach Palästina zu ziehen139, was um so merkwürdiger ist, als Rab Juda als warmer Verehrer des heiligen Landes bekannt war140. Der Vorzug, den man Babylonien von jeher selbst in Palästina in gewisser Beziehung vor anderen Ländern eingeräumt hatte141, wurde damals vielfach erweitert142 und dies veranlasste auch, dass man nicht nur in den Schulen Rab’s und Samuel’s, sondern auch in dem Lehrhause des R. … Rab und Samuel genossen auch in Palästina eine solche Verehrung, dass man sie mit dem Namen Rabbothenu sche-be־G01ah (unsere Lehrer im Exile) allgemein bezeichnete 144.
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Der Schwerpunkt des jüdischen Geistesleben verschiebt sich von Palästina nach Babylonien. Mit Ausnahme der wenigen Jahrzehnte vom Tode Mar Samuels bis zum Heimgange des großen Palästinensers R. … •r>) Beresch. r. c. 33 erwähnt auch babylonische Ueberlieferungen* die Rab in Palästina bei seinem Oheim R. Chija lernte.
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Wohl wurde im Zweistromland der Geist geschärft am Torastudium, in der praktischen Haiacha wollte man sich aber Palästina unterordnen כי מציון תצא תורה• So ging die babylonische Methode wohl mehr auf die begriffliche Erfassung des Stoffes als auf eine Sichtung und halachische Verarbeitung. … Jeliuda Neßia’s, Rabbis Enkels, der Wa’ad von Zippori sich auflöste und es in Palästina keine als Sanhedrin anerkannte Akadamie mehr gab. Dadurch wurde Babel auch formal unabhängig von Palästina. Das alte Lehrhaus von Nehardea wird zur Metibta.7) Rab hatte schon nach dem Hinscheiden des bisherigen Leiters, R.