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  1. 1914-05-01 · Heft 8 (1.5.1914) · p. Seite 172

    Zionisten-Kongreßl) haben im Jahre 1911 über 1100 Arbeiter Palästina wegen Mangels an Arbeit verlassen und auch auf dem letzten Zionistenkongreß mußte der Leiter des Palästinaamtes in seinem Referat zuaeben, daß viele junge Leute auch heute noch Palästina verlassen müssen, um sich im Auslande eine Existenz zu gründen?) … Rur Länder, deren fortgeschrittene kapitalistische Entwicklung eine leichte Eingliederung der großen jüdischen Arbeitermaffen gestattet, können den Strom der jüdischen Einwanderung aufnehmen, nicht aber ein wirtschaftlich so rückständiges Land wie Palästina. Es ist daher kein Zufall, wenn die großen Maffen der jüdischen Auswanderer sich nach Amerika und nicht nach Palästina wenden.

  2. 1914-05-01 · Heft 8 (1.5.1914) · p. Seite 170

    Wenn man gqr erst die überaus geringen Bevölkerungsdichten Kanadas mit 0,55, oder Argentiniens mit 1,07, Australiens mit 0,57 oder auch Kaplands mit 3,5, mit der Palästinas vergleicht, dann begreift man, warum jene Länder eine so viel größere Aufnahmefähigkeit haben und die jüdische Einwanderung in viel stärkerem Maße anziehen, als Palästina. Auch in anderen Beziehungen fehlen in Palästina die Eigenschaften eines Kolonisationslandes. Palästina ist kein Neuland, es besitzt — was so oft vergeffen wird — keinen herrenlosen, jungfräulichen Boden, der auf Bearbeitung wartet. … Bon ihnen wandern zudem nur sehr wenige aus; von den jüdischen Auswanderern aus Rußland sind nur 0,65 °/0 4) landwirtschaftlich ausgebildet. Das hat zur Folge, daß die bisher in Palästina angesiedelten Juden *) Vergl. Hermann Guthe, Palästina, S. 56 ff. 3) Vergl. Guthe a. a. O. S. 65. ®) Vergl. Guthe a. a.

  3. 1925-10-01 · Heft 4 (Oktober 1925) · p. Seite 55

    55 tu vollständiger Verständnislosigkeit für die Psychologie eines nichteuropäischen Volkes, wie die Araber, führten sich so auf, daß den übelwollenden Hetzern Gelegenheit, gegeben wurde, dem Volke einzureden, die Juden wollten tatsächlich die Herrschaft in Palästina antreten. Ich erinnere hier an die häufigen großartigen Demonstrationen in Europa und in Palästina und den ungeheuren, mit Automobilen raffelnden, viel Geld ausgebenden zionistischen Apparat, der als Generalstab einer folgenden Armee von den Arabern mißdeutet wurde.... … Nr. 67): „Müffen wir also die Last des Judenhasses auch nach Palästina bringen? Fast scheint es so. . . . And freilich, wir haben ihn (den Laß) genährt. Wir haben beantragt, daß man die Araber aus Palästina wegkolonisieren (Zangwill), daß Palästina so hebräisch sein müsse, wie England englisch (Weizmann).

  4. 1929-11-01 · Heft 4 (November 1929) · p. Seite 78

    78 Zuden und Araber in Palästina. Eine neue Schrift von Alfred Wiener. Wieder einmal steht die Palästinafrage im Brcnnpuntt des öffentlichen Interesses. … Soeben erschien im Philo-Verlag-> (Berlin SWtxK) eine Schrift Dr. Alfred Wieners „Juden und Araber in Palästina, zur Erkenntnis der jüitgsten Vorgänge". Die Schrift, die 58 Seiten Text umfaßt, enthält ein Bild der Klagemauer sowie eine bisher in Europa nicht veröfscullichte Skizze der Au,bauten im Klagemauerbereiche, die bekanntlich die jüdischen Kreise >n Palästina sehr erregt hatten.

  5. 1914-05-01 · Heft 8 (1.5.1914) · p. Seite 173

    173 eine Million Juden anzusiedeln (dazu müßten jedes Jahr 2oOÖO Juden nach Palästina einwandern, also 10 mal so viel als jetzt,' es ist klar, daß so viele nicht untergebracht werden können), dann würde Palästina doch nicht mehr Juden haben, als heute die eine Stadt New Aork. … Achad Haam glaubt, daß die von Palästina ausgehenden Ausstrahlungen einer nationalen hebräischen Kultur die großen Judenmassen zu einer nationalen Einheit verbinden könnten- Palästina soll das Herz des nationalen Judentums bilden, von dem aus der Blutstrom hebräischer Kultur das ganze jüdische Leben befruchten soll.

  6. 1929-09-01 · Heft 3 (September 1929) · p. Seite 44

    Ausschlaggebend ist, daß, wie auch immer die Dinge sich gestalten, die Lösung der Judenfrage von Palästina nicht ausgehen kann und daß, durch die Macht der Tatsachen gezwungen, der Zionismus dies heute anerkennt, daß er Wege der Palästina-Arbeit gehen muß, die er nur mit den Gegnern der Nationalisierung des Judentums gemeinsam beschreiten kann. … Aber nichts falscher, als diese als gegeben zu betrachten, als sie als eine universale Einheitsfront anzusehen. Der Zionismus konnte in Palästina Zugeständnisse machen, nicht nur, weil er sie brauchte, wenn er die Palästina-Arbeit nicht verloren geben wollte, sondern weil keine Palästina-Arbeit ihn der Lösung der Judenfrage näherbrachte, weil die Balfour-Deklaration zwar Worte des.

  7. 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 79

    Alles, was in Palästina nicht im Namen oes nationalen Ideals geschah, war ja null und nichtig, profan, sogar schädlich. Der Zorn gegen die JCA stieg immer höher, und Max Nord au machte sich zu seinem öffentlichen Sprachrohr. … Er erhielt einen hohen Orden, aber der Charter blieb aus: Die Reihen der Zionisten fingen an zu wanken, die durch das Getöse der Kongreffe und die diplomatischen Erfolge Herzl's eingeschüchrerten Chowewe Zion fingen arr, sich aus ihren Verstecken ihervorzuwagen, uno ihre mühselige Kleinarbeit in Palästina wieder aufzunehmen, was dem offiziellen Zionismus Abbruch zu tun drohte. In Palästina hatte sich die JCA. eingenistet und arbeitete unverdrossen an der „Infiltration".

  8. 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 81

    Wir wissen nämlich, daß Baron Hirsch kein prinzipieller Gegner Palästinas war, — — sonst hätten die Männer..an der Spitze der JCA. kurz nach seinem Tode schwerlich gegen seinen ausdrücklichen Willen gehandelt und die Kolonien in Palästina übernommen. Ferner wiffen wir, daß Baron Hirsch der Ansicht war, die Juden könnten bei gebesserter wirtschaftlicher Lage sogar in Rußland ganz gut unter der russischen Regierung existieren; um wieviel leichter wäre, dies in Palästina möglich. Da Palästina, die Uebergangsbrücke von Afrika nach Asien, nur für jene Großmacht einen Wert hat, die durch dieses Land ihre afrikanischen mit den asiatischen Besitzungen verbindet, so hätte Rußland sich erst in den Besitz von Vorderasien und von Aegypten setzen müssen, um nach den Besitz von Palästina, beim etwaigen Zerfall der Türkei, zu streben.

  9. 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 107

    E. die „Wendung" am besten klarstellen,' wenn er sich folgende Fragen beantwortet: ' , 1? Wenn das jüdische Palästina in Konflikt mit deutschen Interessen stehen wird, haben wir K. C.er dann für-Deutschland oder für Palästina zu optieren? … €iwU>erung* v Jetzt, da sich die Möglichkeit großzügiger Kolonisation in Palästina bietet, ist es Pflicht aller Juden, dieselbe zu unterstützen. Wenn die religiös empfindenden Kreise sich von der Mitarbeit nicht ausschließen,, so wird die Religion in Palästina nicht bedroht sein.

  10. 1913-11-01 · Heft 2 (1.11.1913) · p. Seite 22

    Dies gilt in der Tat für alle Wissenschaften, direkt oder indirekt! Und so auch für die Spezialgeographie von Palästina! Die Menschen von Palästina sind in diesem ersten Teile in dreifacher Beziehung Gegenstand der Betrachtung: erstens ihre nationale Differenzierung, zweitens ihre soziale Gliederung, und drittens ihre politisch-administrative Organisation. 1. … Fünf Völkergruppen, richtiger: Völkerarten, lassen sich in der Bevölkerung von Palästina, die heute insgesamt etwa 700 M0 Köpfe zählen dürste, unterscheiden. Von ihnen gehören ethnographisch drei der semitischen Raffe an: Juden, .'

  11. 1925-10-01 · Heft 4 (Oktober 1925) · p. Seite 54

    Weizmann, der das Wort aussprach. daß Palästina so jüdisch werden solle, wie England englisch. Zionistische Führer verlangten eine jüdische Militärmacht, die jüdische Legion in Palästina, ganz im Stile eines imperialistisch gerichteten Nationalismus. … Dabei muß man sich vor Augen halten, was die Verständigung mit den Arabern für die Palästina-Kolonisation bedeutet. Denn die Araber bilden nicht nur in Palästina die sechs- bis siebenfache Uebermacht. In den großen Länderstrecken von Aleppo bis Aden und von Mekka bis Bagdad ist eine große arabische Nation erstanden, die das kleine Palästina von allen Seiten umfaßt.

  12. 1929-09-01 · Heft 3 (September 1929) · p. Seite 43

    Ist diese Agency eine Körperschaft, die wir als legitime Arbeitsgemeinschaft Aller für das soziale Werk in Palästina ansehen können, oder ist sie nur — wie der Keren Hajessod nach Meinung vieler es war — Erfüllungsgehilfe für zionistische Parteiarbeit? … Für diese grundsätzliche Betrachtungsweise ist es vollkommen nebensächlich, ob das Siedlungswerk sich in einer Krise befindet, ob die Araberunruhen Schuld der radikalen Zionisten, der Araber oder vielleicht Schuld der Engländer sind, die einen Bevölkerungsteil gegen den andern ausspielen; für das Grundsätzliche ist es auch vollkommen unwesentlich, wie groß die Siedlungsfähigkeit in Palästina ist, welche Mengen Juden in Palästina angesiedelt werden können, es ist vollkommen un-

  13. 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 5

    Auch bisher stand die deutsche Judenheit mit schöner Einigkeit hinter allen Bestrebungen, die Palästina zu heben geeignet waren. Wenn man die Gelder, die nach Palästina geflossen sind, nach ihrem Ursprung teilen könnte, so würde wohl der Anteil der Nichtzionisten den derNationaljuden erheblich übertreffen. … Es gibt manche Krerse. welche einfach das Golusjud.entum für unrettbar verloren halten, es seinem Schicksal überlassen wollen, um alle Kraft auf Palästina zu koirzentrieren. Und das bei einern Bestand von etwa vierzehn Millionen Juden in der Welt, von denen bestenfalls in dreißig Jahren eine halbe Million in Palästina leben könnte!

  14. 1914-07-01 · Heft 10 (1.7.1914) · p. Seite 220

    Sieht sich doch gerade jetzt das zionistische Palästinaamt gezwungen, den jüdischen Arbeitern Osteuropas von einer Einwanderung nach Palästina dringend abzuraten, weil infolge einer Mehreinwanderung einiger hundert yeminitischer und maeedonischer Juden es unmöglich ist, weiteren Arbeitern Unterkunst zu .bieten! … Protokoll S. 213) erklärt: „Vorläufig ist jeder Fußbreit brauchbarer Boden dort (in Palästina) im Privatbesitz und — wenn auch extensiv - bearbeitet, und vorläufig sind die Araber der Zahl nach 6 mal stärker als wir."

  15. 1914-08-01 · Heft 11-12 (1.8.1914) · p. Seite 235

    Nimmt man dazu die außerordentlich geringe Zahl der Einwanderungen, so ist es nicht übertrieben, zu behaupten, daß selbst bei erheblich gesteigertem Tempo noch in 100 Jahren Palästina keine Lösung für einen irgendwie erheblichen Bruchteil des Judentums darstellen wird. Man halte nur nebeneinander: seit 1882 sind aus dem Osten 2 Vs Millionen Juden ausgewandert, davon nur 30000 nach Palästina. Die durchschnittliche jährliche Judeneinwanderung aus Rußland nach Palästina beträgt nach Motzkin 2000 bis 3000 Seelender Ueberschuß, also nach Abzug der danach sehr erheblichen Abwanderung 2000SeelendieGesamteinwanderung nach Palästina betrug im Durchschnitt nach Abzug der Auswanderung 3000 Seelen.

  16. 1914-05-01 · Heft 8 (1.5.1914) · page 1

    Jedoch können wir nicht die Palästinakolonisation als das Endziel aller jüdischen Arbeit, nicht in der Auswanderung nach Palästina eine befriedigende Lösung unserer deutschen Judenfrage erblicken. Herzl glaubte allerdings, daß es möglich sein würde, die große Masse der Judenheil in Palästina zu konzentrieren. Er hoffte, daß die nationale Begeisterung die großen Judenmassen nach Palästina in Bewegung setzen und sie auch befähigen werde, sich dort eine Heimat zu gründen, sobald nur die Türkei den Juden durch einen Charter unter der Garantie der Großmächte Palästina zur Ansiedelung überlasten würde.

  17. 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 80

    Zionisten auf einer Versammlung in MinSk den „Jüdischen NationalfonoS" zu begründen/ der hauptsächlich dem Ankauf von Boden in Palästina und Syrien dienen sollte. Allein das war nicht mehr so dringend nötig, denn in Palästina saß ja schon seit einigen Jahren die JCA. … Da erscholl auf einmal der erlösende Ruf: „Zurück nach Palästina!" sogar der Bann gegen die „Infiltration" wurde aufgehoben. Herzl setzte indessen unveyagt seine. diplomatischen Missionen fort.

  18. 1914-07-01 · Heft 10 (1.7.1914) · p. Seite 217

    Der Verfasser behauptet mm, daß „für eine großzügige Besiedelung in Palästina alle Voraussetzungen fehlen", und führt als einen Grund die dichte Bevölkerung und die verhältnismäßig geringe Zahl der dort lebenden Juden an. … Das angeführte Zahlenbeispiel ist für die ganze Abhandlung von Karl Löwenstein typisch, und ich kann es mir nicht versagen, diesem Beispiel andere folgen zu lassen, woraus man dann aus den wirklichen Wert der Löwenstein'schen Arbeit schließen mag. Gegenüber Palästina werden die großen Vorteile, welche andere Länder wie z. B. Nordamerika bieten, betont. Allerdings wandern nach Amerika viel, viel mehr Juden aus als nach Palästina.

  19. 1918-01-01 · Heft 20 (Januar 1918) · p. Seite 1008

    1008 rechtlich gesicherten Heimstätte für daß Wische Volk" in - Palästina als Ziel aufstellt. Aber nur für deyWoWschep Zionismus ist daS Dogma von der eigenen Wischen Nation notwendige Voraussetzung und Schaffung eines eigenen autononlen Juden-Staätes Programm, Dagegen erstrebt die von Achad Haäm beeinflußte kulturelle Richtung des Zionismus für ihre Zwecke Ansiedlung von Juden in Palästina unter Erwerb türkischer StaatSangehörigkeit. … Möglicherweise wird eine gesunde Weiterentwicklung der jüdischen Religion von Palästina ausgehen können, ein neues Synhedrion als geistiger Mittelpunkt für das Judentum der ganzen Welt geschaffen werden.

  20. 1929-09-01 · Heft 3 (September 1929) · p. Seite 41

    Hierher gehören die Probleme des Nationaljudentums, hierher gehört die Stellung zu Palästina, hierher die Frage der Reinheit der jüdischen Religion, hierher alles das, was den Zusammenklang der deutsch-jüdischen Gedankenwelt umfaßt. … Viel Begeisterung, viel Kritik, viel unkritische Bewunderung, viel skeptische Ablehnung hat das neue Werk der „Jewish Agency" erfahren. Die Züricher Tagung, die Unruhen in Palästina, der Tod Louis Marshalls, eines Mannes, der als der Repräsentant der Nichtzionisten diese neue Periode der Palästina-Arbeit einleitete, haben weite Schichten der Judenheit und gerade der deutschen Judenheit erregt und zur Stellungnahme herausgefordert. — Was ist hier wahr, was Vorurteil?