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Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina sträflicher Versäumnis die letzten zehn Jahre hindurch keinerlei praktische Annäherungspolitik in Palästina getrieben. … Immerhin, die Selbstverwaltung war beträchtlich erweitert, die Mächte erkannten den Mandatsvertrag für Palästina und damit auch die Heimstätte an. Diese Errungenschaften waren gewiß für den Zionismus ein Anlaß zu herzlicher Freude.
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Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina Wie man in den Wald hin einschrie, so schrie es also heraus. Es ist nur erfreulich, daß die hebräische Arbeiterzeitung „Dawar" von diesem Schmähgedicht sofort deutlich abrückte, ein Vorgehen, dem sich auch die „Jüdische Rundschau" (Nr. 75, 24. … Möchten die deutschen Zionisten sich von der geistigen und politischen Führung jener Narren und Schwätzer befreien, die den deutschen Zionismus zum Gespött der Welt machen." 2) Programm in „Palästina", Monatsschrift für den Aufbau Palästinas, Wien 1929, XII. Jahrgang, Nr. 1, S. 36/37. 498
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Der Bericht schildert auch die Propaganda, die von arabischer Seite in Palästina damals getrieben wurde. Anschaulich werden die Verhältnisse im Dorfe Tul Karm, nordöstlich von Jaffa, dargelegt. Es heißt: „Der Bürgermeister von Tulkeram spricht von der Balfourdeklaration, und ob er nun eine deutlichere Vorstellung von ihrer Bedeutung hat als andere Leute oder nicht, jedenfalls drückt er seine Meinung darüber sehr entschieden aus. … (Jüdische Rundschau, ib., S. 680.) Es wäre unrichtig, diesen Einzelfall für ganz Palästina verallgemeinern zu wollen. Auch das, was über den politischen Sinn des Landbewohners gesagt wird, liat keine allgemeine Gültigkeit Treffend wird aber auch von jüdischer Seite die arabische Agitation beschrieben, so in einem Aufsatz des „Dawar" vom 8.
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Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina und Methoden diskutierten, während der Zeit, da die »Sparer« unserer obersten Exekutive über jrnsere politische Tätigkeit im Land zu entscheiden hatten, hat der Vorsitzende des islamischen Rates mit Hilfe der arabischen Zeitungen nicht versäumt, jede Gelegenheit wahrzunehmen, um Unrat auf die Juden zu werfen und uns in den Augen der arabischen Menge schlecht zu machen." … i Vereine durch 4 9 Delegierte vertreten waren.2) Und auf der gleichen Seite ist zu verbuchen, Avas Ernst Simon berichtet („Palästina", Nr. 7/9, Juli/September 1929, S. 70/71): „Es ist merkwürdig zu beobachten, wie die zionistische Bewegung und der jüdische Nationalismus nicht nur den Widerstand der Araber wecken, sondern auch ihren Nachahmungstrieb.
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M. Y. Ben-Gavriel: Engländer und Juden in Palästina Wiederholt wurde die Behauptung aufgestellt, eine Reihe von hohen englischen Beamten in Palästina seien antisemitisch eingestellt, dem jüdischen Element und seinen Forderungen durchaus abgeneigt und mit ihren Sympathien ungeteilt auf arabischer Seite.
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Aus dieser Grundstimmung ergibt sich eine von vornherein ablehnende Haltung gegen jedes Element, das nicht in das jahrhundertealte, von Beamtengeneration auf Beamtengeneration überlieferte Schema hineinpaßt. Palästina nun stellt eine in aller Kolonialgeschichte und Kolonialpraxis neuartige Konzeption eines Mandatsgebiets dar, also auch eine geschichtlich neuartige Aufgabe. … Der Beamte, der aus irgendeiner englischen Kolonie nach Palästina versetzt wird, ist gewohnt, mit Farbigen zu tun zu haben, die zu verstehen er sich nur soweit bemüht — wie jeder weiße Mann, der nicht gerade Forscher oder Detektiv ist —, als er es notwendig hat, um seinen Amtsbereich in Ordnung zu halten.
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So muß der englische Beamte also zu dem Schluß kommen, daß nur die Anwesenheit des jüdischen Elements im Land und die unglückselige Balfour-Deklaration das Regieren erschwere. Gäbe es nur Araber in Palästina, dann wäre der Dienst nicht anders als in irgendeiner Kolonie des Empire, es wäre eine reine unkomplizierte Frage der Macht und der Erhaltung der Macht. … Der Engländer in Palästina darf nicht über Juden und Arabern und auch nicht zwischen ihnen, sondern muß mit ihnen stehen. Das ist die einzige Möglichkeit für das Land und für das Empire. 420
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IL Prüft man die tatsächliche Einstellung des jüdischen Jischuw in Palästina zur biblischen Überlieferung im Lichte der drei hier kurz vorgetragenen Auffassungen, so ergibt sich folgendes: die radikalste der Thesen, die Brenners, ist im Leben der Schule und Jugend kaum zur Geltung gekommen.
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Ernst Simon: Die Bibel im neuen Palästina her, nach und nach / du darfst sie nicht rasch vernichten können, sonst überwüchse dich das Getier des Feldes. / Aber ER, dein Gott, gibt sie vor dein Antlitz hin"*), so wird es manchem, der angjesichts dieser furchtbaren Worte erschrickt, geradezu ein Glaubenstrost sein, wenn ihm die Bibelkritik versichert oder versichern könnte, daß diese Sätze, die die Völker Kanaans jeden eigenen Lebenssinnes berauben und ganz zum Mittel für Israels Geschichte machen, menschliche Zutat seien und nicht Worte des lebendigen Gottes.
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Siegfried Bernfeld: Das europäische Erziehungsvorbild und die jüdische Gegenwart 383 des Auswanderungsamtes sein, dafür zu sorgen, ungeeignete Personen von der Gründung von Auswanderergruppen zurückzuhalten und nur solche Personen bei der Gründung von Auswanderungsgruppen zu unterstützen, von denen zu erwarten ist, daß sie der Gruppe einen gesunden Geist einflößen werden. In Palästina soll ein Zusammenschluß aller Genossenschaften von gleichem oder ähnlichem Typus zu Genossenschafts-Verbänden angestrebt und überhaupt in jeder Beziehung auf die Gründung von Gesamtvertretungen der einzelnen Berufe hingewirkt werden.
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Siegfried Bernfeld: Ein pädagogisches Forschungs-Institut in Palästina 465 SIEGFRIED BERNFELD / EIN PÄDA¬ GOGISCHES FORSCHUNGSINSTITUT IN PALÄSTINA ■ie immer man zum Plan einer Universität in Palästina stehen mag*), V V mit dem Beschluß der zionistischen Jahreskonferenz Juli 1920 darf man zufrieden sein: es soll zunächst im Lande eine Anzahl von kleinen Forschungsinstituten eingerichtet werden. … Für dies oder jenes gilt es jedenfalls noch nicht einzutreten, sondern nur dafür, daß die beschlossenen Institute auch wirkliche werden, daß nur solche gegründet werden, die das Land im jetzigen Augenblick verträgt, und alle, die es braucht Vielleicht werden jetzt allerhand kluge oder törichte Vorschläge ausgeschrieen werden; vielleicht wird mancher, der für seine Liebhaberei kein Gehör in Europa oder Amerika findet, für sie wenigstens in Palästina eine Zufluchtsstätte zu suchen beginnen; aber bei allen diesen Gründungsfragen wird doch ein strenges Maß gegeben sein für Brauchbarkeit, Dringlichkeit* oder Möglichkeit eines konkreten Vorschlages in den nächsten Bedürfnissen des sich entwickelnden Landes, seiner wachsenden Bevölkerung.
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Siegfried Bernfeld: ist und täglich wichtiger in ihm wird: um das heutige Erziehungswesen und seine Lehrer, um die Entwicklung des heute Bestehenden zu dem schon heute als unerläßlich nötig eingesehenen. Man ist in Palästina selbst mit dem vorhandenen Schulwesen, mit dem Durchschnitt der in ihm tätigen Lehrer unzufrieden. Man hat das Empfinden» als wäre nun die erste Periode der pädagogischen Entwicklung abgeschlossen, ein Zeitraum von 15, wenn man will 30 Jahren, in dem geleistet wurde, was vor allem nötig war: die Hebraisierung, und als stünde man nunmehr vor einem neuen Abschnitt, dessen Inhalt noch nicht eindeutig und einstimmig bezeichnet werden kann, in dem es sich aber doch irgendwie um die Erziehung zur Arbeit und zur sozialen, zur gemeinschaftsbildenden Gesinnung handeln wird.
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