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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 599

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 599 (sequence 737)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Frankel 599 des Geldmangels konnte die Zionistische Organisation keinen Plan über die Zeit eines Jahres hinaus aufstellen. Fehlten genügende Geldsummen, so geriet sie in Schulden. Ein solches opportunistisches Programm gestattet nicht einmal ein Programm für wenige Jahre aufzustellen. Die „Joint Palestine Survey Commission" schlug im Vorjahre versuchsweise ein Budget von fünf Millionen Dollar vor. Da jetzt die Agency ins Leben tritt, muss sie weiter denken. Wenn in Palästina Boden gekauft werden soll, müssen weit grössere Summen zur Verfügung stehen. Wenn die Industrie im Umfang ihrer Möglichkeiten entwickelt werden soll, brauchen wir eine geschäftliche Organisation. Ich hoffe, dass die Agency einer solchen finanziellen Korporation ihre Zustimmung geben wird. Palästina muss aus dem Gebiete der Philanthropie ausgeschaltet werden. Palästina ist kein Bettler. Wenn Opfer gefordert werden, so verlangt man sie nicht von uns, sondern von den Pionieren in Palästina. Wir müssen uns nicht als Spender fühlen, sondern als Partner dieses grossen Werkes. Wir müssen bereit sein, Investitionen zu machen. Wir müssen einen Teil des Risikos übernehmen. Wir müssen bereit sein, Aktionäre der geplanten finanziellen Korporation zu werden. Diese Korporation kann hoffentlich Bestehende Institutionen wie den Economic Board for Palestine in England und die Palestine Economic Corporation in Amerika irgendwie in sich aufnehmen. Die Korporation wird Aktionäre haben und wird wenigstens zehn Millionen Dollar, schliesslich vielleicht fünfzig Millionen Dollar Kapital haben müssen. Dann wird man nicht mehr auf ein opportunistisches Programm angewiesen sein wie jetzt. Es ist erfreulich, dass bereits zwei Zeichnungen von je fünfhunderttausend Dollar für die geplante Korporation eingelaufen sind, und zwar die eine von Lord Melchett und die andere von Mr. Felix Warburg. (Beifall.) Lord Melchett sprach gestern von dem Wunder der Erlösung Palästinas durch den Weltkrieg. Er sagte, er könne die gewaltigen Kräfte nicht verstehen und ermessen, die durch Aeonen am Werke waren, um dieses Ergebnis zu zeitigen. Auch ich glaube an Wunder. Für mich ist es ein Wunder, dass die Welt gerade in diesem Augenblick den grossen Juden Einstein hervorgebracht hat, der unsere Begriffe von Zeit und Raum revolutionierte. Ich glaube, es wird im Laufe der Geschichte noch andere Wunder geben, das grösste davon wird nicht nur die Wiedergewinnung Palästinas als Erez Israel (Land Israels) sein, sondern die Renaissance der Lehren unserer jüdischen Seher und Propheten. Palästina wird mehr sein als das Heimatland. Von dort werden vielleicht wieder die grossen Wahrheiten und Lehren ausgehen, für die das Judentum immer kämpfte. Wieder werden neue Worte von dem Rechte des Menschen auf ein freies und ungebrochenes Leben erklingen, neue Grundsätze sozialer Gutmachung formuliert, neue Grundlagen für das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit ausgesprochen werden. Und was von überragender 46

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