Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 456 (sequence 594)
- Language
- German, English, Hebrew
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456 17. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Agency-Kommission nicht durch Einzelmenschen, sondern durch das Erwachen des ganzen jüdischen Volkes, in dessen Herzen ein heiliges Feuer glüht, die Liebe zum Volk und zu Zion, das nicht nur das Land befreien will, sondern jedes Herz innerlich erlösen will von innerer Knechtschaft zur Freiheit Es ist nicht nur eine Alijah in das Land, sondern auch zum Geiste Israels. Lange Jahre hindurch standen wir allein und vereinsamt, jetzt, da wir den Kreis erweitern, sehen wir, dass die Agency noch nicht vollkommen ist. Aber sie bedeutet den Anfang der grossen Knesseth Israel, der Gemeinschaft, in der jeder Jude sich beteiligen wird am Aufbau Zions und der Erlösung des Volkes. Aber wir begnügen uns nicht mit dem äusseren Leben des Volkes und auch nicht mit ein wenig Erez Israel, wir hoffen viel und fordern viel. Diese Schöpfung ist verbunden mit Geburtswehen und seelischen Qualen. Wir freuen uns einerseits über die quantitative Erweiterung und bedauern anderseits die qualitative Verkleinerung der zionistischen Bewegung. Wir bedauern, dass die Menschen, mit denen wir uns zusammenschliessen, noch nicht volle Zionisten sind; dass sie zwar die Erkenntnis besitzen von der jüdischen Not, doch nicht die nationale und zionistische Erkenntnis. Wir bedauern auch, dass die Freiheit, die freie Position der zionistischen Bewegung geschwächt iöl, und hoffen darauf, dass die Menschen, die wir stellen, mit aller Kraft an unseren Idealen festhalten werden. Viele Dornen sind auf dem Wege, den wir gehen, und da wir den Vertrag unterschreiben, wissen wir, dass wir unseren Willen noch nicht erreicht haben. Schweren Herzens schreiten wir an die Abstimmung. Wäre der Zionismus weiter, tiefer, umfassender gewesen, so hätten wir nicht an andere uns wenden müssen, die vielleicht den Zionismus zerstören. So aber sind wir gezwungen, die Hilfe zu suchen, von wo immer sie kommt. Wir bedauern, dass in dem Rahmen der Agency der weite Kreis des treuen Judentums nicht den Platz einnimmt, der ihm gebührt. Trotz allem aber nehmen wir mit Liebe und Hoffnung alle Leiden auf uns für das grosse Ziel: die Erlösung des Landes, den Bau Zions, die Errichtung des Judenstaates. Dr. A. H. Silver (A. C, Amerika — spricht englisch): Wir fassen heute einen historischen Beschluss. Er wurde jahrelang reiflich und ernst erwogen, alles, was über die Sache gesagt werden kann, ist gesagt. Jetzt sollen wir handeln und mit diesem Akt wird, wie ich zuversichtlich hoffe, eine neue Aera beginnen. Ich spreche hier als amerikanischer Zionist. Nach meiner Kenntnis des amerikanischen jüdischen Lebens und meiner Erfahrung im Zusammenleben mit dem amerikanischen Judentum, dessen Treue und Ueberzeugung ich kenne, glaube ich daran, dass sich unsere Hoffnungen erfüllen werden, vorausgesetzt, dass wir, die wir hier sind, und jene, die bald hier sein werden, in dieses neue Bündnis mit gegenseitigem Vertrauen eintreten werden, mit dem Willen, die uns trennenden Grenzen zu überbrücken und nicht zu verstärken.