Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 455 (sequence 593)
- Language
- German, English, Hebrew
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Locker, Schechtmann, Sprinzak, Berlin 455 neuen Zionismus, um den sich eines Tages alles Lebensfähige in der Bewegung sammeln soll. Aus diesen Gründen haben wir gegen die Annahme der Konstitution der Agency gestimmt. Sollte die Mehrheit sie annehmen, werden wir uns allen Organen der erweiterten Agency fernhalten. Als treue Bürger des reinen Kongresszionismus werden wir unseren Kampf fortsetzen, in vollem Vertrauen, dass es wieder einmal einen freien und souveränen zionistischen Kongress geben wird, und in dem stolzen Bewusstsein, dass es die historische Mission des Revisionismus ist, diese Erneuerung der Bewegung vorzubereiten. (Beifall.) J. Sprinzak (A. C, Hitachduth — spricht hebräisch): Wir gehen daran, die Diskussion von Jahren nach vielen Zweifeln und Meinungsverschiedenheiten abzuschliessen. Meine Partei stellt sich bekanntlich positiv zur der Erweiterung der Jewish Agency. Wir haben uns lebhaft bemüht, die Grundlagen der erweiterten Jewish Agency zu verbessern; und mit Befriedigung konstatieren wir, dass die Gedanken der Hitachduth in die Konstitution der Agency Eingang gefunden haben. Wir werden für die Unterzeichnung des Abkommen stimmen, obwohl wir wissen, dass noch nicht alles erreicht ist. Wir hoffen aber, dass diese erweiterte Agency fortschreiten wird auf dem Weg der Demokratisierung und dass dieser erste Schritt allmählich dazu führen wird, dass eine Repräsentation des ganzen Volkes ersteht, die die Verantwortung trägt für den Aufbau des Landes. Zwar sind wir noch weit von dieser Vollkommenheit entfernt, aber dennoch müssen wir die Bedeutung der vorgeschlagenen Konstitution der Jewish Agency anerkennen. Aber durch geschriebene Konstitutionen allein wird Zion nicht erlöst werden. Wir kennen die Bedeutung einer Fahne, aber mehr als die Fahne schätzen wir die Träger der Fahne. Mit der Kraft dieser Träger gehen wir in die Agency hinein. Wir vertrauen auf die Kraft des arbeitenden jüdischem Volkes, des jüdischen Arbeiters in Erez Israel, der jüdischen Jugend, der zionistischen Bewegung und sind gewiss, dass wir alle Konstitutionen zerreissen können, falls irgend etwas den richtigen Aufbau in Gefahr bringen sollte. Trotz allen Warnungen und Abschreckungen gehen wir in dem Vertrauen an die Sache heran, dass wir jene, die uns fern sind, zu Verwirklichen! unserer Sache machen und dass wir sie zu Mitarbeitern mache» werden an dem Baue Zions, der das Volk befreit. (Stürmischer Beifall.) RabbiMeir Berlin (A.C., Misrachi — spricht hebräisch): Wir stehen heute nicht nur am Ende, sondern auch am Anfang einer Periode. In wenigen Stunden werden wir den Antrag annehmen, mit dem wir uns schon seit Jahren befassen. Es ist dies der Anfang zur Verwirklichung des grossen Traumes von der Erlösung, den wir seit Jahren träumen. Wir träumen von der Erlösung Zions nicht durch eine Partei, 37