Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 409 (sequence 547)
- Language
- German, English, Hebrew
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Barth, Weisselberger, Neustadt 409 In den Beschlüssen der Kommission befindet sich eine grosse Reihe von Vorschlägen, die nicht prinzipieller, sondern nur formeller Art sind und über die eine einheitliche Meinung in der Kommission geherrscht hat. Ich schlage vor, diese Resolutionen jetzt vorwegzunehmen, und will die Vorschläge jetzt verleben. Dr. Barth verliest Vorschlag II, 1 (zionistische Propaganda); der Antrag wird angenommen. Hierauf verliest er den Vorschlag IV (Enquete). Dieser wird ebenfalls angenommen. (Text der Beschlüsse siehe Einleitung Seite LXXX, Beschluss 45, Abs. 1, und Seite LXXXI, Beschluss 47.) Del. Dr. Th, Weisselberger und Del. M. Neustadt protestieren gegen diese Behandlung der Materie, da die Resolutionen noch nicht vervielfältigt vorliegen und es nicht sicher sei, ob der Kongre*s beschlussfähig ist. Vors. Motzkin setzt die weitere Behandlung ab und beginnt die Debatte übei schwierigere Punkte der Organisationsresolution. Berichterstatter Dr. Barth: In der Frage der Möglichkeit der territorialen Zusammenfassung sämtlicher Zionisten zu einer Gemeinschaft gibt es verschiedene Wege. Zwei radikale: einerseits die Zusammenschweissung aller Zionisten zu einer Einheit, das heisst Aufgabe der Fraktionen, oder anderseits zwangsweise Aufteilung der allgemeinen Zionisten unter die Fraktionen oder Schaffung eines neuen Sonderverbandes der allgemeinen Zionisten. Keiner dieser Wege schien uns gangbar. Es gibt auch noch mehrere weniger extreme Vorschläge. Die Kommission wählte den Weg des vorigen Kongresses. Es sollen territoriale Zweckgemeinschaften in allen Ländern gebildet werden, diese müssen aber nun in allen Ländern gebildet werden, und es sind ihnen zwei Dinge wesentlich. Sie sollen erstens parlamentarische Gebilde auf demokratisch gewählter Basis sein, womit erreicht würde, dass alle Zionisten eines jeden Landes mindestens jedes zweite Jahr auf einem demokratisch gewählten Parteitag sich zusammenfinden; zweitens sind Arbeitsgebiete festgesetzt, die den Territorialverbänden zugewiesen sind, und zwar: Förderung der Palästina-Immigration und der Hachscharah sowie Schekel, Keren Hajessod, Keren Kajemeth und Kongresswahlen. Dagegen hat sich die Kommission nicht entschliessen können, auch noch die Propagandaarbeit in dieses gemeinsame Programm aufzunehmen, weil man der Ansicht war, dass die Propaganda allzusehr mit der speziellen Anschauung der verschiedenen Fraktionen zusammenhängt. Hier ist ein Zusammenschluss vorläufig nur auf freiwilligem Wege möglich.