Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 410 (sequence 548)
- Language
- German, English, Hebrew
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410 16. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Immigrations-Kommission Vors. Motzkin unterbricht mit Rücksicht darauf, dass die Resolutionen noch nicht vervielfältigt sind, die Behandlung dieser Resolutionen. Der Kongress geht zur Behandlung der Resolutionen der Immigrationskommission über. Del. E. Dobkin (Poale Zion, Berichterstatter der Immigrationskommission — spricht hebräisch): Im Namen der Immigrationskommission erlaube ich mir, Ihnen eine Reihe von Beschlüssen in bezug auf die Fragen der Alijah und Hachscharah zu übermitteln. Die Immigrationskommission hat es für richtig gefunden, in ihren Sitzungen nicht nur unsere Aufgaben in bezug auf Alijah und Hachscharah in den nächsten Jahren zu behandeln, sondern auch die Schwierigkeiten zu erörtern, die wir in den letzten zwei Jahren in bezug auf die Alijah zu überwinden hatten, um daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Im Laufe der Diskussion hat sich herausgestellt, dass die Immigrationspolitik, die zu starken Einschränkungen in dem Umfang der Alijah geführt hat, schwere Wirkungen in bezug auf die Arbeitslage im Lande hervorgeruten hat. Wir müssen feststellen, dass viele Arbeitsplätze, viele Arbeitsmöglichkeiten im Lande dem jüdischen Arbeiter verloren gegangen sind, weil die entsprechende Anzahl von jüdischen Arbeitern nicht zur rechten Zeit ins Land gebracht wurde. So war es in vielen jüdischen Kolonien, in Sichron Jakob, Benjamina und in Galiläa, die viele jüdische Arbeiter beschäftigen konnten und jetzt von arabischen Arbeitern überfüllt sind. Wir haben mit grossem Bedauern festgestellt, dass dies zum Teil dadurch entstanden ist, dass die Zahl der Zertifikate, die von der zionistischen Exekutive im Laufe der zwei Jahre von der palästinensischen Regierung angefordert wurden, nicht den Beschlüssen entsprach, die auf dem XV. Kongress und auf den Sitzungen des Aktionskomitees gefasst wurden. Die Sitzung des Aktionskomitees im Juli 1928 beschloss, 2000 Zertifikate zu verlangen. Die zionistische Exekutive verlangte nur 1000 Zertifikate. Die palästinensische Regierung reduzierte auch diese Zahl auf 600. Dasselbe war mit dem Beschluss des Aktionskomitees in bezug auf die Zusatzforderung von 300 Zertifikaten zum Schedule für Oktober bis März 1929 der Fall. Es war nicht unsere Aufgabe, Vertrauen od^r Misstrauen gegenüber der Exekutive auszusprechen. Wir haben aber die bedauerliche Tatsache konstatiert, die uns um viele Arbeitsmöglichkeiten im Lande gebracht hat. Was nun die Alijah in der Zukunft anbetrifft, so haben wir Informationen von der zionistischen Exekutive und der Arbeitszentrale der Histadruth haowdim in bezug auf die Arbeits- und Alijahmöglichkeiten in den nächsten Jahren entgegengenommen. Es hat sich herausgestellt, dass sich weitere Arbeitsmöglichkeit für Tausende von Arbeitern bieten wird: vor allem in der Pflanzungswirtschaft, die sich immer mehr erweitert, auf den 20 000 Dunam, die in diesem Jahre angepflanzt werden sollen und